Gumpert mit Neustart

Glickenhaus baut neuen Apollo

Apollo Automobil GmbH - Arrow- Genfer Autosalon 2016 Foto: Guido ten Brink/SB-Medien 20 Bilder

Die deutsche Sportwagenmanufaktur Gumpert hat seit 2014 einen neuen Besitzer. Unter dem chinesischen Konsortium Ideal Team Venture soll ein neuer Apollo aufgebaut werden. Neuer Entwicklungspartner ist die Scuderia Cameron Glickenhaus.

Der deutsche Sportwagenbauer Gumpert ist mit dem chinesischen Konsortium Ideal Team Venture in die neue Apollo Automobil Ltd. überführt worden. Ideal Team Venture hatte bereits in der ersten Jahreshälfte 2015 für Schlagzeilen gesorgt, als man den italienischen Sportwagenbauer de Tomaso aufgekauft hatte. Auf dem Genfer Autosalon 2016 wurde zudem eine erste Version des neuen Apollo präsentiert.

Foto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink
Der neue Apollo soll auf dem SCG003 aufbauen.

Apollo Arrow mit 1.000 PS

Unter dem Codenamen „Arrow“ (Pfeil) hatte Ideal Team Venture einen neuen Apollo aufbauen lassen. Zur Erinnerung: Der Gumpert Apollo wurde von 2005 bis 2013 produziert und wird von einem 4,2-Liter-V8-Turbo angetrieben. Im Supertest von sport auto (Ausgabe 11/2009) umrundete die 700-PS-Version die Nürburgring-Nordschleife in 7:24 Minuten (Artikel). Bis heute hat nur der Porsche 918 Spyder diese Marke unterboten.

Der Neue streckt sich auf 4,98 Meter in die Länge, ist 1,99 Meter breit und 1,22 Meter hoch. Das Trockengewicht liegt bei 1.300 kg. Das Rückgrat des Arrow bilden ein stählerner Gitterrohrrahmen mit einer Fahrgastzelle aus Kevlar-Carbon. Hinter den beiden Passagieren macht sich ein Vierliter-V8-Biturbomotor mit Trockensumpfschmierung breit, der es auf 1.000 PS und 1.000 Nm Drehmoment bringen soll. Gangwechsel obliegen einer sequenziellen 7-Gang-Schaltung. Die Traktion optimiert ein Sperrdifferenzial an der Hinterachse, optional gibt es eine Launchcontrol.

Den Spurt von Null auf 100 km/h soll der Arrow in 2,9 Sekunden absolvieren, die 200 km/h-Marke wird nach 8,8 Sekunden geknackt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 360 km/h.

Das in Zug- und Druckstufe einstellbare Pushrod-Fahrwerk lässt sich auch in der Höhe einstellen. Ein zusätzliches Liftsystem hilft beim Überwinden von kleineren Hindernissen. Die Stopper kommen von AP Racing und warten mit Sechskolbenzangen und rundum 378er Scheiben auf. Den Fahrbahnkontakt halten vorne 20-Zoll-Felgen mit 265/35er Pneus. Hinten drehen sich 21 Zöller mit 325/30er Reifen.

Beim Design setzt der Apollo Arrow auf maximalen Abtrieb. Dazu trägt die zerklüftete Kohlefaserkarosserie viele Durchbrüche, Luftleitelemente und am Heck einen großen feststehenden Spoiler sowie einen mächtigen Diffusor.

Neuer Apollo auf SCG003C-Basis

Apollo Intensa Emozione
Supersportwagen für die Piste 41 Sek.

Für die Serienentwicklung des neuen Apollo wurden jetzt allerdings die Weichen neu gestellt. Als Entwicklungspartner wurden die Scuderia Cameron Glickenhaus (SCG) und der italienische Kleinserienhersteller Manifattura Automobili Torino (MAT) gewonnen. Im ersten Schritt überarbeitete man das Design des Arrow komplett. Zudem wurde der Antrieb für die Track-Version, die unter dem Namen „Emozione“ läuft, auf einen frei saugenden V12-Motor umgestellt. Präsentiert werden soll der „Emozione“ 2017 auf der IAA.

Die Apollo Arrow ‘S’ getaufte Straßenversion wird auf einen V8-Biturbo setzen. Beide Modelle bauen dabei auf dem Carbonchassis des SCG003C auf. Gebaut werden sollen die Apollo-Modelle bei MAT in Italien, wo auch die SCG003C-Fahrzeuge gefertigt werden.

Gescheiterte Combackversuche

Die Wiederbelebung des Apollo besiegelt wohl das endgültige Ende des Expolsion. Der Sportwagen mit Zweiliter-Vierzylinder und 420 PS debütierte in Genf 2014. Er sollte gewissermaßen der Sportwagen für Gumperts Comeback werden, nachdem das Unternehmen im Sommer 2013 Insolvenz anmeldete. Zur Serienfertigung kam es allerdings nie. Zwischendurch machten auch Gerüchte die Runde, dass Gumpert die Studie Tornante auf den Markt bringen könnte. Wieder eine Niete. Jetzt soll es mit dem Neuanfang aber klappen. Firmengründer Roland Gumpert wird allerdings nicht mehr mit von der Partie sein. Er hat das Unternehmen mittlerweile verlassen.

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