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Um zwei Milliarden verschätzt

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Update ++ Der angeschlagene US-Autobauer General Motors (GM) hat im vergangenen Jahr einen noch deutlich höheren Verlust eingefahren als ursprünglich angegeben.

Der Fehlbetrag falle mit 10,6 Milliarden US-Dollar um zwei Milliarden Dollar höher aus als bislang angekündigt, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Freitag (17.3.) in Detroit mit. Ursache seien unter anderem höhere Belastungen durch den Insolvenzantrag des Autozulieferers Delphi und Umstrukturierungskosten. Der Verlust pro Aktie erreichte für das vergangene Jahr 18,69 Dollar statt der vorher angegebenen 15,13 Dollar.

GM verschiebt auch die Einreichung seines Jahresabschlusses bei der amerikanischen Wertpapier- und Börsenbehörde SEC um etwa zwei Wochen und hat seine Bilanzen rückwirkend von 2004 bis 2000 revidiert.

Damit verstärkt sich der Druck auf GM-Konzernchef Rick Wagoner enorm, der mit gewaltigen Verlusten im nordamerikanischen Autogeschäft, höheren Milliardenkosten für die ehemalige GM-Teilesparte Delphi und den fehlerhaften Bilanzierungen in den Vorjahren zu kämpfen hat.

GM will bis 2008 im Zuge einer umfassenden Restrukturierung ein Dutzend nordamerikanischer Auto- und Zubehörwerke schließen und 30.000 Stellen abbauen. Die Restrukturierungskosten für 2005 wurden jetzt von 1,3 auf 1,7 Milliarden Dollar erhöht. GM verhandelt mit den Gewerkschaften über Frühpensionierungs- und andere Programme, um mehr Arbeiter zum Ausscheiden zu bewegen. Tausende GM-Arbeiter werden voll bezahlt, obwohl die Werke geschlossen wurden, in denen sie gearbeitet hatten.

Der größte US-Autoteilehersteller Delphi hatte im vergangenen Jahr ein Insolvenzverfahren eingeleitet. GM verhandelt zur Zeit mit Delphi und den Gewerkschaften über die Höhe der GM-Verpflichtungen gegenüber ehemaligen Arbeitern. Delphi war 1999 abgetrennt und verselbstständigt worden war. GM bezifferte die Leistungsgarantien an Delphi-Arbeiter auf 3,6 Milliarden Dollar nach Steuern gegenüber einer bisherigen Schätzung von 2,3 Milliarden Dollar. Die
Gesamtkosten für die Garantievereinbarungen lägen bei 5,5 bis zwölf Milliarden Dollar vor Steuern. GM geht im Falle einer Vereinbarung mit Delphi und den Gewerkschaften eher von einer Zahl am unteren Ende dieses Bereichs aus.

GM verbuchte bei seinen neuen Ergebnissen für 2005 eine Sonderbelastung von 439 Millionen Dollar nach Steuern für die kommerzielle Finanzsparte der GM-Finanztochter GMAC.

Die rückwirkenden Revisionen für die Geschäftsergebnisse von 2000 bis 2004 wurden auf fehlerhafte Bilanzierungen zurückgeführt. Es wird eine Gewinnsteigerung von 20 Millionen Dollar für 2000 und von 78 Millionen Dollar für 2001, eine Reduzierung des Gewinns für 2002 um 81 Millionen Dollar, eine Gewinnsteigerung von 64 Millionen Dollar für 2003 und eine Anhebung des Gewinns von 10,0 Millionen Dollar für 2004 erwartet. GM wird auch von der SEC untersucht.

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