GM-Wagoner

Druck auf Regierung

Foto: GM

Die Bosse der US-Autoindustrie machen Druck auf die Regierung. Nach Mark Fields (Ford) hat nun GM-Präsident Rick Wagoner nachgelegt. Er wirft der Regierung vor, mit ihrer Ignoranz gegenüber der Pensionskosten-Problematik industrielle Arbeitsplätze aus dem Land zu treiben.

Rick Wagoner nutzte den Großauflauf der amerikanischen Automobilindustrie in Traverse City für eine Frontal-Attacke auf die amerikanische Politik. Vor allem in der heftig diskutierten Frage der Pensions- und Gesundheitslasten warf der Boss des weltgrößten Autobauers GM der Bush-Regierung Tatenlosigkeit vor.

General Motors gibt derzeit jährlich 5,3 Milliarden Dollar für Alters- und Gesundheitsvorsorge aus. Bis 2009 werden die Kosten auf geschätzte 7,4 Milliarden Dollar explodieren. Insgesamt müssen die "Big 3", GM, Ford und Chrysler, in diesem Jahr zehn Milliarden Dollar für Alters- und Gesundheitsvorsorge aufbringen. Die enormen Lasten aus diesem Bereich sind einer Hauptgründe für die schwere Wirtschaftskrise, in der die US-Autoindustrie steckt. Im Gegensatz zu Europa und Asien, tragen in den USA Arbeitgeber und Arbeitnehmer die kompletten Lasten bei der Alters- und Gesundheitsvorsorge. Wagoner und andere Autobosse sehen darin einen erheblichen Kostennachteil für die US-Autoindustrie.

Mit ihrem Drängen auf staatliche Entlastung haben sie bislang im politischen Lager auf Granit gebissen. Zwei anberaumte Krisengipfel mit George Bush wurden verschoben, von einem Termin im Kongress im vergangenen Monat kam Wagoner total desillusioniert zurück, wie er bei seinem Auftritt jetzt gestand: "Sie haben uns mit unseren Reformideen komplett abblitzen lassen."

Ein weiteres Feld politischer Tatenlosigkeit hat Wagoner im Bereich der Energiepolitik ausgemacht. Hier vermissen er aber auch Vertreter von Ford und Toyota verlässliche Rahmenbedingungen der Bush-Regierung. Wagoners Warnung fiel entsprechend deutlich aus: Mit der politischen Tatenlosigkeit in den wichtigen Feldern Energiepolitik und Gesundheitsvorsorge würde man "industrielle Arbeitsplätze aus dem Land treiben"

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