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ix35-Fuel-Cell-Nachfolger: Hyundai Nexo FCEV

Das ist der neue Brennstoffzellen-SUV aus Korea

Hyundai Nexo Foto: Hyundai 39 Bilder
CES 2018

Auf der CES in Las Vegas zeigt Hyundai das neue Brennstoffzellen-SUV Nexo. Der Wagen kann alles besser als sein Vorgänger ix35 Fuel Cell. Hier alle bisher bekannten Infos sowie eine erste Sitzprobe.

10.01.2018 Uli Baumann, Gregor Hebermehl 4 Kommentare

Nexo nennt sich das neue Brennstoffzellen-SUV von Hyundai. Der Nachfolger des ix35 SUV ist mit neuen ADAS-Technologien (Advanced Driver Assistance System) ausgerüstet. Damit hat der Wagen laut Hersteller einen deutlich erweiterten Umfang an autonomen Fähigkeiten. Außerdem zeigen die Koreaner eine neue Fahrersicht aus dem Intelligent Personal Cockpit, das auch über KI-Spracherkennung verfügt. Der Fahrersitz prüft zudem die Vitalität des Fahrers und sorgt angeblich für das persönliche Wohlbefinden.

Auf dem Genfer Autosalon zu Jahresbeginn 2017 hatte Hyundai mit der Studie Hyundai FE (Future Eco) Fuel Cell Concept bereits einen Ausblick auf den nächsten Brennstoffzellen-SUV gegeben. Im August hatten die Koreaner nochmal nachgelegt und in Korea das Hyundai Next Generation FCEV-Modell gezeigt – nun ist das Serienmodell da.

Trapezgrill mit Wellenmuster

Das Gesicht des Nexo formen ein trapezförmiger Kühlergrill mit Querlamellen und wellenförmigen Einlagen, ultraflache LED-Scheinwerfer, die mit einem Lichtband verbunden sind, sowie eine Schürze mit angedeutetem Unterfahrschutz und seitlichen, l-förmigen Lufteinlässen. Radläufe und Seitenschweller sind mit Kunststoffbeplankungen vom Karosseriekörper abgesetzt. Die Flanken tragen über dem Schwellerbereich zusätzliche Aluminiumapplikationen, die Türgriffe sind aerodynamisch günstig versenkt. Durchbrochene D-Säulen sollen ebenfalls den Luftwiderstand verringern.

Hyundai Nexo Foto: Hyundai
Kommt auf dem europäischen Prüfstand mit einer Wasserstoff-Ladung fast bis zu 800 Kilometer weit: Der neue Hyundai Nexo.

In den Radläufen drehen sich Leichtmetallfelgen, die Außenspiegel sind schwarz abgesetzt, auf dem Dach trägt der SUV eine Reling.

Totwinkel-Kameras und ferngesteuertes Einparken

Stolz ist Hyundai auf die neuen Totwinkel-Kameras des Nexo. Kameras überwachen die Fahrzeugseiten und das Geschehen hinter dem Heck. Dargestellt werden die Bilder auf einem breiten Bilschirm, der von der Fahrertür bis weit über die Mittelkonsole reicht. Die Koreaner proklamieren für sich, die Ersten zu sein, die ein solches System bei einem Serienfahrzeug anbieten. BMW hat eine ähnliche Technik bereits auf der CES 2016 beim Prototyp i8 mirrorless vorgestellt, bisher aber nicht mit einer Serienfertigung begonnen.

Hyundai Next Generation FCEV Foto: Hyundai
Bisher gibt es keine Bilder vom Innenraum des neuen Nexo - aber Hyundai hat bereits im März 2017 eine Studie zu dem Wagen auf dem Genfer Autosalon gezeigt. In der Studie FE (Future Eco) Fuel Cell Concept zu sehen: Der sich bis über die Mittelkonsole ziehende Instrumenten-Bildschirm.

