Hartz

Bewährung möglich

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Der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz muss wegender Affäre um Schmiergelder und Lustreisen womöglich nicht ins Gefängnis. Strafmildernd wirkt sich aus, dass Hartz ein Geständnis abgelegt hat.

Von diesem Mittwoch an steht der 65-Jährige in Braunschweig wegen Untreue in 44 Fällen vor Gericht. Für den Prozess sind nur zwei Verhandlungstage angesetzt. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte am Samstag (13.1.), "die Behörde wird bis zum Beginn der Verhandlung keine Stellungnahme mehr abgeben." Die Zeitung "Die Welt" berichtete mit Bezug auf Justizkreise, Hartz komme wahrscheinlich mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren auf Bewährung davon.

Der damalige VW-Topmanager soll Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert Jahre lang insgesamt fast zwei Millionen Euro "Sonderbonuszahlungen" zugeschanzt haben. Zudem geht es um Vergnügungsreisen, Bordellbesuche und Sexpartys auf Firmenkosten.

Laut Nachrichtenmagazin "Focus" habe Volkert die Begünstigungen selbst gefordert. Nach dem Protokoll der Wirtschaftsprüfer von KPMG, die für VW die Affäre durchleuchteten, soll Hartz erklärt haben: "Herr Volkert kam in den Genuss von Vertrauensspesen, nachdem er wiederholt darum gebeten hatte. Die Begründung war, dass er auf Augenhöhe des Vorstandes zu agieren habe." Über die so genannten Vertrauensspesen seien Jahre lang Volkerts Lustreisen und Bordellbesuche heimlich abgerechnet worden. Volkert hatte den Vorwurf zurückgewiesen, er habe die Sonderleistungen von VW gefordert.

Wie dem "Focus" zufolge aus der internen Hartz-Befragung durch die KPMG-Prüfer zu erfahren ist, setzte Volkert auch durch, "dass er seine Spesen nicht mehr gegenzeichnen lassen musste". Laut Hartz stimmte auch der damalige Vorstandsvorsitzende und heutige Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch den Vertrauensspesen zu: "Es bestand Einigkeit zwischen Herrn Piech und mir, dass Herr Volkert behandelt wird wie ein Top-Manager." Piech hatte in seiner Zeugenvernehmung bei der Staatsanwaltschaft erklärt, er habe von dem Spesenmissbrauch nichts gewusst.

Im Prozess verzichtet die Staatsanwaltschaft wegen des Geständnisses von Hartz darauf, Zeugen zu vernehmen. Bei einem Urteil wegen Untreue wird eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren verhängt, in besonders schweren Fällen sind bis zu zehn Jahren möglich.

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