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Land Rover Experience 2017 Erkundungstrip in Peru

Der Masterplan fürs Offroad-Abenteuer

Range Rover Sport Foto: Craig Pusey 21 Bilder

Die Land-Rover-Experience-Touren sind seit Jahren das Aushängeschild in Sachen Abenteuerreisen. Wir wollten von den Machern wissen: Wie geht man solche Trips an? Einfach drauflos? Oder klug auskundschaften?

11.10.2017 Dani Heyne Powered by

Unmöglich„, antwortet der peruanische Straßenmeister und grinst bis über beide Ohren. “Glaubt mir, da geht’s nicht weiter.„ Der junge Mann mit dem frisch gebügelten blauen Hemd steht mitten im Dschungel von Peru, umringt von einem Dutzend Arbeitern in orangefarbener Schutzkleidung. Ihre faltigen Gesichter strahlen eine Freude aus, die sofort ansteckt. Und obwohl sie keinen blassen Schimmer haben, wie diese drei Range Rover Sport hierher gekommen sind, freuen sie sich wie kleine Kinder und lauschen der fremden Sprache.

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Range Rover Sport
Land Rover Experience 2017 Erkundungstrip in Peru Der Masterplan fürs Offorad-Abenteuer
auto motor und sport 16/2017
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Die meisten von ihnen tragen scharfe Macheten, mit denen sie den Dschungel auf beiden Seiten der Straße zurückschlagen. Wie ein Stoßtrupp rücken sie dabei stets um ein paar Hundert Meter nach vorn. Um dann schnell und leise wieder zum Ausgangspunkt zurückzueilen – damit ihr junger Chef im blauen Hemd ein Bild vom Straßenabschnitt aufnehmen kann. Dabei wird eine Markierungstafel hochgehalten, um dem zuständigen Amt später einen Beweis für die ordnungsgemäße Durchführung schicken zu können.

Der Regisseur des Offroad-Abenteuers

Auch die Range Rover sind auf einer Mission. Auf einem speziellen Erkundungstrip, angeführt von Dag Rogge – der seit fast 20 Jahren Regie bei den bekannten Land-Rover-Experience-Touren führt. Das sind jene Abenteuerreisen, die Mensch und 4x4-Maschine sanft, aber bestimmt Richtung Limit – und dabei über traumhaft schöne und entlegene Pfade – führen. Immer fern der Heimat. Alle zwei Jahre gibt es eine neue Tour. 2017 hat sich Rogge Peru ausgesucht – das ist auch der Grund, warum er und seine besten Leute hier sind. Sie wollen die Machbarkeit der geplanten Routen überprüfen. Gutes Kartenmaterial mag einem passende Wege aufzeigen – mit der Realität muss das jedoch nicht zwangsläufig übereinstimmen. Ein längerer Regenschauer, ein kleiner Erdrutsch, ein verstimmtes Naturvolk oder ein zündelnder Bandenkrieg ...

Range Rover in Wüste Foto: Craig Pusey
Wilkommen in Peru - ja, solche Ausblicke gibt's da. Und gleich gehts in den Dschungel.

Auf die Frage, wie sich Rogge und sein Team auf die Land-Rover-Experience-Touren vorbereiten, bekamen wir eine spontane Einladung: Macht euch selbst ein Bild und kommt mit auf die Vortour nach Peru. Da wären wir, irgendwo im Nirgendwo. Den Blick auf einen interessanten Schlammpfad im Dschungel gerichtet. Genau genommen ist es ein Pfad durch eine grüne Dampfsauna. Im Ohr das gute Englisch des jungen Bautruppleiters: “Der Regen der letzten Tage hat den Weg zum Fluss unpassierbar gemacht. Mit etwas Glück ist er in ein paar Tagen wieder befahrbar. Aktuell kommen wir nicht mal mit unseren Toyota Pickups durch – und die sind richtig tapfer.„

Ob es der letzte Satz war, der Dag Rogge gekitzelt hat? Man weiß es nicht. Fakt ist: Der Typ liebt Herausforderungen. Und er kennt den straffen Zeitplan der Vortour. Für ihn ist sie eine Art Vorpremiere – was dabei nicht klappt, wird hinterfragt. Denn: Zur Haupttour im Oktober müssen Route und Zeitplan sitzen. Dabei lief es bis jetzt wie am Schnürchen. Die Range Rover Sport hatten die Ocucaje-Wüste problemlos durchquert, waren sicher durch die Anden gekraxelt und wollten nun den Dschungel kreuzen – um die zauberhafte Vielseitigkeit von Perus Landschaft unter einen Hut zu bekommen.

