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Isdera Commendatore GT (2018)

Elektro-Sportwagen für die Rennstrecke

Isdera Commendatore GT Auto China 2020 Foto: Gerd Stegmaier 18 Bilder

Unter dem legendären Label Isdera entsteht sein elektrisch angetriebener Supersportwagen mit 816 PS und einer 105-kWh-Batterie. Trotzdem soll der 2+2-Sitzer nur 1.700 Kilogramm wiegen und auf Rennstrecken eine gute Figur machen. Das Geld für das Projekt kommt vom chinesischen Start-up Weltmeister.

14.01.2008 Gerd Stegmaier

Eigentlich ist der Commendatore GT nur als Image-Politur für das chinesische Start-Up „Weltmeister“ des Ex-Geely-Managers Freeman Shen gedacht, das im April 2018 mit seinem Elektro-SUV EX5 auf dem chinesischen Markt startete und seinen Kunden dort zeigen will, wieviel europäische Exzellenz in seiner neuen Marke steckt.

Freeman Shen holte sich die Expertise des Konstruktionsdienstleisters Sinfonia Automotive – quasi das Nachfolgeunternehmen der Sportwagenschmiede Isdera des Ex-Porsche-Entwicklers Eberhard Schulz, die schon in den 80ern mit eigenen Autos auf Basis von Mercedes-Technik Aufsehen erregte. 1993 stellte Isdera auf der IAA in Frankfurt den Commendatore 112i vor. Ein Sportwagen mit Gitterrohrahmen und Kunststoffkarosse, der um den damals noch neuen V12 (M 120) von Mercedes herum entwickelt war. Zu Beginn hatte der Sportler auch genau dessen Leistung (394 PS). Der Preis war mit rund 800.000 Mark angegeben. Später entstand noch ein zweites Fahrzeug mit 6,9 Liter Hubraum und mehr als 600 PS. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei mehr als 340 km/h gelegen haben.

Isdera Autobahnkurier 116i mit zwei Fünfliter-V8-Motoren aus der Mercedes S-Klasse Isdera Autobahnkurier 116 i Riesen-Käfer mit 16 Zylindern

Der neue Vorstandschef von Sinfonia bzw. Isdera, Stefan Peters, hat begonnen, seine Konstruktionsdienstleistungen auf dem dynamisch wachsenden chinesischen Markt anzubieten und hat jetzt mit seinem Team und Partnern aus dem Motorsport sowie mit Wei Ma, aka WM aka Weltmeister in nur 8 Monaten ein Aushängeschild für das Elektroauto-Start-up aufgebaut, und den historischen Namen „Commendatore“ wiederbelebt. Der Commendatore GT von 2018 soll an die spektakulären Fahrleistungen des 112i von einst anknüpfen – bei der versprochenen Leistung könnte das klappen.

Elektrischer Allradantrieb und 1.350 Nm

Der Sportwagen hat natürlich wie der EX5 Elektroantrieb. Aber den Commendatore treiben zwei Elektromotoren an, je einer pro Achse. Sie geben ihre insgesamt 816 PS und mörderische 1.350 Nm über klassische Differenziale an die Räder weiter. Auf das vielversprechende Torque Vectoring durch die elektronische Verteilung des elektrischen Antriebs verzichtet der Sportwagen.

Sein Highlight ist die 105 kWh große Batterie die in Zusammenarbeit mit einem sächsischen Spezial-Unternehmen entstand: Sie wiegt nur 400 Kilogramm, weil ihre Zellen so in einer verklebten Karbonstruktur gepackt sind, dass jede einzeln von Kühlflüssigkeit umflossen werden kann. Das macht den Akku besonders leistungsfähig und vollgasfest. Und weil die Kühlung bei Bedarf auch während des Ladens arbeitet, kann sich die Batterie 80 Prozent ihrer Kapazität binnen 35 Minuten aus dem Netz saugen – wenn entsprechend starke Ladeströme zur Verfügung stehen. Das CCS-Ladesystem des Isdera Commentadore GT kann bis zu 800 Volt vertragen.

Extremer Leichtbau mit Carbon Monocoque

Da der 2+2-Sitzer auf dem laut Stefan Peters derzeit größten Carbon-Monocoque der Autowelt aufbaut, wiegt das Auto insgesamt nur 1.700 Kilogramm – obwohl der Innenraum laut Peters mehr Platz bietet als etwa der des ebenfalls 2+2-sitzigen BMW i8 mit ähnlichem Layout und der Commendatore als Reminszenz an die legendären Vorgänger größere Flügeltüren hat. Zum Vergleich: Ein Model S mit 100-kWh-Batterie wiegt gut zwei Tonnen.

Der Commendatore GT soll so in 3,8 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, bis 200 km/h sollen deutlich weniger als 10 Sekunden vergehen, als Höchstgeschwindigkeit gibt Peters 305 km/h an. „Aber Längsdynamik können alle Elektroautos. Wir wollen viel lieber zeigen, wie schnell unser Auto auf der Rennstrecke ist – zum Beispiel am Sachsenring, oder am Bilster Berg. Dafür ist der Leichtbau wichtig“, so Peters.

Commendatore GT kommt auf die Straße

Peters will zwar fahren, aber insgesamt trotzdem nur zwei Autos bauen, obwohl der „Crashtest berechnet“ ist – Crashboxen aus Alu unter der Karbonhaut sollen für angemessenes Knautschverhalten sorgen, die Abnahme für Straßenzulassung läuft gerade beim TÜV.

Aber eine Serienproduktion, so Peters, wäre doch erheblich zu viel Aufwand für so ein kleines Unternehmen – man bräuchte komplett neue Abteilungen für Vertrieb und Kundenservice. Außerdem wäre der Preis bei den erwartbar sehr kleinen Stückzahlen zu viel zu hoch.

Die Massenproduktion überlässt man also lieber den Chinesen. Angeblich konnten die für das erste Weltmeister-SUV EX5 ein paar Ideen von dem Supersportwagen übernehmen. Und für den angekündigten EX6 laufen gerade Gespräche über ein ähnliches Projekt.

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ioopaas134 27. April 2018, 21:36 Uhr
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