Jobkrise

Conti auf Lösungskurs

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Im Konflikt mit den Arbeitnehmern über die angekündigte Schließung der Pkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken hat Conti-Chef Manfred Wennemer Einigungswillen signalisiert.

"Wir werden mit den Sozialpartnern reden und sehen, welche Möglichkeiten der Einigung es geben könnte", sagte Wennemer der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Am Ende des Tages werden wir eine Lösung finden." Der Schließungsbeschluss werde aber nicht rückgängig gemacht. Wennemer war wegen der Entscheidung massiv in die Kritik geraten.

Ein Sprecher der Gewerkschaft IG BCE sagte am Donnerstag: "Es gibt Gespräche. Wir reden miteinander." Einzelheiten wollte er nicht nennen. Der Autozulieferer Continental will die Pkw-Reifenproduktion am Traditionsstandort Stöcken 2006 stilllegen. Davon sind 320 Beschäftigte betroffen.

Über mögliche Wege, den Konflikt zu entschärfen, sagte Wennemer nichts. "Wir haben nichts in der Schublade." Er verteidigte die Entscheidung, die Produktion zu schließen. Im Konzern gebe es eine klare Regel: "Wenn wir Überkapazitäten haben, werden sie an Hochlohnstandorten abgebaut." Stöcken sei mit einer Kapazität von 1,5 Millionen Pkw-Reifen der kleinste und teuerste Standort in Europa.

Die Ankündigung der beiden Conti-Gewerkschaften IG Bergbau, Chemie, Energie und IG Metall, Betriebsvereinbarungen über Kostensenkungsprogramme zu kündigen und künftig keine weiteren Standortsicherungsverträge abzuschließen, bezeichnete Wennemer als "Drohgebärden, die nicht realisierbar sind".

Operative Entscheidungen trifft der Vorstand

Wennemer sagte zudem, er rechne bei der Aufsichtsratssitzung am 14. Dezember mit keiner Überraschung. "Die operativen Entscheidungen trifft der Vorstand, so steht es schon in der Satzung. Alles andere sind Nebelkerzen." Die Arbeitnehmerseite hatte angekündigt, im Aufsichtsrat die Rücknahme des Vorstandsbeschlusses zu fordern.

Der Gewerkschaftsdarstellung, er habe die Vereinbarung in Stöcken widerrechtlich aufgekündigt, widersprach Wennemer. Der Vertrag, in dem unbezahlte Mehrarbeit zur Sicherung der Jobs vereinbart worden war, sehe explizit ein Sonderkündigungsrecht aus wirtschaftlichen Gründen vor. Ende November habe er den Vertrag gekündigt, weil sich der Reifenmarkt schlechter entwickelt habe als angenommen. Wennemer bezeichnete es als "Fehler", sich überhaupt auf eine Betriebsvereinbarung eingelassen zu haben.

Am Mittwoch war Wennemer im Landtag von allen Parteien attackiert worden. So hatte SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner dem Conti-Chef "ökonomische Skrupellosigkeit" vorgeworfen. Der Grünen-Politiker Enno Hagenah sprach von einer "bösartigen Steigerung des Turbokapitalismus" und rief zu einem Kunden-Boykott auf.

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