GM

Tarifverhandlungen noch ohne Ergebnis

Foto: UAW

Die Verhandlungen über einen neuen vierjährigen Tarifvertrag zwischen General Motors (GM) und der US-Automobilarbeitergewerkschaft UAW (United Auto Workers) sind bislang ohne Ergebnis geblieben. Die UAW und der weltgrößte Autokonzern schwiegen sich am Wochenende über den Stand der Gespräche aus. Zuvor war bis spät in den Samstag verhandelt worden.

Die Gespräche sollten am Sonntag (16.9.) in Detroit fortgesetzt werden, berichtete die "Detroit News" in ihrer Onlineausgabe.

Nach Darstellung der Zeitung waren auch Gewerkschaftspräsident Ron Gettelfinger und GM-Konzernchef Rick Wagoner aktiv an den Diskussionen beteiligt. Durch die Fortführung der Tarifverhandlungen sei die Gefahr eines Streiks für den Augenblick gebannt. Viele der mehr als 70.000 von der Gewerkschaft vertretenen amerikanischen GM-Arbeiter sind aber für den Fall eines Streikaufrufs einsatzbereit. Den letzten GM-Streik hatte es 1998 gegeben.

Der alte vierjährige Tarifvertrag war am am Freitag um Mitternacht ausgelaufen. Die UAW verhandelt seit Monaten mit GM, Ford und Chrysler über neue Tarifverträge. Die Gewerkschaft hatte GM für die Endphase der Gespräche als Verhandlungspartner und als mögliches Streikziel ausgewählt. Ford und Chrysler hatten hingegen eine vorübergehende Verlängerung der Tarifverträge erhalten.

Üblicherweise wird in der US-Autoindustrie ein neues Tarifabkommen mit dem ausgewählten Hauptverhandlungspartner vereinbart. Dies ist jetzt GM. Dieser Tarifvertrag wird dann in der Regel von Ford und Chrysler in fast identischer Form übernommen.

Die Konzernchefs der "Großen Drei" aus Detroit hätten sich am späten Samstag während der Verhandlungen telefonisch verständigt, berichtete das "Wall Street Journal" am Sonntag in seiner Onlineausgabe. Bei der Konferenzschaltung, an der GM-Chef Wagoner, Ford-Chef Alan Mulally sowie die Chrysler-Bosse Robert Narrdelli und Tom LaSorda teilgenommen hätten, sei die Möglichkeit in Erwägung gezogen worden, dass die UAW ihre Aufmerksamkeit einem anderen Unternehmen zuwenden könnte, falls sie bei GM keine Fortschritte erzielen könne.

Krankenversicherungskosten auslagern

Die drei US-Autokonzerne wollen mit dem neuen Tarifvertrag den Arbeitskosten-Abstand von 25 bis 30 Dollar je Stunde zu den US-Autofabriken von Toyota, Honda, Nissan und der anderen ausländischen Autokonzerne reduzieren. Hauptpunkt bei den Tarifverhandlungen sind die explodierenden Krankenversicherungsverpflichtungen für die Betriebsrentner der drei Autokonzerne. Sie belaufen sich auf insgesamt mehr als 90 Milliarden Dollar. GM möchte sie gerne auf einen neuen von der Gewerkschaft verwalteten und von den US-Autoherstellern teilfinanzierten Treuhandfonds "VEBA" (Voluntary Employees’ Beneficiary Association) übertragen. Damit würden die Ansprüche aus den Bilanzen verschwinden. GM, Ford und Chrysler haben wegen der Misere im heimischen Automarkt im vergangenen Jahr insgesamt rund 15 Milliarden Dollar (10,9 Mrd Euro) verloren.

Daneben geht es um niedrigere Löhne für neue Mitarbeiter und die Beibehaltung der hohen Stundenlöhne für die bisherigen Mitarbeiter. Die Gewerkschaft will Arbeitsplätze sichern, nachdem die drei Unternehmen in den vergangenen eineinhalb Jahren zehntausende Stellen abgebaut und zahlreiche Fabriken geschlossen hatten.

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