LFA (Lane Following Assist) nennt sich Hyundais Spurhalte-Assistent. Beim Nexo hält dieser Assistent den Wagen in der Mitte der Spur. Dies funktioniert bis zu Geschwindigkeiten von 145 km/h (90 Meilen pro Stunde). Zudem bietet Hyundai einen Highway Driving Assist (HDA) an. Dieser greift unter anderem auf die Kartendaten des Navis zurück und regelt auf dieser Grundlage beispielsweise die Geschwindigkeit automatisch.

Der Remote Smart Parking Assist (RSPA) parkt auf Knopfdruck den Wagen automatisch ein oder hilft beim Einparken in komplizierten Situationen.

Mehr Reichweite und mehr Leistung

Hyundai FE Fuel Cell ConceptAusblick auf Brennstoffzellen-SUV

Auf der Antriebsseite kommt die vierte Generation der Hyundai-Brennstoffzelle zum Einsatz. Dessen Effizienz soll bei 60 % und damit rund 9 % höher liegen als noch bei der vorherigen Generation, wie sie im ix35 Fuel Cell zum Einsatz kommt. Als Reichweite mit einer Tankfüllung nennt Hyundai rund 580 km (koreanischer Standard). Die Reichweitenangabe nach dem europäischen Fahrzyklus NEFZ beträgt fast 800 km und damit 200 km mehr im Vergleich zum Vorgängermodell. Gestiegen sind auch die Leistung auf nun 163 PS und das Drehmoment auf 395 Newtonmeter. Verbessert wurde auch das Kaltstartvermögen. Die neue Generation soll auch bei Temperaturen von minus 30 Grad ihre Arbeit aufnehmen können und die Funktionsweise der Systeme musste Tests bei bis zu 50 Grad Celsius standhalten. Weitere verbesserte Komponenten – wie Anordnung der Membran-Elektroden und der bipolaren Platten – sollen zusätzlich zu verringerten Produktionskosten beitragen.

Hyundai Nexo Foto: Hyundai
Der neue Hyundai Nexo kommt nur in bestimmten Ländern auf den Markt - Deutschland gehört dazu.

Optimiert worden sein sollen auch die Wasserstofftanks. Statt zwei unterschiedlich großen Druckbehältern sollen nun drei gleiche Bauteile verbaut werden. Mehr Sicherheit und zugleich eine optimierte Speicherung des Wasserstoffs sollen neue Hochdruck-Wasserstofftanks mit im Vergleich zum Vorgänger geringerer Materialstärke garantieren. Die Betankung soll nicht länger als fünf Minuten dauern.

Sitzprobe Hyundai Nexo

Nexo klingt nach „Next“, vielleicht auch nach „Nero“ – In Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei dem neuen Hyundai um ein Brennstoffzellenauto handelt, eine Assoziation, die vielleicht flammende Bilder in unserem Kopf hervorruft. Der Innenraum heizt jedoch nicht ein, sondern kühlt eher ab. Beige Ledersitze, satt gepolstert, und etliche Elemente im Edelstahl-Look sorgen für eine luftige, fast schon sterile Atmosphäre.

Hyundai Nexo Foto: ams
Während viele andere Hersteller in ihren neuesten Modellen oder Studien auf eine Mittelkonsole verzichten, um Flexibilität für das autonome Fahren zu schaffen, thront im Nexo eine üppige Bedienkonsole zwischen Fahrer- und Beifahrersitz.

Während viele andere Hersteller in ihren neuesten Modellen oder Studien auf eine Mittelkonsole verzichten, um Flexibilität für das autonome Fahren zu schaffen, thront im Nexo eine üppige Bedienkonsole zwischen Fahrer- und Beifahrersitz. Sie vereint Klimasteuerung, Automatik-Wählhebel, Parkbremse, Fahreinstellungen und Dreh-Drückregler und ergänzt damit die Menüführung im Hyundai Intelligent Cockpit. In einem Mini-Fach gibt es außerdem zwei USB-Anschlüsse.

