GM/Nissan-Renault

Sparpotenzial von zehn Milliarden

Foto: Nissan

Ob GM-Boss Rick Wagoner bei dem "Nein" sagen kann, was Nissan-Renault Chef Carlos Ghosn im ersten Vieraugen-Gespräch der Auto-Granden seit 14. Juli am Mittwoch (27.9.) in Paris auf den Tisch legen wird? Laut diesen Zahlen birgt eine Allianz der Autokonzerne das gigantische Sparpotenzial von zehn Milliarden Dollar - pro Jahr.

Die Rollen vor den wahrscheinlich entscheidenden Treffen der Bosse und ihre Unterhäuptlinge jetzt in Paris sind klar verteilt. Hier Carlos Ghosn, der den Part des offensiven Werbers für eine möglichst breit angelegte Allianz der Autokonzerne besetzt. Dort Rick Wagoner in der Rolle des Bremsers, der von seinem eigenwilligen Großaktionär Kirk Kerkorian mehr zu den Kooperations-Gesprächen geschoben wurde, denn es ihn dorthin zog.

Diese Rollenverteilung war festgezurrt, seit in den Tagen des tiefsten GM-Finanzdepression im Frühsommer der europäische Konkurrent Nissan-Renault als möglicher Retter des US-Autobauers eben von Kirk Kerkorian auf den Spielplan kam.

Nachdem sich inzwischen die Lage bei GM angesichts ordentlicher Sanierungsfortschritte leicht entspannt hat und Rick Wagoner inzwischen wieder fest im Chef-Sessel sitzt, schien die Dreiwege-Allianz, deren tieferer Sinn von Marktexperten stark in Zweifel gezogen wird, so gut wie tot.

Das Blatt könnte sich nun noch einmal wenden, wenn Carlos Ghosn seinem amerikanischen Kollegen heute im Renault-Hauptquartier die nach zehn wöchiger Prüfung ermittelten Zahlen auf den Tisch legt. Demnach sieht zumindest die Ghosn-Fraktion Sparpotenzial durch eine Allianz in Größenordnung von zehn Milliarden Dollar. Wohlgemerkt pro Jahr. Das bereits nach einer Übergangsphase von fünf Jahren, bis die Entwicklungs- und Produktionsprozesse der beiden Konzerne aufeinander angestimmt sind.

Von GM-Seite aus wollte man die Zahlen im Vorfeld des Treffens nicht kommentieren. Laut US-Medien wurden sie von hochrangigen Managern mit Zurückhaltung aufgenommen. Bislang, so Unternehmenskreise, wisse man nicht, welcher der Konzerne der größte Profiteur der Sparmanahmen werden könne. GM-Oberfinanzer Fritz Henderson räumte aber ein, dass es gerade auf der Entwicklungsseite enormes Sparpotenzial gibt. Henderson, der seitens GM das Team leitet, das die Auswirkungen einer möglichen Allianz untersucht, wird beim Treffen zwischen Ghosn und Wagoner mit am Tisch sitzen.

In Wirtschaftsmedien wird unterdessen heftig darüber spekuliert, ob tatsächlich, wie geplant, am 15. Oktober die Ergebnisse der Allianz-Gespräche verkündet werden. Wenn sich die Amerikaner ihre bisherige Position nicht aufgäben, so ein Renault-Insider, werde Ghosn die Sache beenden.

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