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Im 58er-Morris ins Jenseits

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Ein Leben ohne seinen geliebten 1958er Morris war für einen indischer Bauer unvorstellbar - um für ein eventuelles nächstes Leben ganz sicher zu gehen, ließ er sich jetzt in dem Modell bestatten.

22.05.2007 Powered by

Letzte Ruhestätte: Der Fahrersitz des Morris

Kanniyan Alias Narayanasamy hatte in seinem Testament verfügt, dass Familie und Freunde für eine Beerdigung im Auto sorgen sollten. Und so geschah es auch, nachdem der wohlhabende 64-Jährige verstorben war: Seine sterblichen Überreste wurden zunächst in einer feierlichen Prozession zum Friedhof des Örtchens Sivapuram gebracht, dort wurde Narayanasamys Körper dann auf den Fahrersitz des Autos gesetzt.

Anschließend bettete man Narayanasamy und seinen Morris im zuvor extra von einem Bagger ausgehobenen Grab zur letzten Ruhe. Es sei selbstverständlich gewesen, den letzten Wunsch des Vaters zu erfüllen, erklärte sein Sohn Ashokan: "Er liebte das Auto und fuhr ständig mit ihm. Er glaubte, dass es ihm sein Leben lang Glück gebracht habe und dass es ihm nach seinem Tod in einer anderen Welt vielleicht auch weiter Glück bringen werde."

Autobegeistertes Indien

Narayanasamys Liebe zu seinem Morris kommt nicht von ungefähr, denn Indien gilt als traditionell autobegeistert. Um 1900 wurden die ersten Autos in die damals noch britische Kolonie exportiert, historischen Angaben zufolge handelte es sich zunächst um drei Oldsmobile-Modelle.

Um 1910 besaßen bereits mehrere tausend Inder - fast ausschließlich Angehörige der Oberschicht wie Maharadschas, Prinzen, Industrielle - Autos. Bereits 1927 lohnte sich beispielsweise für "General Motors India" der Bau einer eigenen Fabrik in Indien, die pro Jahr 11.000 Fahrzeuge herstellte.

Heute gibt es zahlreiche Sammlungen von Oldtimern und jüngeren Vintage Cars, die meisten dieser Modelle gehören den Familien hochrangiger Provinzfürsten und ehemaliger Würdenträger wie den damaligen Maharadschas. Die liebevoll gepflegten Fahrzeuge werden nicht nur in Ausstellungen dem Publikum zugänglich gemacht, sondern kommen durchaus regelmäßig an die frische Luft - regelmäßig finden Oldtimer-Rallyes statt.

Die weltweit größte Sammlung von Vintage-Modellen gehört dem Inder Pranlal Bhogilal. Der leidenschaftliche Auto-Fan liebt an alten Autos vor allem, "dass sie uns so viel über ihre Zeit und die Menschen, denen sie gehörten erzählen." Um die vierrädrigen Zeitzeugen angemessen zu würdigen und zu erhalten, gründete der Millionär den "Vintage & Classic Car Clubs India" (VCC), der demnächst in der Stadt Mumbai ein Automuseum eröffnen wird.

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