Linde-Chef Wolfgang Reitzle

Atomausstieg ist beängstigend

Wolfgang Reitzle Foto: Linde 5 Bilder

Linde-Chef Wolfgang Reitzle hat die Bundesregierung für ihren überstürzten Atomausstieg und fehlende Energiestrategien scharf kritisiert.

Nach Gesprächen mit der Bundesregierung am Vorabend in Berlin zeigte sich Reitzle am Donnerstag (14.4.) auf dem auto motor und sport-Kongress in Stuttgart enttäuscht. "Es ist beängstigend. Da werden Atomkraftwerke abgeschaltet, die 50 Prozent der Grundlast erzeugen." Dennoch gebe es überhaupt keine Strategie, wie diese Mengen ersetzt werden sollen. "Es gibt kein Konzept, das durchdacht ist." Es sei überhaupt nicht klar, was der Ausstieg kostet und wie die Energiemengen ersetzt werden sollen. "Es ist überhaupt nichts mehr durchdacht. Es gibt keine Planungssicherheit mehr, wir sind völlig verunsichert", so Reitzle.

Die Industrie werde sich nun stärker in die Diskussion einmischen. Die sichere und bezahlbare Energieversorgung sei für den Industriestandort unverzichtbar. Die Bundesregierung forderte Reitzle auf, stärkeren Kontakt mit der Industrie zu suchen.

Änderungen bei der Photovoltaik-Förderung angemahnt

Der Chef der Deutschen Energie-Agentur dena, Stephan Kohler, forderte ebenfalls Langfriststrategien. "Wir können uns nicht davon stehlen und erwarten, dass unsere Nachbarn wie Frankreich und Tschechien genug Kraftwerksleistung zubauen, um uns zu versorgen." Deshalb müsse Deutschland über Energie, Netzstabilität und Speicherkapazitäten sprechen.
Verwundert äußerte sich Kohler, wie stark manche Politiker etwa in Bayern nach Fukushima ihre Meinung zur Atomkraft geändert haben. "Isar 1 liegt in der Einflugschneise des Münchner Flughafens. Ich wundere mich über den angeblichen Erkenntnisgewinn durch Fukushiima." An der Lage und Gefährdung von Isar 1 habe sich durch Fukushima nichts geändert.

Änderungen fordert Kohler in der Förderung der privaten Photovoltaik. Das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) müsse überarbeitet werden. "Wir haben in diesem Bereich überhaupt keine Steuerung", kritisierte Kohler. Privathaushalte könnten frei Solaranlagen bauen, der Strom müsse über 20 Jahren bezahlt werden, ohne dass es eine Netzsteuerung oder Planung gebe. "In das EEG müssen energiewirtschaftliche Steuerelemente eingebaut werden."

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