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Urteil im Berliner Raser-Prozess

Lebenslänglich für beide Angeklagten

VW E-Golf Polizei Foto: VW

Erstmals in Deutschland sind Teilnehmer an einem illegalen Autorennen mit tödlichem Ausgang wegen Mordes verurteilt worden.

27.02.2017 Holger Wittich 5 Kommentare

Das Berliner Landgericht verhängte am Montag (27.2.2017) gegen die beiden Angeklagten Hamid H. (28) und Marvin N. (25) lebenslänglichen Freiheitsstrafen wegen Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie einen lebenslangen Führerscheinentzug. Damit folgte der Vorsitzende Richter den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, da beide Verteidiger Rechtsmittel einlegten.

Todes-Fahrer keiner eigenen Schuld bewusst

Sie plädierten für Schuldsprüche wegen fahrlässiger Tötung für einen Fahrer und Gefährdung des Straßenverkehrs sowie fahrlässige Körperverletzung und ebenfalls Gefährdung des Straßenverkehrs für den anderen Angeklagten. Sie argumentierten, die Teilnahme an einem illegalen Autorennen sei nicht mit einem Tötungsvorsatz gleichzusetzen. Die beiden Männer seien davon ausgegangen, sie haben alles unter Kontrolle. Eine Psychologin hatte vor Gericht einen Unfallverursacher als „massiv selbstüberschätzend“ beschrieben. Im Rennen ging es ums Gewinnen und um das Ego aufzuwerten, er sei sich keiner eigenen Schuld bewusst, so die Deutsche Presseagentur.

Unfall-Auto wurde 72 Meter weit geschleudert

In der Nacht zum 1. Februar 2016 hatten sich die beiden Angeklagten Hamid H. und Marvin N. mit ihren Autos (Audi A6 TDI und Mercedes-AMG CLA 45) ein illegales Rennen auf dem Berliner Kürfürstendamm geliefert. Dabei überfuhren sie mit Geschwindigkeiten jenseits der 150 km/h elf Ampelanlagen, die meisten davon zeigten rot. In der Höhe der Gedächtniskirche kollidierte der Audi mit einem Jeep, der aus einer Seitenstraße bei grüner Ampel fuhr. Das Fahrzeug wurde 72 Meter weit geschleudert und überschlug sich mehrfach. Michael W. (69), der Fahrer des Jeeps war auf der Stelle tot. Zum Zeitpunkt des Unfalls soll der Audi zwischen 160 und 170 km/h schnell gewesen sein, der Mercedes 138 km/h. Beide Fahrer wurden bei dem Unfall leicht verletzt, eine Beifahrerin musst mit Schock und Verletzungen ins Krankenhaus.

Die Teilnahme an einem illegalen Autorennen ist eine Ordnungswidrigkeit und wird mit 400 Euro Strafe und einen Monat Fahrverbot geahndet. Bei tödlichen Unfällen wurde in der Regel die Unfallverursacher wegen fahrlässiger Tötung angeklagt und oftmals dann zu einer Geldbuße oder einer Bewährungsstrafen verurteilt.

Neuester Kommentar

Das Urteil ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Es wird in der nächsten Instanz kassiert. Nicht umsonst gibt es die Unterscheidung zwischen fahrlässiger Tötung, Totschlag und Mord.

Zum Glück ist die Bundesrepublik Deutschland ein Rechtsstaat, an den sich auch die Staatsanwaltschaft halten muß und es regiert nicht der Mob.

Berndili 4. Juni 2017, 18:01 Uhr
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