Lancia Ypsilon

Komprimierte Oberklasse

Als Weltpremiere zeigt Lancia den neuen Ypsilon auf dem Genfer Autosalon. Prangte beim Vorgänger noch ein schnödes Y auf der Heckklappe, so darf sich der Nachfolger schon mit einem vollständigen Namen schmücken.

Und mit diesem Namen möchte Lancia den Kompakten auch als edlen Kleinwagen mit Premium-Attributen etablieren, dazu greifen die Italiener die Stilmerkmale der aktuellen Lancia-Modelle Thesis und Phedra auf. Der Autobauer nennt den Ypsilon (3,76 Meter lang, 1,69 Meter breit und 1,52 Meter hoch; Radstand 2,39 Meter) sogar ein „Konzentrat einer Oberklasselimousine“. Daran wird er sich messen lassen müssen: Unter der Haube findet sich zunächst Altbekanntes. Zwei 1,2 Liter große Benziner die 44 kW (60 PS) beziehungsweise 59 kW (80 PS) leisten. Dazu gesellt sich nun ein neu entwickelter Sechzehnventiler, der aus 1,4 Liter Hubraum 70 kW (95 PS) schöpft und ein Common-Rail-Diesel mit 1,3 Liter Hubraum. Letzterer ist nach Angaben des Herstellers für 51 kW (70 PS) und für ein maximales Drehmoment von 180 Nm bei 1.750/min. gut. Der Selbstzünder wird mit einem automatisierten sequenziellen Dualmode-Getriebe kombiniert, das wahlweise als Halb- oder Vollautomatik arbeitet. Später soll diese Automatik auch mit dem neuen 1,4 Liter-Benziner kombiniert werden können.

So weit so gut. Entern wir den Innenraum, der natürlich in gleicher „stilistische Konsequenz ein ansprechendes Ambiente“ entstehen lässt. Na denn! Wie jeder Autohersteller verspricht auch Lancia hochwertig und wiederstandsfähige Materialen sowie elegante Farben und „vielfältigste Möglichkeiten zu Individualisierung“. Nicht Neues also in diesem Bereich. Doch halt! Immerhin verfügt der Ypsilon über ein großes Glasschiebedach (einen sogenannten Skydome) – das fast 70 Prozent der Dachefläche einnimmt. Das elektrische Dach – bestehend aus zwei Glas-Hälften und zwei Sonnenjalousien – soll sich in sieben Sekunden öffnen lassen und Cabrio-Qualitäten offerieren. Leider gehört dieses Feature – ähnlich wie beim Maybach oder der E-Klasse – zu den vielfältigen Individualisierungsmöglichkeiten, die Geld kosten.

Wem allerdings so viel Frischluft nicht ausreicht, der kann im neuen Ypsilon die Klimatisierung auch der Elektronik überlassen. Eine Zwei-Zonen-Klimaanlage sorgt für unterschiedliche Temperaturen auf der rechten und linken Seite des Innenraums – und steuert automatische die Temperatur, die Luftleistung, die Verteilung und die Umluft. Nach soviel Luft mehr oder weniger konkretes. Ab Mitte Oktober rollt der Ypsilon zu den deutschen Händler – die Preise beginnen da, „wo wir beim Y aufgehört haben“, so der Lancia-Sprecher Vincenzo Lucà. Allerdings werde der Preis für das Ypsilon-Einstiegsmodell unter dem des derzeit angebotenen Lancia Y Cosmopolitan zu 13.500 Euro liegen.

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