Die wuchtige Konsole sorgt jedoch nicht dafür, dass sich am Lenkrad weniger Knöpfe befinden. Auch hier wimmelt es nur so vor Lautstärkereglern und Einstellungsmöglichkeiten der Fahrassistenzsysteme. Clean sieht in diesem Falle anders aus, das Edelstahl-Cockpit erinnert eher an eine Kommandozentrale. Wo vor ein paar Jahren noch die manuellen Tachoinstrumente saßen, verschmilzt nun ein Display mit dem Touchscreen über der Mittelkonsole. Abgesehen davon wirkt Nexo aber eher aufgeräumt und geordnet als hitzköpfig. Kein Wunder, dass man bei der Sitzprobe dazu aufgefordert wurde, die Schuhe auszuziehen.

Vergleich Hyundai Nexo und ix35 Fuell Cell

Nexo

ix35 Fuel Cell

Länge

4.671 mm

4.409 mm

Breite

1.859 mm

1.821 mm

Höhe

1.631 mm

1.656 mm

Radstand

2.789 mm

2.639 mm

Leistung (System)

135 kW (184 PS)

124 kW (169 PS)

Leistung (Brennstoffzelle)

95 kW (129 PS)

100 kW (136 PS)

Leistung (Batterie/gespeichert)

40 kW (54 PS)

24 kW (33 PS)

Leistung (Elektromotor)

120 kW (163 PS)

100 kW (136 PS)

Drehoment (Elektromotor)

395 Nm

300 Nm

Beschleunigung 0-97 km/h (0-60 mph)

9,5 s

12,5 s

Reichweite

800

590

Die Preise des nur auf bestimmten Märkten angebotenen Nexo hat Hyundai noch nicht bekanntgegeben, in Deutschland beginnt die Auslieferung im Sommer 2018.

Neuester Kommentar

H2 Wasserstoff-Tankstelle für Brennstoffzelle
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Die ersten mit Wasserstoff fahrenden Brennstoffzellen-Autos und Lastwagen sind auf dem Markt.
Doch das Fehlen eines "praxisgerechten Tankstellennetzes" gilt aber in den meisten Ländern als Nadelöhr für die Verbreitung dieser alternativen und umweltschonenden Fahrzeuge, welche ja auch zur Gruppe der 'Elektro-Fahrzeuge' zählen.

Eine Wasserstofftankstelle besteht aus drei Modulen:
- grosser Versorgungstank, in dem der Wasserstoff bei niedrigem Druck gelagert wird
- Kompressorstation
- Wasserstoff-Zapfsäule

In Dübendorf/Zürich gibt es ab Ende 2016 eine halböffentliche Wasserstofftankstelle bei der Eidgenössischen Forschungsanstalt EMPA. Teile der Tankstelle stammen vom Gashersteller Linde, welcher auch die Wasserstoff-Tankstelle in Hunzenschwil für die Lastwagen von Coop geliefert hat.
In Wien hat Linde eine Fertigung mit einer jährlichen Produktionskapazität von 110 Stück aufgebaut. Damit kann Linde den momentanen Weltbedarf abdecken.

Die Wasserstofftankstellen von Linde zeichnen sich primär durch ihren Verdichter aus, in dem der Wasserstoff über 5 Verdichtungsstufen von mindestens 5 bar auf maximal 1000 bar komprimiert wird. Um den Energieverbrauch zu senken, verwendet Linde in seinen neuesten Verdichtern "ionische Flüssigkeiten". Das sind flüssige Salze, die praktisch keinerlei Verdampfung unterliegen. Diese ionischen Flüssigkeiten ersetzen Schmieröle, welche die Funktion der Brennstoffzellen im Auto beeinträchtigen würden und daher in Wasserstofftankstellen völlig tabu sind.

