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Neuer Jaguar XJR575 (2017) mit großem V8

Die Limousine als 300-km/h-Renner im Fahrbericht

Jaguar XJR575 Fahrbericht SPERRFRIST 25.10.2017 / 00.01 Uhr Foto: Jaguar 21 Bilder
IAA 2017

Für den letzten Akt seiner langjährigen Karriere hat Jaguar den XJR noch mal ein bisschen aufgepäppelt – und glücklicherweise mit viel Feingefühl und Sachverstand. Erste Fahrt mit dem 575 PS starken, 143.900 Euro teuren Markenoberhaupt.

24.07.2017 Uli Baumann, Stefan Helmreich 3 Kommentare

Der auf 575 PS leistungsgesteigerte 5,0-Liter-V8-Motor mit Kompressoraufladung durfte schon in verschiedenen Jaguar/Land Rover-Modellen antreten. Jetzt wurde das Kraftpaket auch in den XJ eingepflanzt. Zum neuen Modelljahr tritt die Luxuslimousine XJ damit auch in der High Performance Variante XJR575 mit 575 PS an. Der Leistungszenit im XJ-Angebot wird damit um 25 PS nach oben verschoben. Das maximale Drehmoment des Achtzylinders liegt bei 700 Nm.

Fahrbericht Jaguar XJR575

Schon komisch irgendwie. Da predigen die Hersteller unaufhörlich neue Mobilität, schieben alle Nase lang E-Modelle ins Rampenlicht, gelegentlich sogar welche, die man kaufen kann, gleichzeitig schraubt man sich anderenorts aber zu immer neuen Hochleistungsmodell-Rekorden hoch. Das jüngste von unzähligen Beispielen: der XJR575, der Jaguars schnellste Serienlimousine aller Zeiten nun durch eine noch schnellere ersetzt – mit namensgebenden 575 PS, 700 Nm und 300 km/h Höchstgeschwindigkeit. Doppelmoral, sagen Sie? Ich sage: Ausgewogene Modellpolitik!

Über den tieferen Sinn der neuen Ausbaustufe lässt sich dennoch streiten. Offiziell möchte sie natürlich alles Übliche sein, also dynamisch, mühelos, entspannend und so weiter und so fort. Insgeheim jedoch dient sie vor allem dazu, der XJ-Baureihe auf ihre alten Tage nochmal etwas Auftrieb zu geben. Betriebswirtschaftlich ebenso wie emotional. Was hat man alles gemacht? Nun zunächst wurde die Assistenztechnologie etwas upgedated beziehungsweise upgegradet. Wie alle anderen XJ des kommenden Modelljahres beherrscht der Abstandstempomat nun auch Stop-and-Go-Phasen, beim Ausparken warnt die Park-Sensorik vor Querverkehr und vor allem wurde das Briefmarken-Format-Infotainment nun endlich zugunsten eines ungleich moderneren Systems mit höherer Auflösung, klarerer Menüstruktur, Breitbildschirm und – Halleluja – einer Shortcut-Taste zum Abbruch laufender Zielführungen ausgetauscht.

Wenig ist besser als Nichts

Jaguar XJR575 Fahrbericht SPERRFRIST 25.10.2017 / 00.01 Uhr Foto: Jaguar
Der Jaguar XJR575 ist ein Fahrerauto, das sich nicht ins Geschehen einmischt. Das liegt auch an seinem stolzen Alter, ist hier aber positiv zu bemerken.

Dazu gibt’s zwei frische, bei der Sporttochter SVO komponierte Exklusivfarben wie dieses strahlende Velocity-blue, diamantförmige Stitchings im Sitzleder, ein bisschen Badge-Dekor und – als Herzstückchen sozusagen – ein Power-Up, das den direkteinspritzenden Fünfliter-Kompressor gegenüber dem bisherigen XJR um 25 PS und 20 Nm aufbauscht. Jetzt ist da aber ja die alte Faustregel, die besagt, dass die Zuwachsrate einer Leistungssteigerung mindestens 10 Prozent betragen muss, um sie überhaupt wahrnehmen zu können. Demnach wäre der XJR575 direkt durchgefallen. 550 PS hatte sein Vorgänger, bedeutet: wir bräuchten für ein schmissigere Fahrgefühl nach Adam Riese mindestens 55 PS on top. Allerdings kenne ich noch eine Faustregel, eine genauso alte – und die lautet: Wenig ist besser als nichts. In diesem Sinne also a very warm welcome to you, sehr verehrter XJR575. Schön, dass Du da bist.

