Comeback des ehemaligen Opel-Chefs

Karl-Thomas Neumann steigt bei door2door ein

04/2018, door2door Foto: door2door

Das Berliner Start-up door2door bekommt einen prominenten Investor: den ehemaligen Opel-Vorstandsvorsitzenden Karl-Thomas Neumann. Der Manager will sich auch aktiv in der Unternehmen einbringen.

Vernetzte Verkehrssysteme, bei denen der Nutzer zwischen verschiedenen Angeboten wählen kann, das klingt in der Theorie alles sehr einfach. Im Alltag scheitert die schöne neue Welt leider oft an in sich geschlossenen Insellösungen.

Wer die Car Sharing – App auf dem Smartphone hat, will nicht unbedarft vor dem Fahrkartenautomaten oder dem Netzplan des öffentlichen Nahverkehrs „nur Bahnhof“ verstehen und denkt nicht an die Möglichkeit eines Sammeltaxis für die gleiche Kurzstrecke – weil er die Existenz dieses Service gar nicht kennt.

Start-up mit Büros in Berlin und Brasilien

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Der ADAC ist im Februar 2018 als Partner für allygator eingestiegen.

Genau hier knüpft das Geschäftsmodell des Start-ups door2door mit dem Hauptsitz in Berlin und einer Dependance im brasilianischen Porto Alegre an.

Die von door2door entwickelte Software-Plattform erlaubt es den Betreibern öffentlicher Nahverkehrsangebote, on-Demand-Angebote in ihre Netzplanungen mit aufzunehmen. Das ist vor allem ein Vorteil für Städte und Metropolregionen, bei denen nicht alle Ziele an ein Bahnnetz angeschlossen sind – große Neubaugebiete beispielsweise.

Ein Kunde von door2door ist die Duisburger Verkehrsgesellschaft. Seit September 2017 ist der on-Demand Shuttle-Service „myBus“ in der Stadt aktiv. Seit über zwei Jahren ist in Berlin der Shuttle-Dienst „allygator“ auf Achse und bietet eine Alternative zum Taxi. Im Februar 2018 ist der ADAC als prominenter Partner für die Mobilitätsdienstleistung in der Hauptstadt eingestiegen.

Gründung im Jahr 2012

04/2018, door2door Foto: door2door
Dr. Tom Kirschbaum (l.) und Maxim Nohroudi haben door2door 2012 gegründet.

2012 wurde door2door vom Juristen Dr. Tom Kirschbaum und seinem Partner Maxim Nohroudi gegründet. An den beiden Standorten sind aktuell über 100 Mitarbeiter beschäftigt.

Anfang April konnte door2door eine prominente Person für sich gewinnen. Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann ist, neben dem ehemaligen SAP hybris – Vorstand Ariel Lüdi, als Investor bei door2door eingestiegen. Beide werden sich außerdem aktiv an der Führung des Unternehmens beteiligen.

„door2door wird die Art und Weise, wie wir uns weltweit in Städten bewegen, drastisch verändern. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit einem außergewöhnlichen Team daran zu arbeiten, neue Mobilitätslösungen nachhaltig auf die Straße zu bringen. Die Technologien, um aktuelle Herausforderungen von Stau bis Luftverschmutzung zu lösen, sind bereits vorhanden. In fast allen Mobilitätsbereichen sorgen neue Technologien für einen echten Umbruch – es wird Zeit, dass auch der ÖPNV (Öffentlicher Personen-Nahverkehr, Anm. d. V.) einen Gang höher schaltet“, gibt Karl-Thomas Neumann zu Protokoll.

Der Niedersachse war von März 2013 bis Juni 2017 Chef von Opel, bevor er im Zuge des Verkaufs von Opel an den französischen PSA-Konzern im Streit ging. Das Investment in door2door ist Neumanns Comeback in der deutschen Wirtschaft nach seiner Weltumsegelung.

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