Kommentar zu möglichem Verkauf von Opel an PSA

GM in Europa – aufgeben, abschreiben, abkassieren

Opel Logo Peugeot Foto: Opel / Peugeot 36 Bilder

Der Verkauf von Opel an PSA wäre ein Armutszeugnis für General Motors – der gleichwohl ins Bild passt. GM hat schon bislang gut damit gelebt, Marken einzustampfen, Pleite zu gehen und wenig zur Kompensation eigener Fehler auszugeben.

Über Opel kann man denken wie man will: aber die Autos der Marke wurden in den letzten Jahren besser, zumindest, wenn man die Testergebnisse von auto motor und sport betrachtet. Auch der Absatz wuchs leicht. Nur mit dem Gewinn war's wieder nix. Trotz einer angepeilten schwarzen Null machte Opel 2016 rund 260 Millionen Euro Verlust. Die Gründe sah Opel-Chef Neumann in den Währungsschwankungen in der Folge des Brexits.

Zugegeben, für GM mag das klingen wie die 17. Ausrede nach 17 Jahren Verlust – das letzte Mal Gewinn gemacht hat Opel 1999. Andererseits: Ist GM für Opel nicht mehr als ein Anteilseigner? Und bringt die deutsche Tochter der amerikanischen Mutter nicht andere Gewinne als schwarze Zahlen in der Bilanz? Eine Bilanz, bei der – aus deutscher Sicht – immer Unsicherheit bleibt, was wie verrechnet wird. Oder man geteilter Meinung sein könnte, wie was berechnet werden müsste.

Wie entsteht eigentlich der Opel-Verlust?

So hat Opel beispielsweise Insignia, Cascada, Mokka entwickelt, die als Buick oder Chevrolet Stückzahlen auf Märkten machen, die den Rüsselsheimern verboten sind – von Detroit. Oder Ampera-e: Offiziell haben Opel und GM das E-Auto gemeinsam entwickelt – aber was heißt das? Muss Opel dafür zahlen, dass der Wagen hierzulande als Ampera-e verkauft werden darf (oder muss)?

Egal wie, das Verhältnis zwischen GM und Opel wirkt wenig familiär. Opel/Vauxhall ist gefühlt nicht europäische Tochter, sondern die Sub-Marke für den anspruchsvollsten Automarkt der Welt. Und kriegt’s nicht hin, dort Gewinn zu machen. Muss also aus der ergebnisorientierten Sicht der Amerikaner wenigstens beim Verkauf Gewinn machen. Problem rote Zahlen in Europa gelöst! Langfristige Strategie: keine. Investitionen der letzten Jahre in Opel: abschreiben.

Buick Regal China Foto: Buick
Der Opel Insignia wird in den USA und in China als Buick Regal verkauft.

Opel soll weg, weil GM es nicht hinkriegt

Aber wenn man Opel nur als Vertriebsgesellschaft für die alte Welt betrachtet, heißt das auch: GM kriegt es nicht hin, das Europa-Geschäft profitabel zu gestalten, seit 17 Jahren nicht. Und ist offenbar nicht in der Lage, einen Vorteil aus dem Besitz eines traditionsreichen Autobauers mit gut 7.300 Entwicklungsingenieuren zu ziehen. Oder doch? Vielleicht soll ja gerade das Entwicklungszentrum nicht verkauft werden.

Opel Crossland X Foto: Opel
Der Opel Crossland debütiert in Genf und steht auf einer PSA-Plattform.

Das wenigstens könnte Sinn machen. Ein Kauf von Opel durch PSA nicht: Zwei konkurrierende Volumenhersteller zusammenwerfen, mit weitgehend deckungsgleicher Modellpalette (siehe Bilderstrecke) und ähnlichen Lücken im Portfolio. Wie beispielsweise Elektroautos – den Ampera-e wird GM sicher nicht mitverkaufen. Zudem sind beide nicht vertreten auf dem US-Markt, haben beide eher zuviel als zu wenig Produktionskapazitäten. Mögliche Synergien? Ein Konkurrent weniger für PSA, besserer Zugang zum deutschen Markt für PSA und Arbeitsplatzabbau – bei Opel.

Sinn machen könnte auch eine Kooperation von GM mit Opel und PSA, wie sie mit den Geminschaftsmodellen Crossland und Grandland angedeutet ist. Bei einem solchen größeren Konstrukt könnten die Amerikaner ihr Standbein in Europa behalten, die Franzosen bekämen Zugang zum US-Markt. Aber wer sowas plante, bräuchte Mut und eine langfristige Strategie – und spricht in offiziellen Statements nicht von Verkaufsverhandlungen.

In der Fotoshow sehen Sie, wie die Marken Opel, Citroën, DS und Peugeot jeweils in einzelnen Segmenten aufgestellt sind.

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