Große Heckflügel, krasse Spoilerlippen

Die Aerodynamik-Auswüchse an Sportwagen

Porsche 911 GT3 Mitfahrt Jens Dralle Foto: Wolfgang Groeger-Meier 49 Bilder

Aus dem Motorsport sind Heckflügel nicht wegzudenken. Auch diverse Sportwagen tragen im Abtriebsspender, die oben und unten umströmt werden. Manche feststehend, andere ausfahrbar. Wir zeigen Ihnen eine große Auswahl an imposanten Aufbauten.

Den Motorsport eroberte der Heckflügel 1966 mit dem Chaparral 2E für die CanAm-Serie. Zwei Jahre später überflutete der Abtriebsspender auch die Formel 1. Ferrari montierte zuerst einen freistehenden Heckflügel am 312 V12. Die anderen zogen sofort nach, weil sie erkannten, dass die Flügel ein nervöses Heck besser zähmten. 1967 hatte Lotus bereits mit kleineren Spoilern am Typ 49 experimentiert. Das waren aber eher Stummel als freistehende Elemente.

Ausfahrbare Heckflügel im Trend

Bis heute werden Flügel flächendeckend im Motorsport genutzt. Auch Straßensportwagen tragen sie. Nicht alle, aber viele. Zum Beispiel der Porsche 911 GT3 auf dessen Heckflügel drei Pizzaschachteln passen. Oder der BMW M4 GTS mit seiner großen Theke. Wer würde darauf nicht gerne mal ein paar Pommes verdrücken?

Der Heckflügel des M4 GTS ist dreifach verstellbar. Im öffentlichen Straßenverkehr darf das Luftleitwerk nur in der flachsten Anstellungsposition gefahren werden. Für die ausfahrbare Frontlippe gilt dasselbe. Man muss sie einziehen, ehe das 500 PS starke Sondermodell auf die Straße losgelassen werden darf. Trotzdem: Achtung vor jedem Randstein, sonst schürft sich der Sportler die Lippe auf. Im Straßen-Setup hat der M4 GTS bei 200 km/h zwei Kilo Abtrieb an der Vorderachse. Hinten sind es vier Kilogramm. Spoilerlippe und Flügel tragen ihren Teil bei.

BMW M4 GTS, Heckflügel Foto: Hans-Dieter Seufert
Einstellbarer Heckflügel des BMW M4 GTS.

Ästeten und den meisten Designern waren Flügel auf Straßensportwagen schon immer suspekt. Weil sie die Optik stark beeinflussen. Manche würden sagen verschändeln. Inzwischen liegen ausfahrbare Heckflügel im Trend. Der Ford GT klappt seinen bei rund 145 km/h aus und winkelt ihn beim Bremsen aus hohen Geschwindigkeiten an. Dann dient der Flügel als Luftbremse. Die Airbrake kennen wir auch von McLaren. Oder am Bugatti Chiron. Der Ausklappspoiler des Übersportwagens nimmt ein Drittel mehr Fläche als noch beim Veyron ein, und spendet Unmassen Abtrieb. Ab Tempo 180 stellt er sich beim Bremsen um 49 Grad auf, unterstützt als Airbrake, so dass da maximal 2g Verzögerung zusammenkommen.

Honda Civic Type R mit prominentem Flügelwerk

Selbst Kompaktsportwagen tragen Flügel. Das prominenteste Beispiel ist wohl der Honda Civic Type R. Oder der Ford Focus RS. Einen besonderen Trick hat sich Lamborghini ausgedacht. Die Italiener übernehmen das Prinzip des Torque Vectoring und übertragen es auf den Heckflügel des Huracán Performante. Auf der Heckklappe wird Luft eingesammelt, die in den Flügel geleitet und auf der Unterseite ausgeblasen wird. In Kurven öffnet der Performante die jeweils kurvenäußere Heckklappe, zieht den Lambo in die Ecken und stabilisiert das Heck. Diesen Effekt nennt Lamborghini dann Aero Vectoring.

Wenn keine Skulptur den Heckdeckel schmückt, gibt es ja noch den Tuner, der aber auch bestehende Elemente gerne aufreizend vergrößert. Kennen Sie schon den Porsche 911 Gemballa Avalanche mit zweistöckigem Monster-Tresen? Den getunten Elfer und eine große Auswahl an Heckflügeln und Spoilerlippen finden Sie in unserer Fotoshow.

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