IAA-Besuch des Bundeskanzlers ermutigt Autobranche (update)

Den heutigen Messebesuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder, wertet der VDA als "wichtiges Signal" für die Branche.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Verbraucher aufgefordert, auf die Terroranschläge in den USA nicht mit Kaufzurückhaltung zu reagieren. Dann müsse auch niemand Angst um seinen Arbeistplatz haben. Zwar stünden schwierige Zeiten sowie harte politische und militärische Entscheidungen bevor, aber die Terroristen dürften die Weltwirtschaft nicht gefährden, sagte Schröder heute in Frankfurt auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA).

Unter großen Sicherheitsvorkehrungen hatte Schröder zuvor demonstrativ an den Messeständen von Mercedes, Ford, BMW, Porsche sowie Audi und Opel die Modellneuheiten besichtigt. Dem Verband der Automobilindustrie (VDA) als Veranstalter wünschte der Bundeskanzler trotz der tragischen Ereignisse großen Erfolg für die IAA. Die Automobilwirtschaft als Schlüsselindustrie vor allem in Deutschland sei unvermindert ein wichtiger Motor für die Konjunktur.

Die Entscheidung von Bundeskanzler Gerhard Schröder, am heutigen Dienstag (18.9.2001) die IAA zu besuchen, wertete der VDA als „wichtiges Signal“ für die Branche. „Als Schlüsselindustrie in Deutschland sind wir dazu verpflichtet, auch nach den schrecklichen Terroranschlägen in den USA mitzuwirken, dass die Weltwirtschaft nicht in eine Krise stürzt“, äußerte sich VDA-Präsident Bernd Gottschalk.

Der Auftritt des Kanzlers – aber auch einer Reihe von Bundesministern und führenden Unionspolitikern – unterstütze die Entscheidung, die weltgrößte Autoschau als „leise IAA“ fortzusetzen, sagte Gottschalk. Schröder wollte ursprünglich am vergangenen Donnerstag die 59. IAA für Pkw in Frankfurt eröffnen. Nach den Anschlägen in New York und Washington wurden jedoch alle Feierlichkeiten und Shows abgesagt. Schröder will sich nun nach einem Messerundgang am Vormittag mit der VDA-Spitze treffen, um über mögliche Auswirkungen der jüngsten Ereignisse zu sprechen.

Der VDA als Messe-Veranstalter und Repräsentant des wichtigsten deutschen Industriezweiges sieht darin einen Vertrauensbeweis und den Auftrag, „sich durch Terrorakte nicht das Gesetz des Handelns abnehmen zu lassen“. Ohne Ausnahme hätten die Aussteller – auch die amerikanischen – den Kurs des VDA begrüßt, die Autoausstellung ohne spektakuläre Shows und laute Musik fortzuführen, sagte Gottschalk.

VDA prüft Streichung von Showelementen für künftige IAAs

In der aktuellen Situation komme es darauf an, einen Beitrag zur Stabilisierung zu leisten, damit es nicht zu drastischen Einbrüchen im Konsumentenvertrauen komme. „Dies kann man nirgendwo besser als auf einer weltweit beachteten Messe.“ Die Verbandsspitze will sogar prüfen, ob bei künftigen Automessen an den Presse- und Fachbesuchertagen nicht ebenfalls auf große Schauelemente verzichtet werden soll.

„Eine Halbzeit-Bilanz lässt sich nach den tragischen Ereignissen nicht mit den üblichen Erfolgskriterien wie Besucherzahlen und Ausstellerrekorden aufmachen“, betonte der VDA-Präsident. Dennoch sei er positiv überrascht, dass an den ersten fünf Messetagen mehr als 350.000 Fachbesucher und Autointeressierte nach Frankfurt gekommen sind. „Wir hatten sogar mit dramatischen Rückgängen gerechnet.“ Auch die hohe Zahl von Geschäftsabschlüssen selbst amerikanischer Firmen unterstrichen die hohe Bedeutung der IAA für die Autoindustrie.

Autobranche hofft weiter auf amerikanischen Markt

Über mögliche wirtschaftliche Folgen der Terroranschläge für die Automobilwirtschaft sind nach Meinung von Gottschalk noch keine realistischen Einschätzungen möglich. „Dafür ist es noch zu früh.“ Vor allem müsse abgewartet werden, wie die US-Bürger auf den Schock reagieren. Angesichts der flauen Nachfrage in Europa war der nordamerikanische Markt für die meisten deutschen Autoproduzenten bislang der entscheidende Motor für die Branchenkonjunktur.

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