Leoni weiter auf Übernahmekurs

Foto: Leoni

"Das Thema Übernahmen ist für uns weiter interessant. Wir haben bislang jedes Jahr ein, zwei Akquisitionen getätigt. Das halte ich auch für nächstes Jahr für wahrscheinlich", sagte Leoni-Vorstandschef Klaus Probst am Mittwoch (12.12) der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Leoni sehe sich sowohl für die Sparte Kabel als auch im Bereich Bordnetze nach lohnenden Kandidaten um. Die Planungen für das laufende Geschäftsjahr und 2008 bestätigte Probst. Signifikante Auswirkungen durch Währungsschwankungen oder steigende Rohstoffpreise seien nicht zu erwarten.

Übernahme-Ziele bereits im Visier

Leoni habe bereits einige Übernahme-Ziele im Visier, sagte Probst. Im Bereich Kabel würden auf dem europäischen Markt im Augenblick zwei bis drei Unternehmen unter die Lupe genommen. Dabei handele es sich um eher kleinere Ziele mit einem Umsatz von maximal 50 Millionen Euro. Mit Einzelheiten sei in den kommenden drei bis sechs Monaten nicht zu rechnen. "Die Konsolidierung in der europäischen Kabelindustrie geht sicher weiter und wir wollen eine aktive Rolle spielen."

Im Bordnetzbereich sei Leoni nach dem Valeo-Deal "auf den Geschmack gekommen", sagte Probst. "Wir überlegen, da noch das eine oder andere zu tun, wenn auch nicht in der Größe von Valeo." Konkret werde momentan an einem Projekt in Asien gearbeitet. "Wenn es klappt, sollten wir in den nächsten drei Monaten Einzelheiten nennen können." Hier sei eine Umsatzgröße von bis zu 100 Millionen Euro im Gespräch. Die Finanzierung neuer Übernahmen bereite keine Schwierigkeiten. Eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung sei kein Thema.

Gegen Währungsbelastungen sei Leoni weitgehend abgesichert, sagte Probst. "Wir haben keine Verluste aus Währungen in diesem Jahr und erwarten sie auch 2008 nicht." Das Unternehmen profitiere vor allem von der Produktion vor Ort. So werde der US-Markt von Mexiko aus beliefert. Währungsschwankungen seien kein Thema, da der mexikanische Peso an den US-Dollar gekoppelt sei. Für Asien produziert Leoni in China.

Gefahrenpotenzial hält sich in Grenzen

Auch auf der Rohstoffseite halte sich das Gefahrenpotenzial in Grenzen. "Das ist sicher immer ein Stressfaktor, aber nichts, was wir nicht beherrschen könnten. Da erwarte ich auch im nächsten Jahr keine signifikanten Effekte", sagte Probst. Beim Kupfer, dem wichtigsten Rohstoff im Kabelgeschäft, könnten Preissteigerungen an die Kunden weitergegeben werden. Außerdem bestünden langfristige Lieferverträge. Derzeit verarbeite Leoni mehr als 100.000 Tonnen Kupfer pro Jahr.

Für das Jahr 2007 rechnet Probst mit einem Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 130 Millionen Euro. Der Überschuss werde bei rund 83 Millionen Euro liegen. 2008 sollen die Erlöse dank der Valeo-Übernahme auf rund drei Milliarden Euro steigen, beim Gewinn vor Zinsen und Steuern strebe die Unternehmensführung rund 140 Millionen Euro an.

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