GM

Der Autoriese schrumpft

Foto: General Motors

Üblicherweise sorgt die Bekanntgabe von Stellenabbau und Einsparungen in Milliardenhöhe für Freudensprünge an der Börse. Nicht so im Falle des angeschlagenen Autoriesen General Motors. Am Tag, als GM-Boss Wagoner die Streichung von 30.000 Stellen verkündete, sackte die Aktie weiter ab.

Trotz der massiven Einschnitte bei den Jobs, der angekündigten Schließung von neun Werken in Nordamerika, Produktionskürzungen um eine Million auf 4,2 Millionen Einheiten und einem erwarteten Einsparpotenzial von sieben Milliarden Dollar bereits im nächsten Jahr auf der Produktionsseite, reagierten Finanzanalysten reserviert auf das radikale Sparprogramm, das Rick Wagoner am Montag (21.11.) in Detroit vorstellte. Zwar herrschte weitgehend Einigkeit unter den Marktbeobachtern, dass durch die Maßnahmen eine befürchtete Insolvenz des Autoriesen vorerst vom Tisch sei. Am grundsätzlichen Problem, dass sich die GM-Autos nicht verkaufen, werde aber auch das Sparprogramm nichts ändern, kritisierte ein Analyst von Morgan Stanley.

Marktanteile GM in den USA in Prozent

1996199719981999200020012002200320042005
31,030,728,829,428,328,328,628,327,526,3


Ähnlich beurteilt das deutsche Prognoseinstitut B&D Forecast die Lage. Das Institut rechnet ungeachtet der Sparmaßnahmen mit einem weiter sinkenden Marktanteil von General Motors auf dem heimischen Markt. 2010 wird GM laut dem Institut 360.000 Fahrzeuge weniger verkauft werden als 2005. Damit wären weitere 10.000 der derzeit 181.000 Jobs gefährdet.

Gefährdet ist nach Einschätzung von Marktexperten auch der Konsens-Kurs, den GM mit der Gewerkschaft UAW zur Sanierung der maroden Pensionskassen eingeschlagen hatte. UAW-Chef Ron Gettelfinger hatte nach Bekanntgabe des Sparprogrammes von einem "extrem enttäuschenden und unfairen" Vorgehen der GM-Spitze gesprochen und mit der Aufkündigung jedweder Form von Kooperation gesprochen. Auf die ist GM aber bei der Sanierung der maroden Pensionskassen und bei der Bewältigung der laufenden Insolvenz des Zulieferers Delphi angewiesen.

GM-Europa erwartet 2006 schwarze Null

Keine negativen Auswirkungen für das Europageschäft erwartet der Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Franz. Nach seiner Einschätzung habe GM in Europa das Restrukturierungsprogramm hinter sich, das in Nordamerika jetzt vor dem Konzern liege. Die Hauptlast der Neuausrichtung des Europageschäftes hatte Opel mit einem Abbau von 9.500 von insgesamt 12.000 Arbeitsplätzen getragen, deren Abbau im vergangenen Jahr beschlossen worden war. Franz rechnet aufgrund des bis 2010 gültigen Zukunftsplanes, der parallel zum beschlossenen Stellenabbau ausgehandelt wurde, "auf gar keinen Fall" mit Einschnitten in bestehende Budgets. Dazu gebe es angesichts der inzwischen ordentlich laufenden Geschäfte keinen Anlass. Franz bekräftigte die Erwartung, dass General Motors Europa im Laufe des Geschäftsjahres 2006 eine schwarze Null erreicht."

Die Marktanteile USA in Prozent

1999200020012002200320042005*
GM29,428,328,328,628,327,526,3
Ford24,824,123,121,520,919,618,6
Daimler-Chrysler16,715,714,414,414,114,414,8
Toyota8,79,310,110,411,212,213,2
Honda6,46,77,07,48,18,28,5
Nissan4,04,34,14,44,85,86,4

* Prognose

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