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GM-Vize Henderson

Deutsche Werke sicher

Foto: GM 45 Bilder

General Motors plant keine Werksschließungen in Deutschland als Reaktion auf die Finanzkrise und Absatzflaute. Gerade die deutschen Werke seien zwar teuer, aber ausgesprochen effizient und lieferten hohe Qualität, sagte GM-Vize Fritz Henderson gegenüber auto motor und sport.

18.10.2008 Harald Hamprecht

"Deutschland ist ein Land mit hohen Kosten, wie die USA." Allerdings verfügten sie über eine sehr hohe Produktivität. "Und wir haben keine anderen Pläne, als diese Werke noch produktiver zu machen." Gleichwohl sei dies keine Garantie für alle Zeiten: "Nur der Kunde sichert Werke. Wenn die Nachfrage weiter sinkt, werden wir weitere Anpassung bei Belegschaft und Fertigungskapazität vornehmen müssen. Derzeit sind wir aber in einer vernünftigen Verfassung."

Keine Werksschließungen in Deutschland

Henderson lobt ausdrücklich die Effizienz und Qualität der deutschen Standorte. "Wenn der Insignia so gut läuft, wie wir es erwarten, dann wird das Stammwerk Rüsselsheim so produktiv sein wie seit der Modernisierung nicht." Opel hatte 2002 rund 750 Millionen Euro in eine umfassende Modernisierung investiert. Lob auch für das Werk Bochum, für das die größte Gefahr einer Schließung bestand. "Bochum hat sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Die Mannschaft ist gemessen an Produktivität und Qualität sehr gut." Der Forderung von Betriebsratschef Klaus Franz, das Corsa-Werk in Eisenach um ein Presswerk zu erweitern, erteilte Henderson eine Absage. "Eisenach erledigt einen guten Job. Wir werden - angesichts der Kapitalsituation - nicht in ein Presswerk investieren." Für das Komponentenwerk Kaiserslautern habe Henderson "immer die größten Bedenken" gehabt. "Heute haben wir zumindest eine Vision, wie es produktiv werden kann." Entgegen anders lautender Spekulationen wird der Opel-Standort Rüsselsheim die weltweite Verantwortung für die Entwicklung von GM-Kompakt- und Mittelklassemodellen behalten: "Wir wollen das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim weiter voll auslasten. Nur weil die US-Konsumenten zunehmend zu kleineren Autos tendieren, werden wir keine Verantwortlichkeiten von Deutschland in die USA verlagern", sagt GM-Vize Henderson.


Mehr Astra aus England

GMs größte Sorge in Europa sei das britische Pfund, das "in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als zehn Prozent nachgegeben hat. Das ist nichts anderes als eine Preisreduzierung von mehr als zehn Prozent." Sollte die Schwäche andauern, werde GM mehr Kapazität in die Werke Ellesmere Port (Astra) und Luton (Vivaro) verschieben. Henderson äußerte sich aber nicht dazu, aus welchem Werk er Astra-Produktion abziehen würde. Weitere Opel Astra-Werke sind Bochum und das belgische Antwerpen.

Henderson hofft, dass der dramatische Absatzeinbruch im September in den USA der Tiefpunkt gewesen ist. "Dieser September war der schwächste Monat seit 1983", so Henderson. "Aber ich denke, dass alle Faktoren, die das Konsumverhalten beeinflussen, inzwischen eingetreten sind. Wir könnten die Talsohle erreicht haben", hofft der GM-Vize. "In Bezug auf GM ist die Nachfrage nach Pickups im August und September wieder angezogen. Ich will nicht sagen, dass dies den Wendepunkt anzeigt. Aber der Ölpreis ist nach unten gegangen, die Verbraucher kaufen wieder Pickups. Und das hilft uns. Ich bin optimistisch, was unsere künftigen Produkte angeht, aber der Markt muss sich stabilisieren."

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