GM-Allianz

Erste Entscheidung nach 90 Tagen

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Nach einer 90-tägigen Prüfung wollen die Autobauer Renault-Nissan und General Motors (GM) entscheiden, ob sie auf eine Allianz hinsteuern wollen. Der französische Konzerlenker Carlos Ghosn und GM-Chef Rick Wagoner vereinbarten bei einem Treffen in Detroit ein entsprechendes Vorgehen.

Sollte die Prüfung positiv ausfallen, werde es neue, konkretere Schritte geben. Dies gaben die Opel-Mutter General Motors, Nissan und Renault in der Nacht zum Samstag (15.7.) bekannt.

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz beurteilte das Gespräch skeptisch. "Auch nach dem Spitzentreffen kann es keine Entwarnung geben", sagte Franz dem Berliner "Tagesspiegel". "Auch wenn es nur eine Allianz gäbe, könnte die Marke Opel unter die Räder kommen." Eine Fusion würde nach seiner Einschätzung massive Proteste auslösen: "Da sind sich die Arbeitnehmer-Vertreter von Opel, Renault und GM einig. Es geht dann ums nackte Überleben."

Ghosn will GM weder führen noch übernehmen

Der Vorschlag einer Allianz zwischen den Autoriesen war vor zwei Wochen von dem US-Multimilliardär Kirk Kerkorian (89) gemacht worden. Kerkorian hält über seine Investmentfirma Tracinda 9,9 Prozent der GM-Aktien und hatte hierfür 1,6 Milliarden Dollar investiert. Kerkorian möchte, dass sich Renault und Nissan mit insgesamt 20 Prozent an GM beteiligen und dafür drei Milliarden Dollar einbringen. Kerkorian gehen die Restrukturierungen bei GM nicht schnell genug. Er hatte Ghosn ins Spiel gebracht.

Ghosn machte vor seinem Treffen mit Wagoner klar, dass er GM weder führen noch übernehmen wolle. Er beharrte jedoch auf einer "großen" Beteiligung von Renault und Nissan an dem wegen seines schwachen Nordamerika-Geschäfts schwer angeschlagenen Branchenprimus GM. Zahlen wurden nicht genannt. Die drei Autohersteller bringen es gemeinsam auf einen weltweiten Absatz von mehr als 15 Millionen Autos und einen Marktanteil von knapp 25 Prozent sowie auf einen Umsatz von rund 327 Milliarden Dollar.

Angstgegner Toyota

Toyota, der Angstgegner aller Autokonzerne, könnte GM möglicherweise bereits 2006 die jahrzehntelange Führung in der Welt-Rangliste abnehmen. Der japanische Autohersteller Nissan liegt unter den Autoherstellern auf Platz fünf und die französische Renault-Gruppe auf dem zwölften Platz. Im Gegensatz zum GM-Konzern, der wegen gigantischer Verluste in Nordamerika 2005 insgesamt 10,6 Milliarden Dollar Verlust erlitten hatte, haben Nissan und Renault unter ihrem als "Super-Carlos" weltweit angesehenen Chef Ghosn im vergangenen Jahr Milliardengewinne eingefahren. Ghosn hatte Nissan zuvor erfolgreich saniert. Renault und Nissan halten gegenseitige große Beteiligungen.

Eine Dreierallianz könnte nach den Vorstellungen von Ghosn bei der Autoentwicklung, beim Einkauf, in der Produktion und bei der Auslastung frei werdender GM-Werke und -Kapazitäten durch Nissan in Nordamerika möglicherweise Milliardeneinsparungen bringen.

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