Lewis Hamilton Vegan Cockpit Mercedes Hersteller / Motorsport Images / ams
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Tesla Model Y Konfigurator 2019
11/2018 Audi E-Tron GT Concept 10 Bilder

Hamilton ruft bei Mercedes an

Mercedes soll auf Leder verzichten

F1-Star Lewis Hamilton hat bei Mercedes angerufen und um vegane Innenräume gebeten. Der Autobauer solle nach Möglichkeit auf die Verwendung von Leder verzichten.

Schon seit 2017 ist Lewis Hamilton ein aktiver Verfechter des veganen Lebensstils. Nun sieht er in dieser Hinsicht auch bei seinem Arbeitgeber Mercedes noch Potential. In einem Telefonat mit CEO Ola Källenius soll der Rennfahrer angeregt haben, tierisches Leder komplett aus den Fahrzeugen zu verbannen, wie Hamilton gegenüber dem Magazin „The Edge“ äußerte.

Tatsächlich gibt es bereits mehrere Hersteller, die zumindest eine vegane Ausstattungsoption anbieten. Bei BMW heißt die Kunstleder-Ausführung „Sensatec“ und kann sowohl auf Sitzen als auch auf dem Armaturenbrett zum Einsatz kommen. Genau hier muss man übrigens auch unterscheiden. Unterhalb der Mittelklasse wird ja per se häufig auf den Einsatz von Leder verzichtet. Hier geht es aber vielmehr um Produkte, die Leder imitieren, ohne dass dafür ein Tier seine Haut lassen musste. Ein Auto ohne Leder zu finden, wird in den oberen Klassen viel schwerer, als Sie jetzt vielleicht glauben. Denn es geht nicht nur um die Sitze – meist ist ein Leder-Lenkrad schon Standard, oder der Schalthebel ist entsprechend überzogen.

Damit hatte auch Elektro-Pionier Tesla zu kämpfen. Komplett vegane Modelle hatte Musk bereits vor vier Jahren versprochen. Auf die Lederausstattung als Option zu verzichten, ist da noch vergleichsweise einfach. Doch es fehlte am passenden Material für den Lenkrad-Bezug. Im August twitterte der Tesla-Chef schließlich, dass die Lösung nun gefunden sei. Der Leder-Ersatz nennt sich Tesla Synthetic Material und basiert laut Patent auf Wolle. Inwiefern diese nun vollumfänglich vegan ist, wird auch in der Szene noch heiß diskutiert.

Der Audi E-Tron GT ist aktuell noch kein Serienmodell, doch bereits bei der Vorstellung des Concept Cars wiesen die Ingolstädter darauf hin, dass der Innenraum dank synthetischem Leder komplett vegan sein soll. Für Armauflagen und Mittelkonsole sind zudem textile Bespannungen aus Recycling-Fasern vorgesehen. Selbst die Bodenteppiche werden aus gebrauchten Fischernetzen gefertigt – was die Tierwelt ja quasi gleich zweimal schützt. Um beim Konzern zu bleiben – einen VW Golf können Sie theoretisch auch ohne Leder bestellen. Allerdings nur in der Basisversion „Trendline“ und für die erwärmen sich nicht allzu viele Kunden. Doch auch die Wolfsburger blicken nach vorne. So trägt das Concept Car ID. Roomzz im Innenraum veganes Apfelleder.

Lederfrei Innenraum Porsche Taycan
Screenshot / Porsche
Die kostenlose lederfreie Ausstattung des Porsche Taycan besteht aus einem Alcantara-ähnlichen Material namens Race Tex.

Zu Anspruch und Image der Elektromobilität passt dieser Ansatz gut. Das hat auch Sportwagenhersteller Porsche erkannt, und bietet für den E-Sportwagen Taycan die kostenlose Option „Lederfreie Ausstattung“ an. Dabei handelt es sich um ein Mikrofasermaterial namens Race-Tex, das in seiner Beschaffenheit dem bekannten Alcantara ziemlich nahe kommt. Sogar an das Lenkrad haben die Zuffenhausener gedacht. Drei Farben und eine Bi-Color-Ausführung sind stehen im Katalog.

Das Thema ist bei den Autoherstellern jedenfalls angekommen, das zeigen allein schon die Concept Cars der letzten zwei Jahre. Auch in Skodas Vision RS wurde Leder imitiert. Hier durch Fasern, die aus Ananasblättern bestehen und in ihrer Haptik schon sehr nahe am konventionellen Leder sind. Daneben findet sich auch hier im Innenraum wieder recyceltes Polyester-Garn, ähnlich der ausrangierten Fischernetze.

Skoda Vision RS 2018
Skoda
Die Fußmatten des Skoda Vision RS sind aus bearbeiteten Ananasblättern und ahmen eine Karbon-Struktur nach.

Um nun auf die Forderung von Lewis Hamilton an Mercedes zurück zu kommen: Die A-, B- und C-Klasse lassen sich bereits jetzt komplett lederfrei bestellen. Die Nachbildung nennt sich bei Daimler „Artico“ und wird ebenfalls mit einem Mikrofaserstoff kombiniert, der sich „Dinamica“ nennt. Verarbeitet wird darin wiederverwendetes Polyester und wasserbasiertes Polyurethan. Auch bei anderen Modellreihen bietet der Hersteller Alternativen zu Leder an. Doch wie in den oberen Klassen häufig der Fall, müssen einzelne Ausstattungsteile (ja, zum Beispiel wieder das Lenkrad) relativ aufwändig über ein gesondertes Exklusiv-Programm konfiguriert werden.

Fazit

Wer sich aktuell die vegane Medaille umhängt, macht sich vielseitig angreifbar. Kritiker hauen dann gerne auf jedes emittierte Gramm CO2 ein, das sie finden können. In der Tat ist nur schwer überschaubar, wie umweltfreundlich die Produktion synthetischer Stoffe am Ende ist. Doch dass es für die CO2-Bilanz kaum ein übleres Kaliber als die Industrielle Viehzucht gibt, ist auch klar. Insofern ist die Wende zum veganen Innenraum durchaus ein Schritt in die richtige Richtung.

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