Karmann

Flucht in die Agrartechnik

Foto: Karmann

Ungeachtet weiter fehlender Neuaufträge im Auto-Komplettbau prüft der angeschlagene Autobauer Karmann eine Zusammenarbeit mit dem Traktorenhersteller Fendt. Dabei soll es um die Kooperation bei Entwicklung und Montage von Agrartechnik gehen.

Es habe Gespräche gegeben, sagten Sprecher beider Unternehmen am Mittwoch (18.6.) und bestätigten einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Wegen fehlender Nachfolgeaufträge steht der Fahrzeugkomplettbau bei Karmann stark unter Druck. Nach der Ankündigung des Abbaus von 1.770 Stellen drohen hunderte weitere Entlassungen. Mit der Krisensparte habe eine mögliche Kooperation mit Fendt aber nur indirekt zu tun, sagte der Karmann-Sprecher.

Fendt im bayerischen Marktoberdorf ist ein Tochterunternehmen des US-Landmaschinenherstellers AGCO. Ein Konzernsprecher begründete die Kontakte zu Karmann mit dem Nachfrage-Boom in der Landtechnik-Branche und begrenzten Produktionskapazitäten bei Fendt: "Man kann entweder ein neues Montagewerk bauen, oder Kapazitäten auslagern." AGCO ist nach eigenen Angaben weltweit der drittgrößte Landmaschinenhersteller. Die deutsche Tochter Fendt hatte 2007 gut 13.300 Traktoren verkauft, in diesem Jahr sollen es 15.500 werden.

Der Karmann-Sprecher sagte weiter, bei dem Gespräch sei es zum einen um mögliche Kooperationen in der Sparte Produktionstechnologie gegangen, wo etwa Maschinen und Werkzeuge für die Fahrzeugfertigung entwickelt werden. Zudem sei über den Bau einzelner Komponenten als Zulieferung für die Enmontage anderswo gesprochen worden. Der Komplettfahrzeugbau sei nicht Gegenstand der Gespräche gewesen.

Wegen bislang ausgebliebener Neuaufträge zum Bau kompletter Autos hatte Karmann Anfang des Jahres bereits 500 Stellen in Osnabrück abgebaut. Insgesamt stehen 1.770 Arbeitsplätze in den Werken Osnabrück und Rheine auf der Streichliste. Gegenwärtig wird bei Karmann noch der Audi A 4 als Cabriolet und der Mercedes CLK gebaut. Im Frühjahr 2009 würden mit Auslaufen des Audi-Auftrags im nordrhein-westfälischen Werk Rheine 900 Mitarbeiter die Arbeit verlieren. Zuletzt waren auch Gerüchte über mögliche Verkaufsabsichten der Karmann-Eigentümer bekanntgeworden. Eine von Karmann angekündigte Zwischenbilanz im Bemühen um neue Perspektiven rückt näher - das Unternehmen wollte sich bis zum 1. Juli äußern.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Kommentar schreiben
Neues Heft
Top Aktuell Porsche Cayenne Diesel Porsche-Chef Blume "Von Porsche wird es künftig keine Diesel mehr geben“
Beliebte Artikel Autobauer Karmann mit Umsatzeinbruch Karmann Engagement in Brennstoffzellen
Anzeige
WhatsApp Newsletter
WhatsApp Newsletter
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Sportwagen VLN 7 - Nürburgring - 22. September 2018 VLN, 7. Lauf 2018 Black Falcon siegt vor Frikadelli Falken Porsche 911 GT3 R 2019 - VLN 7 - 20. September 2018 VLN Vorschau, 7. Lauf 2018 Falken mit neuem Porsche
Allrad Kia Niro EV Elektro-SUV Kia e-Niro (2019) Elektro-SUV mit 485 km Reichweite Seat Tarraco, SUV, Offroad, Allrad, 7-sitzer Seat Tarraco (2019) Lesen Sie hier alles zum neuen Seat-SUV
Oldtimer & Youngtimer VW Käfer 1302 LS Cabriolet, Frontansicht Top 10 Ranking H-Kennzeichen Die Oldtimer-Charts 2018 Volkswagen Käfer 1200 Cabriolet (1961) VW Käfer Auktion Schwedens größtes Käfer-Museum macht zu