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IAA + Wir

Brigitte Haschek & der Mann, der alles wusste

IAA 1992 Foto: Archiv 66 Bilder

Die IAA lebt von ihren Weltpremieren und Studien, von aktuellen Themen und neuen Strömungen. Und von den Menschen, die sich dort ein Stelldichein geben. Brigitte Haschek erinnert sich an eine außergewöhnliche Begegnung.

03.09.2009 Brigitte Haschek

Im Getümmel der IAA auch mal die Orientierung zu verlieren, ist eigentlich normal. Auf der Suche nach was zum Teufel auch immer, strandete ich während der IAA-Pressetage 2003 am Informationsstand vor Halle 3.


"Kennen wir uns?"

Doch noch ehe ich mein Ansinnen vorbringen konnte, schallte mir ein fröhliches "Guten Tag, Frau Haschek" entgegen. Reichlich verdutzt konterte ich in Richtung des freundlichen, mir aber völlig unbekannten Herrn: "Kennen wir uns?". Die Entgegnung machte sprachlos: Stammgäste kenne man halt. Und außerdem hätte ich im Jahr 1999 in einem Rundfunk-Interview auf dem Freigelände einem HR-Reporter zum Thema auto motor und sport-Crashtest Mercedes S-Klasse gegen Smart Rede und Antwort gestanden.

Der Beginn einer wunderbaren Geschichte

Das war der Beginn einer wunderbaren Geschichte, die noch während der Publikumstage in Frankfurt zusammengetragen und zwei Jahre später in der auto motor und sport-IAA-Ausgabe erzählt wurde. Es ist die Geschichte von Axel Weiler, dem Mann, der alles wusste. Der damals 57-Jährige gehörte über ein Dutzend Mal zu jener knapp 30-köpfigen Crew, die an den neun Informationsständen der Ausstellung den Pilgern zum automobilen Olymp der Saison Auskunft erteilt - 13 Tage lang, von neun bis 19 Uhr.

Weiler gesteht: Die IAA ist sein Hobby

Die IAA sei sein Hobby gesteht Weiler, der im Leben nach der letzten und vor der nächsten Ausstellung als Jurist in der Statistischen Abteilung des VDA arbeitete. Doch ehe die IAA ihre Türen öffnete, hatte der VDA-Mann seine persönlichen Hausaufgaben längst gemacht: Auf einem DIN A4-Blatt waren stets fein säuberlich die Halle 1 bis 9 mit ihren jeweiligen Sehenswürdigkeiten notiert. Das erleichterte die Auskunft, denn das Publikum geht meist ganz gezielt vor. Es sucht nach bestimmten Firmen, Marken und Modellen, so Weilers langjährige Erfahrung. Seine Spickzettel waren auch beim Stand-Personal beliebt - die VW-Mannschaft lohnte ihm dies mit einem Aussteller-Ausweis. Für Weiler, der immer eine halbe Stunde früher vor Ort war, bevor die IAA zu Lebens erwacht, der Türöffner beim Sicherheitsdienst vor der offiziellen Öffnungszeit.

Die Vorwahl von Luxemburg? Kein Problem!

Hinter dem Tresen des Informationsstand vor der Halle 3 war der bekennende Auto-Narr in seinem Element. Zwischen 90.000 und 140.000 Besucher pro Tag. Und die meisten haben Fragen - viele davon, die mit der IAA gar nichts zu tun haben. Eine der meistgestellten: "Wie hoch ist der Messeturm?" - "256 Meter, Baujahr 1991", parierte Weiler jedes Mal wie aus der Pistole geschossen. Sogar Auskünfte zum DB-Fahrplan und Abflugszeiten gehörten zu seinem Programm. "Die Vorwahl von Luxemburg? Kein Problem, einen kleinen Moment."

Hochkonzentriertes Frage-und-Antwort-Spiel

Der heimliche Mister IAA mochte sein Publikum, fühlte sich ganz und gar dem Dienstleistungsgedanken verpflichtet. Er wollte wissen was zu wissen ist, merkte sich was zu merken war - etwa, wenn ein Zulieferer wie VDO jetzt Continental Automotive heißt. Hochkonzentriertes Frage-und-Antwort-Spiel, nonstop unter schwierigen Arbeitsbedingungen - laut, zugig und meist viel zu heiß ist es am Eingang der Hallen.

Wie konnte der Mann, der alles wusste, alles wissen? IAA-Freak Weiler outete sich als Eidetiker - so nennt man jene Menschen, die mit einem fotografischen Gedächtnis gesegnet sind. Nicht immer angenehm, behauptet er. Aber zielführend in vielen Fällen, wie auch in diesem: Helle Aufregung beim Infostand-Personal am Westeingang vor der Eröffnung der IAA 1991. Wo steht das Auto des Schweizer Designers Luigi Colani, ein modifizierter Ferrari Testarossa mit vier statt zwei Turbos, 750 PS und Bremsfallschirm? Selbst Axel Weiler, damals bei Halle 9 im Einsatz, musste passen.

Colani: Sie sind ein Spitzenmann

Der Himmel schickte den Meister persönlich vorbei, und Weiler bat höflich um Auskunft. Colani wandte sich hilfesuchend an einen Mitarbeiter - am Lotec-Stand. Dies wiederum entlockte dem Schöpfer eigenwilliger Formen ahnungsloses Achselzucken, war aber Stichwort für Weiler: "In Halle 3.1." Colani dankte es mit einem "sie sind ein Spitzenmann“ und zog weiter.

Vielleicht konnte den Mann mit dem fotografischen Gedächtnis kaum etwas aus der Ruhe bringen, weil er wusste, wie viel er weiss. So reagierte er auch fröhlich auf die Provokation eines Jeans-Trägers, dessen T-Shirt der Schriftzug "Varta" zierte. Dieser hatte großspurig behauptet, sein Gegenüber wisse bestimmt nicht, was das heiße. Weiler holte tief Luft und zerlegte das Akronym in "Vertrieb, Aufladung, Reparatur transportabler Akkumulatoren". Der nassforsche IAA-Besucher staunte nicht schlecht.

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