GM übernimmt Daewoo (update)

General Motors-Chef Rick Wagoner (Foto) bietet für die Zwei-Drittel-Mehrheit des koreanischen Unternehmens rund 400 Millionen Dollar.

General Motors hat sich mit dem angeschlagenen südkoreanischen Hersteller Daewoo weitgehend auf Details der seit langem geplanten Übernahme geeinigt. Am Freitag dieser Woche, wird der US-amerikanische Autohersteller ein Memorandum mit den Haupt-Gläubigern unterzeichnen. Diese haben bis heute zwei Milliarden Dollar (4,23 Milliarden Mark) aufgewendet, um einen endgültigen Bankrott des Autokonzerns abzuwenden. Der koreanische Autohersteller hatte Ende 2000 Verbindlichkeiten in Höhe von umgerechnet weit mehr als 34 Milliarden Mark angehäuft. Nach Informationen aus dem Vorstand um GM-Chef Rick Wagoner (Foto) wird GM mit den Hauptgläubigern ein Gemeinschaftsunternehmen gründen und an dem neuen Joint Venture einen Anteil von 67 Prozent halten. Der Preis für diesen Mehrheitsanteil beläuft sich auf 400 Millionen Dollar (rund 845 Millionen Mark), darin enthalten die beiden modernsten Daewoo-Produktionsstätten in Changwon und Kunsan. Die Gläubiger des überschuldeten Daewoo Motor werden 197 Millionen Dollar in bar für den restlichen Anteil von 33 Prozent einzahlen. Zusätzlich erhalten die Kreditgeber Vorzugsaktien des neu zu gründenden Unternehmens zum Nennwert von 1,2 Milliarden Dollar.

Die neue Gesellschaft werde auch 22 Verkaufs-Niederlassungen Daewoos im Ausland zusammen mit den Produktionsanlagen in Ägypten und Vietnam einbeziehen. Die Unterzeichnung eines definitiven Kaufvertrags erwarteten beide Seiten bis zum Jahresende.
Das GM-Angebot, mit dem sich die Amerikaner einen Zugang zum bislang abgeschotteten koreanischen Fahrzeugmarkt verschaffen wollen, beträgt damit weniger als ein Fünftel dessen, was der GM-Konkurrent Ford ursprünglich für Daewoo geboten hatte. Ford hatte sein unverbindliches Angebot im vergangenen Jahr wieder zurückgezogen.
Die Haupt-Gläubiger, die sich unter Führung der staatlichen Korean Development Bank seit Mitte 1999 um einen Käufer für den zweitgrößten koreanischen Automobilkonzern bemühten, werden das älteste Daewoo-Werk Pupyong behalten. GM verpflichtet sich jedoch, zunächst für sechs Jahre die jährlich produzierten 200.000 Modelle aus der dortigen Produktion abzunehmen und zu vermarkten und erst danach endgültig über das Weiterbestehen der Fabrik zu entscheiden. Dieser Punkt sei sowohl der südkoreanischen Regierung als auch den Gläubigern während der Verhandlungen besonders wichtig gewesen. Im Falle einer Schließung des 30 Jahre alten Werkes Pupyong befürchteten sie erneute gewalttätige Proteste der Gewerkschaften, die schon im letzten Winter international für Aufsehen gesorgt hatten. Eine Arbeitsplatz-Garantie wird GM jedoch nicht geben.

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