IFA 2001

Mit ISDN aus dem Auto ins Internet

Valcast stellt den serienreifen mobilen Internet-Router "Car-a-Wan" vor, der Breitbandsurfen im Auto ermöglichen soll.

Zur Internationalen Funkausstellung 2001 in Berlin präsentiert Valcast den Internetadapter Car-a-Wan. Lange vor der Markteinführung von UMTS soll damit das breitbandige Surfvergnügen im Auto kostengünstig möglich werden. Der Car-a-Wan-Adapter nutzt dabei das ganz normale GSM-Handynetz und die sogenannte HSCSD-Technik zur Kanalbündelung. So wird es laut Hersteller auch im Auto möglich, mit dem Laptop breitbandig (ähnlich der Kapazität von zwei ISDN-Leitungen) über das Handy-Netz im Internet zu surfen.

Stabile Verbindung auch auf der Autobahn

Aufgrund der hohen Bandbreite soll sich ein mit der Car-a-Wan-Technologie ausgestattetes Fahrzeug nicht nur zum Surfen oder zur Kommunikation per E-Mail eignen. Mit Hilfe des Car-a-Wan werden sogar Videoübertragung oder Live-Streaming aus dem bewegten Fahrzeug möglich. Der Einsatz des Internet-Adapters sei deshalb nicht nur für Passagiere, sondern auch für Webredaktionen und TV-Anbieter interessant – so Valcast-Geschäftsführer Florian Kempff. Er betonte gegenüber autouniversum die große Stabilität der Verbindung, in die „viel Hirnschmalz“ investiert wurde: Zwar könne beim – in bewegten Fahrzeugen – permanent nötigen Funkzellen-Wechsel eine der insgesamt vier Verbindungen abreißen, aber nicht zwangsläufig alle. Auch bei Fahrten durch „Funklöcher“ wie Tiefgaragen oder kürzere Tunnel würde nicht sofort die gesamte Internet-Verbindung getrennt.

Rollende Redaktionen und automobile Büros

Der Prototyp des Car-a-Wan, übertrug bereits im letzten Jahr drei Monate lang täglich 14 Stunden Audio und Video live aus einem Großraum-Taxi von den Straßen Berlins. Das Livetaxi-Projekt im Auftrag des Hauptstadt-Portals stellte damit die entscheidenden Weichen in der breitbandigen Internetanbindung von Fahrzeugen. Heute kann praktisch jedes Fahrzeug mit dieser Technik zum multimedialen Büro oder auch zur fahrenden Redaktion umgewandelt werden. „Wir sehen die Haupteinsatzgebiete des Car-a-Wan zunächst im professionellen Bereich“, meint Valcast-Chef Kempff, ´„zum Beispiel für die Anbindung von Vorstands-Fahrzeugen oder zur Ausstattung von Übertragungs-Fahrzeugen, um Audio- und Video-Streams direkt an eine Online-Redaktion zu übertragen. Alle diese Lösungen sind mit Hilfe des Car-a-Wan bedeutend günstiger möglich als mit herkömmlicher Satelliten-Übertragungstechnik.“

Angewendet wird ein Kanalbündelungsverfahren, welches in Deutschland von den Netzbetreibern e-Plus und D2-Vodafone angeboten wird. Valcast steigert im Car-a-Wan diese Leistung nochmals durch Bündelung von bis zu vier unabhängigen Internet-Verbindungen und erreicht so heute schon im Fahrzeug eine Bandbreite, die mit einem Zweikanal-ISDN-Anschluß vergleichbar ist. Der Car-a-Wan soll künftig auch in GPRS- und UMTS-kompatiblen Versionen angeboten werden, wenn beide Netze die benötigte Verbreitung und Leistungsfähigkeit aufweisen.

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