Oder besser gesagt: Schön, dass es du noch da bist. Denn 2018 startet der XJ der aktuellen Baureihe X351 bereits in sein achtes Lebensjahr. Und bloß mal zur Einordnung: bei seiner Einführung anno 2010, war der F-Type, der jetzt ja auch schon ein älterer Bekannter ist, noch gute drei Jahre entfernt. Anmerken von seinem stolzen Alter lässt sich der XJ575 aber nichts – außer der uneingeschränkt positiven Tatsache vielleicht, dass er sich im Gegensatz zu vielen seiner jüngeren Mitbewerber noch nicht zu sehr einmischt in den Akt des Autofahrens. Im Klartext: er ist kein Roboter, keines dieser „Autonomile“, sondern ein Fahrerauto. Und wenn man Chefdesigner Ian Callum so aus dem Nähkästchen plaudern hört, wird das auch in der kommenden Generation so sein. Good news!

Querstabil statt ungehobelt

Jaguar XJR575 Fahrbericht SPERRFRIST 25.10.2017 / 00.01 Uhr Foto: Jaguar
Die schicke Exklusivfarbe Velocity-blue ist eine von der Sporttochter SVO eigens komponierte Lackierung für den XJR575.

Auch die Fahrdynamik ist im Vergleich zu heutigen Oberklasse-Gepflogenheiten eher simpel gestrickt. Reaktive Dämpfer, E-Sperre – das war’s im Wesentlichen. Dass er sich trotzdem verblüffend agil anfühlt, an seiner festen Lenkung akkurat einlenkt und ohne Wegzusacken um Kurven zieht, liegt jedenfalls nicht an irgendwelchem Wankstabilisierungsgedöns oder mitlenkenden Hinterachsen, sondern an zwei ganz schlichten Dingen. Erstens: Der satten, querstabilen aber keineswegs ungehobelten Abstimmung. Und zweitens: am niedrigen Gewicht, das er primär seiner Vollalukarosserie zu verdanken hat. Mit mindestens 1.875 Kilo ist er vielleicht nicht leicht im eigentlichen Sinn, aber er ist nach wie vor der leichteste seiner Art – seine neuen, ach so hochinnovativen Klassenkameraden aus München und Ingolstadt übrigens bereits mit einkalkuliert. Und das zahlt sich natürlich auch auf Geraden aus. Massig ist er, groß auch, aber träge ist er nicht. Ob das mit den versprochenen 4,4 Sekunden auf Hundert auch in der Praxis hinhaut, ist angesichts der leicht wackeligen Traktion zwar fragwürdig. Ist der Kraftschluss aber erstmal hergestellt, stretcht der der V8 die 5,13-Meter-Limousine aber richtig straff über seinen breiten Drehmomentbuckel.

Wobei er mit seiner Potenz standesgemäß umzugehen weiß. Selbstredend. Eigentlich steckt in ihm die gleiche Maschine wie im High-Performance-F-Type namens SVR. Doch während sie dort eine regelrechte Orgie veranstaltet, wie besessen lospowert, aus der Abgasanlage rotzt und einen windelweich prügelt mit Drehmoment, wird der XJR575 vom Schub eher infiltriert. Der V8-Bass klingt samtig, die Gasannahme ist direkt statt aggressiv, der Vortrieb mächtig, aber nicht brutal, und das Gesamterlebnis dadurch weniger überwältigend als vielmehr faszinierend. Mit anderen Worten: Auf der gedachten Linie zwischen Hardlining und Gefühlsduselei ist der XJR nach wie vor so etwas wie der perfekte Mittelweg.