Die "ionischen Flüssigkeiten" befinden sich in den Zylindern des Verdichters oberhalb der Kolben und fungieren quasi als "flüssige Verlängerung der Kolben", was für die Energie-Effizienz der Anlage sehr wichtig ist. In konventionellen Verdichtern besteht immer "ein Tot-Raum zwischen Kolben und Zylinderkopf", damit der Kolben nicht mit dem Zylinderkopf kollidiert.
Das restliche Gas in diesem Tot-Raum wird abwechselnd komprimiert und danach wieder ausgedehnt. Dadurch entsteht viel ungenützte Wärme–Energie, welche die Effizienz des Systems vermindert. Mit der ionischen Flüssigkeit wird der Tot-Raum "quasi eliminiert", und somit kann das Wasserstoff-Gas bei jedem Komprimiervorgang fast vollständig aus dem Kompressions-Zylinder ausgestossen werden. Dass dabei etwas ionische Flüssigkeit in die anschliessenden Speichertanks gelangt, ist aber kein Problem. Die ionische Flüssigkeit ist wegen ihrer höheren Dichte ziemlich einfach aus dem Gas zu extrahieren. Und sie nimmt zudem die anfallende Wärme auf, ohne dass ihre Temperatur zu stark ansteigt.

Dank der ionischen Flüssigkeit verbraucht der Verdichter 40 Prozent weniger Energie als herkömmliche Pendants. Rund tausend ionische Flüssigkeiten haben die Linde-Ingenieure über drei Jahre getestet, bis sie die richtige Substanz fanden. Die ist nun ein sehr gut gehütetes Betriebsgeheimnis.

Der Verdichter ist die teuerste Komponente der Wasserstofftankstellen von Linde. An zweiter Stelle folgen die Hochdrucktanks, in denen das Gas nach der Verdichtung zwischengelagert wird. Für die schnelle Betankung von Autos muss das Gas in diesen Tanks bei einem Druck von 900 bis 1000 bar gespeichert werden. Die Tanks bestehen aus Stahlflaschen, die in Europa und den USA aufgrund bestehender Vorschriften zusätzlich mit teuren, verstärkenden Kohlenfasermaterialien ummantelt werden.

Relativ teuer ist auch die Vorkühleinheit, die erforderlich ist, damit die Autos an der Tankstelle in 3 bis 5 Minuten vollgetankt werden können. Ohne Vorkühlung würde sich der Wasserstoff übermässig erwärmen und Komponenten des Wasserstofftanks im Fahrzeug beschädigen. Die Vorkühlung erledigt ein riesiger Aluminiumblock, der als Wärmetauscher fungiert. Die schiere Metallmasse bestimmt hier die Kosten dieser Vorkühleinheit.

Alles in allem kommt eine Wasserstofftankstelle, die pro Tag 120 Autos für je 500km Reichweite volltankt, auf einen Preis von rund 1 Million Euro (Stand 2016). Das ist etwa 2 Mal so teuer wie eine vergleichbare Schnellladestation für batteriebetriebene Elektroautos.
Die Linde-Wasserstofftankstelle ist ziemlich kompakt, was einer der Hauptvorteile dieser Linde-Tankstellen ist. Und deswegen ist die Linde-Technologie auch sehr gut bei herkömmlichen Tankstellen für Diesel und Benzin zu installieren.

Preissturz nicht absehbar
Langfristig ist der Preisunterschied gegenüber elektrischen Ladestationen aber ein Problem. In naher Zukunft sollen die Wasserstofftankstellen von Linde zwar noch kompakter, günstiger und effizienter werden. Mit der momentanen Technologie und den relativ niedrigen Stückzahlen seien drastische Kostensenkungen aber im Moment eher wenig machbar. Dies sollte sich jedoch in den nächsten 10 Jahren noch drastisch ändern.

Mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen-Lastwagen sind mögliche Beschleuniger bei der Entwicklung der gesamten Wasserstoff-Technologie. Auch Firmen wie Coop, die ihre Fahrzeuge für den Warentransport an den eigenen Tankstellen versorgen, haben ein ureigenes Interesse daran, dass grössere Stückzahlen herbeigeführt und somit tiefere Preise erzielt werden.

H2-Tankstellennetz (811 Einträge Ende 2017) auf Welt-Karte:
www.H2stations.org

H2-Fahrzeuge:
www.H2mobility.org

Wünsche allen freundlichen Foristen ein gutes neues Jahr!

CH-Engineer 6. Januar 2018, 08:51 Uhr
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