GM/Chrysler

Die Zeit drängt

Foto: ams online

Die verlustreichen US-Konzerne General Motors (GM) und Chrysler verhandeln einem Zeitungsbericht zufolge unter Hochdruck über eine Fusion möglichst noch vor der US-Präsidentenwahl Anfang November.

Die zwei Hersteller versprächen sich während des Wahlkampfs mehr Unterstützung der beiden Kandidaten für ihre Pläne, berichteten die "Detroit News" am Wochenende unter Berufung auf Insider. Bei einem Zusammenschluss der Opel-Mutter GM mit Chrysler entstünde der nach Absatz weltgrößte Autobauer vor dem japanischen Erzrivalen Toyota.

Beide Seiten hätten sich am Freitag (17.10.) zu weiteren Verhandlungen getroffen, so die Zeitung weiter. GM verbrennt derzeit rund eine Milliarde Dollar pro Monat und musste bereits mehrfach Spekulationen über eine mögliche Insolvenz zurückweisen. Der größte US-Autobauer sei besonders an den Bargeldreserven von Chrysler in Höhe von zuletzt fast zwölf Milliarden Dollar interessiert, hieß es in dem Bericht. Zudem erhoffe sich der Konzern massive Einsparungen.

GM steht wegen drohender neuer Milliardenverluste unter Zeitdruck. In den vergangenen dreieinhalb Jahren summierte sich das Minus bereits auf rund 66 Milliarden Dollar. Der Konzern legt in den nächsten Wochen Quartalszahlen vor.

Einige GM-Manager und viele Analysten bezweifeln bisher den Sinn einer Ehe zweier notleidender Hersteller. Als alternativer Chrysler-Partner ist auch immer wieder der französische Renault-Konzern im Gespräch. Der Chrysler-Mehrheitseigner und Finanzinvestor Cerberus spricht derzeit nach eigenen Angaben mit mehreren möglichen Partnern.

Der deutsche Daimler-Konzern hält noch knapp 20 Prozent an Chrysler und verhandelt gerade über deren Verkauf an Cerberus, der die Mehrheit 2007 von Daimler übernommen hatte.

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