300 km/h Höchstgeschwindigkeit im XJR575

Jaguar XJR575 Foto: Jaguar
Das neue sportliche Top-Modell der XJ-Baureihe hört auf den Namen XJR575.

Der neue Jaguar XJR575 beschleunigt in 4,4 Sekunden von Null auf 100 km/h. Als Höchstgeschwindigkeit werden für die Limousine 300 km/h genannt. Damit avanciert der XJR575 zur schnellste Jaguar Serienlimousine.

Der Jaguar XJR575 bekommt aber nicht nur zusätzliche Pferde unter die Haube. Auch an seinem speziellen Interieur und seinem aufgefrischten Exterieur soll man ihn erkennen. Zu den äußerlichen Merkmalen zählen unter anderem eine kleine Heckspoilerlippe, breitere und weiter ausgestellte Türschweller, Luftauslässe auf der Motorhaube und zusätzliche Einlassöffnungen in der Frontschürze. Dazu kommen 20 Zoll große Leichtmetallfelgen im Fünf-Doppelspeichen-Design. Dahinter blitzen die exklusiv rot lackierten Bremssättel des XJR575 hervor. Dazu gibt es ein XJR575 Badge an Front und Heck.

Die finden sich auch im Interieur an den Einstiegsleisten, den Sitzlehnen und verschiedenen anderen Stellen wieder. Die Ledersitze können optional mit Diamantsteppung versehen und in den Farben Ebony und Ivory geordert werden.

Bestellbar ist der Jaguar XJR575, wie alle anderen XJ-Modelle Modelljahr 2018, ab sofort. Der Marktstart Deutschland findet Oktober 2017 statt. Der Grundpreis liegt bei 143.900 Euro.

Aufwertung für alle XJ-Modelle

Jaguar XJR575 Foto: Jaguar
Alle XJ-Modelle bekommen zum neuen Modelljahr einen neuen Touchscreen.

Unabhängig vom neuen XJR575 hat Jaguar alle XJ-Modelle zum Modelljahr 2018 aufgewertet. Beginnend mit einem 4G WiFi Hotspot, über den die Insassen mit bis zu acht externen Geräten permanent online sein können. Darüber hinaus befindet sich oberhalb der Mittelkonsole nun ein farbiger Touchscreen im 10-Zoll-Format mit Dual View-Technologie und Gestensteuerung.

Zum erweiterten Bündel an Fahrassistenzsystemen gehören im Jaguar XJ künftig auch unter anderem ein autonomer Notfall-Bremsassistent mit Fußgängerschutz, ein Spurhalteassistent und ein Aufmerksamkeitsassistent.

Änderungen gibt es auch auf der Antriebsseite. Der 340 PS starke Kompressor-V6 trägt nun serienmäßig Allradantrieb. Der 300 PS starke Dreiliter.-Turbodiesel kann jetzt mit allen Ausstattungsversionen kombiniert werden. Die Preise starten hier ab 82.700 Euro für die Version mit Twinturbo-Diesel in Luxury-Ausstattung.

Fazit

Jaguar fährt mehrgleisig in die mobile Zukunft. Und die sportliche Modellschiene wird definitiv eine dieser Trassen sein, da haben sie uns ihr Wort gegeben. Der XJR575 ist das jüngste Erzeugnis daraus und gemessen an den vergangenen eher eines der milderen Sorte. Sein Motto: Dynamik? Yes, please! Performance? No, thanks. Von den optischen Details abgesehen bleibt der XJ damit ganz der Alte, und das ist in diesem Fall ausdrücklich als Kompliment gemeint.

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Neuester Kommentar

Ich kann mir nicht vorstellen, wer das Auto kaufen soll.
Für Privatkäufer ist es absolut sinnlos und jeder Gewerblichkäufer würde einen E-Klasse AMG oder M5 vorziehen (auch wenn die beiden deutlich teuerer sind).
Ein weiterer Ladenhüter von Jaguar. Aber gut für den Gesamt-Image der Marke wenn ein paar sportlichen (auch wenn unverkäuflichen) Modele im Angebot sind.

Bunt 27. August 2017, 09:27 Uhr
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