GM verdient glänzend

General Motors mit Milliardengewinn

GM Logo Foto: dpa

General Motors empfiehlt sich mit einem Milliardengewinn für die Rückkehr an die Börse. Im dritten Quartal verdiente der größte US-Autobauer 1,9 bis 2,1 Milliarden Dollar (um die 1,4 Milliarden Euro).

Der Umsatz liegt nach vorläufigen Kalkulationen bei rund 34 Milliarden Dollar. "Wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten, die das Unternehmen macht", sagte Finanzchef Chris Liddell am Mittwoch (3.11.) in Detroit.

Von der Insolvenz zum Milliardengewinn

Vor gut einem Jahr stand GM noch am Abgrund, der Staat musste eingreifen. Jetzt steht die Rückkehr aufs Parkett an. Insgesamt will der Konzern dabei in einem ersten Schritt Aktien für um die 13 Milliarden Dollar unter die Anleger bringen. Das Geld kommt zum größten Teil dem US-Steuerzahler zugute, der GM mit 50 Milliarden Dollar gerettet hatte. Nur ein kleiner Teil geht an GM selbst, etwa für die Entwicklung neuer Autos.
 
Der Vergleich mit den Zahlen aus dem Vorjahresquartal macht deutlich, wie sich GM gewandelt hat: Damals lag der Umsatz bei lediglich 25,1 Milliarden Dollar. Das Unternehmen schrieb einen Verlust von 908 Millionen Dollar. Allerdings war das Quartal auch kürzer: GM war erst am 10. Juli der Insolvenz entkommen. Eine jahrelange verfehlte Modellpolitik, überbordende Personalkosten und der Absatzeinbruch in der Wirtschaftskrise hatten in die Katastrophe geführt.
 
Nach den massiven Verlusten der Vorjahre konnte die Konzernführung das Steuer in diesem Jahr herumreißen. In den ersten neun Monaten verdiente GM unterm Strich gute vier Milliarden Dollar. Auch für das Schlussquartal versprach GM, operativ Geld zu erwirtschaften. Allerdings warnte das Management vor übertriebenen Erwartungen. So werden die Kosten für die Markteinführung neuer Modelle wie dem Elektroauto Volt am Gewinn knabbern.

GM-US-Absatz legt zu

Auf der Verkaufsseite hält der gute Lauf dagegen an. Im Oktober wurde GM im wichtigen Heimatmarkt 183.400 Autos los. Die vier verbliebenen US-Marken Chevrolet, Buick, GM und Chevrolet konnten ihren Absatz um 13 Prozent steigern. Auch die immer bedeutender werdenden asiatischen Märkte boomen. Dagegen musste die deutsche Tochter Opel nach dem Auslaufen der Abwrackprämie herbe Einbußen hinnehmen.
 
Der Zeitpunkt für den Börsengang scheint somit gut gewählt. GM bietet auf Rechnung seiner Eigentümer 365 Millionen Stammaktien zu einem Stückpreis von 26 bis 29 Dollar an, wie das Unternehmen nun offiziell machte. Ist die Nachfrage groß genug, sollen weitere knapp 55 Millionen Stammaktien auf den Markt geworfen werden. Hinzu kommen Vorzugsaktien, deren Einnahmen GM selbst zufließen. Nach drei Jahren sollen sie in Stammaktien umgewandelt werden.

Geld aus Börsengang soll an US-Regierung gehen

Den Großteil des Geldes werden die USA einstreichen. Die Rede ist von rund 7 Milliarden Dollar. Die US-Autogewerkschaft UAW darf sich auf um die 2 Milliarden Dollar freuen. Sie hatte Anteile im Gegenzug für Zugeständnisse bei den Personalkosten erhalten. Der kanadische Steuerzahler, der GM ebenfalls mit einer Finanzspitze geholfen hatte, kann mit einer knappen Milliarde Dollar rechnen.
 
Momentan halten die USA knapp 61 Prozent der Anteile. Durch den Börsengang wird das Paket deutlich unter die markante Marke von 50 Prozent sinken. Erste Details des Börsengangs waren bereits zu Wochenbeginn durchgesickert. Demnach ist als erster Handelstag der 18. November angedacht. Am 10. November wird GM die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal verkünden. Dann steht auch die Konzernführung Rede und Antwort.

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