Leichtbau am Jaguar XE

Leichte Mittelklasse-Limousine

Leichtbau, Jaguar XE, Karosserie, Technik Foto: Jaguar 41 Bilder

Weniger Gewicht und höhere Steifigkeit sind bei der XE-Karosserie kein Widerspruch, sondern Teil des Konzepts, mit dem Jaguar sich für die Zukunft rüstet.

Es ist ja nicht so, als ob Jaguar den Leichtbau erst noch lernen müsste. Schon die atemberaubende Hülle der ersten XK-Modelle ab 1948 bestand aus Aluminium, und ohne dessen gewichtssenkende Wirkung wären die Rennerfolge von C-, D- und E-Type wohl weniger grandios ausgefallen. Seit Einführung der vorigen XJ-Reihe 2002 bestehen sogar Chassis und Karosserie sämtlicher neuen Modelle der Marke aus verklebten und vernieteten Alu-Blechen, was klare Vorteile bei Fahrdynamik und Verbrauch bringt.

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Jaguar XE mit 1,1 mm dünnen Alublechen

Mit dem Jaguar XE setzen die Briten diese Technik nun erstmals auch in der Mittelklasse ein und steigern den Anteil besonders leichter Werkstoffe bei der Karosserie auf jetzt 75 Prozent – ein Spitzenwert in diesem Segment. Speziell für die Limousine wurde sogar eine neue Alu-Legierung mit der Bezeichnung RC5754 entwickelt, die Altmaterial wiederverwendet und damit hilft, bis 2020 die angestrebte Recyclingquote von 75 Prozent zu erreichen.

Das Gros der Komponenten des Jaguar XE besteht aus hochfesten Legierungen der 6.000er-Klasse, zum Beispiel die aus einem Stück gefertigten Seitenwände. Während solche Pressteile früher aus Stahl und 1,5 mm dick waren, sind sie heute – bei gleicher Steifigkeit – aus nur noch 1,1 mm dünnem Aluminium. So wiegt die unlackierte Rohkarosserie mit 342 kg immerhin 56 Kilo weniger als die einer Mercedes C-Klasse, wobei zugleich die Torsionssteifigkeit auf 22.000 Nm stieg.

Vorteil modulare Architektur

Neben vielen weiteren Bauteilen wie den Bremsen und Rädern haben auch die Vordersitze überflüssige Pfunde abgelegt, denn ihre neuen Gestelle bringen jeweils 2,5 kg weniger auf die Waage. Außerdem stecken im Jaguar XE insgesamt 46 Kilo an recycelten Kunststoffen und nachwachsenden Rohstoffen, was die Ökobilanz weiter verbessert. "Zugleich haben wir sichergestellt, dass die Struktur alle globalen Sicherheitsstandards erfüllt, ohne die Designqualität oder die hohe Verarbeitungsgüte des Autos zu schmälern", sagt der für den Karosseriebau verantwortliche Chefingenieur Mark White.

Mindestens ebenso wichtig für Jaguar ist die flexible, modular aufgebaute Architektur, die der XE erstmals nutzt und die künftig eine schnelle, kostengünstige Umsetzung zusätzlicher Modelle und Varianten ermöglicht. Dafür mussten allerdings zunächst einmal 1,9 Milliarden Euro für einen neuen Fertigungskomplex auf dem Gelände des Land-Rover-Stammwerks in Solihull investiert werden, wo im nächsten Jahr die Produktion beginnt. Eine schwere Hypothek, die der Jaguar XE und seine späteren Ableger jedoch mit Leichtigkeit abtragen werden.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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