Wühlen bis tief in die Nacht

“Wir probieren es„, ruft Rogge seinen Leuten zu. Der Blauhemdige schüttelt den Kopf und lässt sich einen Koffer reichen. Zehn Minuten später hat er eine Drohne in der Luft und fliegt den Weg ab, um uns vom Gegenteil zu überzeugen. Im Bildschirm wird der rotbraune Weg immer mehr zum Schlammparadies. Tiefe Furchen sind zu erkennen, ein steiler Aufstieg – und dann schwebt die Drohne über eine kleine Brücke, die es nicht mehr wirklich gibt. “Wir probieren es„, wiederholt Dag Rogge und lächelt dankbar. Wir verabschieden uns vom Bautrupp, der in die andere Richtung verschwindet.

Range Rover im Dschungel Foto: Craig Pusey
Schlammpackung? Dem Range gefällt's - endlich mal artgerechter Einsatz fernab des Großstadtdschungels.

Bei den eingesetzten Range Rover Sport – das ist nicht ganz unwichtig – handelt es sich um einfache Serienfahrzeuge, die weder spezielle Sperren tragen noch höher gelegt wurden. Lediglich grobe Geländereifen wurden montiert. Einer der drei bekam zusätzlich noch eine Winde vor den Kühler. Die Haupttour bestreiten dann neue Land Rover Discovery, sie werden gerade erst gebaut.

Die Range Rover schieben sich langsam vorwärts, durch die tiefen Furchen wanken sie gelegentlich hin und her und gleichen dabei dicken Elefanten. Dann kommt der erste fiese Anstieg – und es geht nichts mehr. Nicht mal Laufen gelingt auf diesem saugenden Lehmboden, der einen sanft, aber bestimmt nach unten zieht. Ob wir die vier Kilometer wirklich schaffen? Dag Rogge sitzt ruhig am Steuer eines der Range Rover Sport und dirigiert das Dickschiff mit minimalem Tempo den Hang hinauf. Unfassbar, wie tief wir in der Spur hängen.

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Das Abenteuer wartet nicht

Nicht mal mehr die Türen lassen sich öffnen, rechts und links greift der Dschungel nach uns. “Immer schön langsam„, ermutigt Rogge sein Team via Funk. Zehn Mal haben wir uns in den vergangenen vier Stunden festgefahren – und wieder befreit. Die Hälfte des Teams trägt nun eine beeindruckende Schlammpackung, ans Aufgeben denkt keiner. Würde auch nichts bringen, zurück ist und bleibt keine Option.

Nach einer besonders fiesen Schlammpassage lässt uns der Dschungel endlich passieren. Als die kleine Fährstation gegen zwei Uhr morgens in den Scheinwerferkegeln auftaucht, schaut alles Glück dieser Welt vorbei. Und wiegt uns in den Schlaf. Die Hälfte der Crew pennt direkt im Sitzen ein, bei den anderen reicht die Kraft noch fürs Zelt. 240 Minuten später tischt die Frau des Fährmeisters eine frische Hühnersuppe auf. Danach bringt uns ihr Mann auf die andere Seite.

Das Abenteuer wartet nicht. Ein weiter, langer, aber vergleichsweise entspannter Fahrtag durch wunderschöne Natur steht an. Danach liegen Dag Rogge und sein Team wieder im Zeitplan. Doch sie wissen: Die Route durch den Dschungel funktioniert für die Haupttour nicht. Und wir haben gelernt, wie hart die Jungs am Masterplan fürs Abenteuer arbeiten.

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