GM-Chef Wagoner

Import von Opel-Diesel in USA

Foto: GM

General Motors will verstärkt auf Diesel-Modelle von Opel zurückgreifen, um den Trend zu sparsameren Fahrzeugen in den USA befriedigen zu können. Das kündigte General Motors CEO und Chairman Rick Wagoner im Interview mit auto motor und sport an.

Der Konzern will die Diesel-Kompetenz aus Rüsselsheim verstärkt nutzen. "Dadurch, dass wir in Europa eine starke Präsenz von selbst entwickelten und produzierten Dieseln haben, können wir diese auch in Schwesterprodukten in den USA anbieten", so Wagoner. Dabei würden Opel-Dieselmodelle unter dem Logo der Schwestermarke Saturn angeboten. "Das ist der logische Start, denn Saturn ist gegen europäische und asiatische Marken positioniert."

Allerdings erwartet Wagoner zunächst eher überschaubare Stückzahlen. "Wahrscheinlich werden es nicht große Volumen sein. Denn der Diesel ist in den USA vom Image her historisch vorbelastet, der Treibstoff ist nicht wesentlich billiger als Benzin, die Motoren dafür aber wesentlich teurer in der Anschaffung als Benziner." Denkbar sei auch das Angebot von Diesel-Modellen der Konzernmarken Chevrolet, Cadillac und Saab in die USA.

GM setze bei alternativen Antrieben nicht nur auf eine Lösung. Wagoner: "Unsere Vision ist es, die Industrie bei der Entwicklung nach neuen umweltfreundlichen Technologien anzuführen. Denn unser Kunde soll die Freiheit der Wahl haben zwischen der ganzen Bandbreite an realisierbaren Technologien. Unsere Strategie ist es, neue Fahrzeuge zu entwickeln, die sich von mehreren Energiequellen antreiben lassen." Eine besondere Rolle spiele dabei die E-Flex-Technologie. Wagoner: "Unsere Elektrofahrzeuge werden künftig von Strom angetrieben, der auf die verschiedensten Weisen regenerativ erzeugt werden kann. Gleichzeitig kombinieren wir den Elektromotor mit einer zweiten, nahezu beliebigen Antriebsart, um größere Reichweiten stemmen zu können: in den USA haben wir den Chevrolet Volt mit Elektro- und Benzinmotor gezeigt, auf der Schanghai Motor Show eine Variante mit Brennstoffzelle."

Die Hybrid-Kooperation mit BMW und Daimler bezeichnet Wagoner als "sehr fruchtbar. Ende des Jahres werden wir wie geplant den Chevy Tahoe und GMC Yukon mit den Ergebnissen dieser Kooperation auf den Markt bringen. Darüber hinaus diskutieren wir gerade mit unseren deutschen Partnern, in welcher Form wir diese Zusammenarbeit fortführen können." In den kommenden vier Jahren bringe GM "insgesamt 16 neue Hybrid-Modelle in den Markt -  ein neues Angebot jedes Quartal." Zudem soll die Hälfte der GM-Modellpalette bis 2012 "E85-tauglich" sein, sprich mit einem Ethanol-Benzin-Gemisch fahren können.

Auch am Thema Brennstoffzelle arbeitet GM weiter. Wagoner: "Im letzten Quartal geben wir den Startschuss für eine Flotte von deutlich mehr als 100 Fahrzeugen auf Basis des Chevy Equinox, die bis Ende 2008 weltweit in Kundenhand im Einsatz sein soll - um genau zu sein in Berlin, Schanghai und den USA. Das wird die größte Fuelcell-Flotte weltweit sein. Wir halten an unserem Ziel fest, der erste Automobilhersteller zu sein, der weltweit eine Million Autos mit dieser Technologie in den Markt bringt."

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