Kölleda

Zu wenig Arbeit

Foto: Daimler-Chrysler

Die langfristige Auslastung des vor drei Jahren eröffneten Motorenwerks von Daimler-Chrysler im thüringischen Kölleda
ist weiter unsicher. Pläne, die Endmontage neuer Dieselmotoren von 2010 an von Untertürkheim nach Kölleda zu vergeben, mussten vorerst auf Eis gelegt werden.

Der Betriebsrat in Untertürkheim habe die Gespräche dazu unterbrochen, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag und bestätigte einen Bericht der "Thüringer Allgemeine". Derzeit werden in Kölleda mit etwa 300 Beschäftigten Benzinmotoren für den Mitsubishi Colt gefertigt.

Zudem soll voraussichtlich Ende des 1. Quartals die Montage von Dieselaggregaten für den neuen Smart Fortwo starten, auch Dieselmotoren für den Colt sollen gefertigt werden. Seit Eröffnung ist die ursprünglich geplante Produktionskapazität in Kölleda nie vollständig genutzt worden.

"Der derzeitige Verhandlungsstand führt dazu, dass eine langfristige Beschäftigungssicherung in Kölleda gefährdet ist, obwohl eine Lösung im Sinne beider Werke möglich wäre", sagte ein Daimler-Chrysler-Sprecher. Dem Betriebsrat in Untertürkheim sei angeboten worden, dass das Produktionsvolumen, das Kölleda erhalten soll, vollständig durch andere Aufträge kompensiert wird. Zu den Gründen für das vorläufige Scheitern der Gespräche mit dem Betriebsrat wollte der Sprecher nichts sagen. Es gehe nicht um eine Produktions- oder Arbeitsplatzverlagerung, sagte er. Sondern darum, wie die Kapazitäten für die Produktion eines neuen Dieselmotors innerhalb der Antriebssparte von Daimler-Chrysler genutzt würden.

Eine Sprecherin in Kölleda sagte, das Werk laufe im Einschicht- Betrieb, es gebe keine verkürzten Arbeitszeiten mehr. Die Planungen hatten zu Beginn der Investition bis zu 500 Arbeitsplätze bei Dreischicht-Betrieb vorgesehen. Zeitweise waren Mitarbeiter aus Thüringen an andere Konzernstandorte abgeordnet worden.

Das Motorenwerk in Kölleda war Ende 2003 als jeweils 50-prozentiges Gemeinschaftsunternehmen von Daimler-Chrysler und Mitsubishi gestartet. Mitte 2006 hatte Daimler-Chrysler alle Anteile an dem Werk übernommen.

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