Infineon-Vorstand tritt zurück

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Andreas von Zitzewitz, Vorstand des Speicherchipherstellers Infinieon, trat am Samstag (16.7.) von seinem Posten zurück, weil er im Mittelpunkt von Korruptionsermittlungen der Staatsanwaltschaft steht. Er wird verdächtigt, sechsstellige Bestechungsgelder für Sponsoren-Verträge im Motorsport kassiert zu haben.

Nicht wenige glauben, dass bei den Ermittlungen auch der von Zitzewitz vor einem Jahr gestürzte Ex-Vorstand Ulrich Schumacher seine Finger im Spiel hatte. "Mit dem Rücktritt von Zitzewitz' ist der Rache-Feldzug Schumachers vielleicht jetzt beendet", sagt ein Branchenexperte.

Nicht zufällig dreht sich die neueste Affäre um die Formel 1. Motorsport spielte im Beziehungsgeflecht des glamourösen Vorstandschefs Schumacher eine zentrale Rolle. Zum Börsengang fuhr er an der Wall-Street im Porsche in Rennfahrer-Outfit vor, seine engsten Vertrauten - darunter auch von Zitzewitz - nahmen gemeinsam mit ihm häufig an Autorennen teil. "Die beiden waren große Buddies", sagt ein Unternehmenskenner. Fast 20 Jahre lang arbeiteten von Zitzewitz und Schumacher erst bei Siemens und dann bei Infineon zusammen. Umso größer sei der Bruch gewesen, als sich von Zitzewitz im vergangenen Jahr gegen Schumacher stellte.

Die Vorstandskollegen warfen Schumacher damals einen selbstherrlichen Führungsstil vor, zudem war sich die Führungsspitze über die Strategie uneins. In der Branche wunderten sich einige, dass sich die Vorstandsmitglieder um von Zitzewitz nach dem Wechsel an der Spitze trotz ihrer Rolle als Königsmörder zunächst komplett im Amt halten konnten.

Für von Zitzewitz liegen Aufstieg und Fall eng beisammen. Infineon erwägt, seine Speichersparte an die Börse zu bringen. Der 45-jährige Vater dreier Kinder sollte dann das neue Unternehmen führen. Damit hätte er eine ähnliche Rolle übernommen wie einst Schumacher, der Infineon nach der Abspaltung von Siemens an die Börse führte. Nun musste er selbst auf Druck des neuen Vorstandschefs Wolfgang Ziebart und des Aufsichtsratsvorsitzenden Max Dietrich Kley seinen Rücktritt erklären.

Nach der Großrazzia am Freitag, bei der rund 100 Beamte die Infineon-Zentrale und auch Privatwohnungen durchsuchten, sei von Zitzewitz kaum noch zu halten gewesen, heißt es im Umfeld des Unternehmens. "Wenn die Vorwürfe stimmen, ist das schon heftig." Hinweise seien vermutlich auch aus dem Umfeld Schumachers gekommen. Der "Spiegel" schreibt, die Ermittler hätten dem ehemaligen Chef am Freitag ebenfalls einen Besuch abgestattet. Er werde als Zeuge geführt.

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