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Kia K900 AWD (2018)

Sitzprobe in der koreanischen Luxuslimousine mit Allrad

New York Auto Show 2018

Der koreanische Autobauer Kia stellt sich in der Luxusklasse neu auf und bringt zur New York Auto Show den neuen K900 als Weltpremiere mit. Wir haben im Mercedes-S-Klasse-Konkurrenten schon mal Platz genommen.

29.03.2018 Uli Baumann, Gerd Stegmaier

Der Kia K900, der auf anderen Märkten als Ouoris oder K9 angeboten wird, ist das Luxusflaggschiff der Koreaner. Für 2018 wurde der Luxusliner komplett überarbeitet. Seine Weltpremiere feiert der neue Kia K900 auf der New York Auto Show.

Die Neuauflage, die in Zusammenarbeit von Designern in Korea und Kalifornien entstanden ist, setzt auf elegante fließende Linien und geometrische Details. Von vorne durchaus eigenständig ähnelt der K900 von hinten stark der S-Klasse von Mercedes. Die Heckleuchten des weiß lackierten Messeautos sind mattgrau eingefasst, Kunststoff statt Chrom-Bling-Bling. Das Material findet sich konsequent noch anderswo an der Karosse, auch das Typenschild ist mausgrau auf weiß, die Leichtmetallfelgen sind ebenfalls grau lackiert. Ein eigener Look, aber Metall würde mehr hermachen, vor allem am dann doch chromglänzenden Kühlergrill, der ebenfalls aus Kunststoff gefertigt scheint. Haptisch ist er jedenfalls eine Enttäuschung, vor allem im Zentrum, wo eine transparente Abdeckung wohl das Abstandsradar schützen soll. Die Scheinwerfer und die Rückleuchten setzen zeitgemäß auf LED-Technik.

Aufbauend auf einer neuen Plattform bekam der große Kia 60 Millimeter mehr Radstand, der nun 3.105 Millimeter misst. Die Überhänge an Front und Heck wurden kürzer, gefühlt ist der K900 deutlich flacher als eine S-Klasse, sieht gestreckt und schlanker aus, aber auch weniger präsent, unauffälliger statt protzig.

Sitzprobe im neuen Kia K900

Trotzdem sind die Platzverhältnisse in der großen Limousine mehr als ordentlich, wenn auch nicht verschwenderisch. Vor allem über den Köpfen der Insassen fehlt es an Luftigkeit, zumindest wenn sie über 1,80 Meter groß sind. Natürlich berührt man den Dachhimmel nicht, aber den Luxus verschwenderischen Raumes dürften allenfalls zierlichere Koreaner wahrnehmen. Die können die Einzelsitze im Fond praktisch genauso vielfältig verstellen wie die vorne – selbst wenn sie hinten sitzen. Zumindest den Beifahrer könnte man aus dem Fond quasi zusammenfalten, weil seitlich an der Rückenlehne des Vordersitzes Schalter für Längs- und Lehnenverstellung platziert sind, damit sich der hinten rechts Chauffierte

Aber auch der Fahrer darf sich an den bequemen mit angenehm weichem Leder bespannten Sitzen und einem gekonnten Finish des Interieurs erfreuen. Leder findet sich nicht zu knapp auch am sowie auf dem Armaturenbrett, der Mittelkonsole und den Türverkleidungen. Das spärlicher verwendete Edelholz wirkt dazwischen trotz spürbar gemaserter Oberfläche künstlich, die alufarbenen Schalter an Mittelkonsole und Multifunktionslenkrad sind genauso aus Plastik wie die recht profan gestalteten schwarzen Lenkstockhebel.

Auf der Armaturentafel sitzt ein 12,3 Zoll großer Touchscreen, dessen Grafik wir auf der Messe aber nicht begutachten konnten. Die Instrumente vor dem griffsympathischen Lederlenkrad haben noch Zeiger, aber zahlreiche Bedienungselemente sollen auf Annäherung reagieren und die Ambientebeleuchtung lässt sich wohl vielfach konfigurieren. Neu an Bord ist der chromglänzende Chronograph der Schweizer Uhrenmanufaktur Maurice Lacroix unter dem Infotainment-Display.

Insgesamt ist das Ambiente im K900 viel konservativer als in der europäischen Luxusklasse. Von Touchscreen-Orgien wie beispielsweise im Audi A8 sind die Koreaner mit ihren klassischen, aber gar nicht so hochwertigen Schaltern gefühlt noch mindestens eine Generation entfernt – vielleicht ist das auch einfach ein Zugeständnis an die wohl eher konservative Kundschaft.

V6-Biturbo und Allradantrieb

Neu an Bord ist auch ein V6-Turbomotor, während das Vorgänger noch einen V8 haben durfte. Den Kia K900, der auf der Plattform des Kia Stinger aufbaut, treibt dessen 3,3-Liter-V6-Biturbo an. Allerdings steht auf der Motrabdeckung im K900 anders als im Stinger nicht „GDI“ – vielleicht hat die Limousine keine Direkteinspritzung. Die macht den V6 im Stinger 370 PS und vor allem 510 Nm stark. Die Gangwechsel übernimmt standesgemäße eine Achtgang-Automatik. Das in der Limousine eventuell etwas üppigere Antriebsmoment verteilt ein variabler Allradantrieb mit Torque Vectoring von Magna traktionsfördernd an alle Viere. Für gute Bodenhaftung und limousinentauglichen Komfort sollen elektronisch gesteuerte Dämpfer sorgen.

Gebaut wird der neue Kia K900 weiterhin ausschließlich in Korea. Auf die ausgewählten Weltmärkte kommt er dann im zweiten Quartal 2018.

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neutraler, objektiver Autojounalismus gibt es praktisch nicht, obwohl es hier besonders gut wäre, um einen besseren Marktüberblick und eine andere Meinung als vom Hörensagen oder Herstellerwebseiten und Werbekataloge zu bekommen

ioopaas134 30. März 2018, 22:23 Uhr
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