IG Metall

Weitere Warnstreiks

Foto: Archiv

Die Arbeitgeber wollen im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie in der kommenden Woche ein konkretes Lohnangebot vorlegen. "Wir wollen unseren Zahlenvorschlag in dieser Woche präzisieren", sagte der Chef des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, der "Welt am Sonntag".

Gleichzeitig dämpfte er Erwartungen, ein Angebot könne oberhalb des mit rund 1,2 Prozent veranschlagten jährlichen Produktivitätsfortschritts der Branche liegen. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche.

Die Gewerkschaft setzte am Samstag (1.4.) mit einem Warnstreik bei Daimler-Chrysler in Wörth ihre Protestaktionen fort. In dem Lkw-Werk erschienen rund 3.000 Beschäftigte nicht zur Schicht. Deshalb würden 200 Lastwagen nicht gebaut, sagte der Betriebsratsvorsitzende Gerd Rheude. "Der Arbeitgeber wird empfindlich getroffen. Wir stecken bis unters Dach voll mit Aufträgen." In dem Lastwagenwerk waren deshalb eigens Sonderschichten für Samstage vereinbart worden.

Die deutsche Metallindustrie verliert nach den Angaben von Kannegiesser trotz der anziehenden Konjunktur weiter an Beschäftigung und ersetzt in raschem Tempo eigene festangestellte Mitarbeiter durch Beschäftigte von Zeitarbeitsfirmen.

Kannegiesser wies Forderungen aus der Politik zurück, die Arbeitnehmer stärker an steigenden Gewinnen der Unternehmen zu beteiligen. "Wir sind auf den Weltmärkten in der Defensive", sagte er. "Und wir werden uns von Politikern, die ihr Wahlergebnis im Auge haben, nicht beeinflussen lassen. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Unternehmen bestehen."

In der kommenden Woche will die IG Metall mit Warnstreiks und Protestaktionen den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde verstärken. "Wir werden mit gleicher Kraft wie in der Vorwoche weitermachen", kündigte die IG Metall in Frankfurt an. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich in der vergangenen Woche 243.000 Beschäftigte an den Aktionen.

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