IG Metall

Streik bei Daimler und BMW

Foto: Archiv

Am zweiten Tag der Warnstreiks haben erneut zehntausende Metaller die Arbeit niedergelegt. Am Donnerstag (30.3.) standen vor allem die Autobauer Daimler-Chrysler und BMW im Mittelpunkt der Aktionen.

Nach Einschätzung führender Wirtschaftsexperten haben die Warnstreiks vorerst keinen negativen Einfluss auf die Konjunktur. Die IG Metall fordert für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie fünf Prozent mehr Einkommen. An der ersten Warnstreikwelle am Mittwoch hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 80.000 Menschen beteiligt.

Bei Daimler-Chrysler in Sindelfingen demonstrierten der IG Metall zufolge rund 12.000 Metaller. Im bayerischen BMW-Werk Dingolfing legten nach Angaben der Gewerkschaft 11.000 Beschäftigte die Arbeit zeitweise nieder. "Die Endmontage und die Lackiererei standen still", bestätigte ein BMW-Sprecher.

In dem Werk werden normalerweise 1.200 Autos am Tag gefertigt. Insgesamt seien in Bayern am Vormittag knapp 20.000 Warnstreikende gezählt worden, für den gesamten Tag waren 26.000 Beschäftigte zu Protestaktionen aufgerufen, teilte die IG Metall mit.

Bei Daimler-Chrysler forderten die Metaller auf Transparenten. "Kein Verzicht für den Profit" und "Will der Vorstand bei uns kürzen, kann er dabei selber stürzen".

Warnstreiks im ganzen Land

In Nordrhein-Westfalen beteiligten sich der Gewerkschaft zufolge 11.000 Beschäftigten an den Warnstreiks, in Niedersachsen mehr als 6.000. In Sachsen zählte die IG Metall 3.250 Warnstreikende. Auch in Hessen, Rheinland-Pfalz, in der Elbregion, in Schleswig-Holstein und in Thüringen strömten Metaller zu Protestkundgebungen.

Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Arbeitgeber bislang kein Angebot vorgelegt haben. Von der Arbeitgeberseite war lediglich eine Anhebung der Einkommen um 1,4 Prozent als akzeptabel bezeichnet worden. Mit Ende der Friedenspflicht am Mittwoch nach Mitternacht hatten nach Gewerkschafts-Angaben 81.200 Metaller in 333 Betrieben die Arbeit kurzzeitig niedergelegt.

Nach Einschätzung von Experten führender Wirtschaftsinstitute haben die Warnstreiks vorerst keine negativen Auswirkungen auf die anspringende Wirtschaft im Land. "Die Effekte auf die Konjunktur halten sich in engen Grenzen, wenn die Streikationen eng begrenzt bleiben", sagte der Leiter des Prognose-Zentrums des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Joachim Scheide, in Kiel. Sollte sich aber ein längerer Streik entwickeln, könnte es durchaus erhebliche Folgen für die Unternehmen haben. Angesichts des "Jahr für Jahr wiederkehrenden Rituals" der Warnstreiks in der Metallindustrie sei damit aber kaum zu rechnen, sagte Scheide.

Produktionsausfälle könnten "nach allen Erfahrungen" schnell nach Streikende wieder aufgeholt werden, sagte auch Gebhard Flaig vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung. "Relevant" sei das Ergebnis. "Fünf Prozent Lohnerhöhung wären auf jeden Fall schädlich", sagte Flaig. "Wenn man sich auf den gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsanstieg und die Inflationsrate bezieht, die nicht auf "importierte" Rohstoffpreissteigerungen zurückgeht, sind zwei Prozent die Obergrenze."

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