Maserati Innovation Lab 2019 Patrick Lang
Maserati Innovation Lab 2019
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Maserati Innovation Lab 2019 13 Bilder

Maserati Innovation Lab

Drei Test-Schritte für neue Modelle

Die Produktentwicklung unterstützt Maserati unter anderem mit dem Einsatz hochmoderner Simulatoren. Wir durften im Innovation Lab einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Wenn man so durch die Büros und Gänge des Maserati Innovation Lab in Modena schlendert, fällt sofort auf, dass dort jede Menge junge Leute arbeiten. Der Schein trügt nicht. Unter allen 1.100 Mitarbeitern liegt der Altersdurchschnitt bei 37 Jahren, 20 Prozent sind sogar jünger als 30. Die Maserati-Gefolgschaft an der Via Emilia kümmert sich in dem 2015 eröffneten Entwicklungszentrum um die Produktentwicklung mit Hilfe digitaler Prozesse und hochmoderner Simulatoren. Auch die Giorgio-Plattform, auf der Alfa Romeo Giulia und Stelvio basieren, entstand in weiten Teilen in der Forschungseinrichtung.

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Im Jahr 2015 hat Maserati das Innovation Lab gegründet. Nun wurden erstmals die Pforten für Journalisten geöffnet.

Grundsätzlich steckt hinter der Nutzung von Simulationen die Idee, ein Produkt so nahe an die Serienreife zu bringen wie möglich, bevor es dann mit realen Prototypen auf reale Straßen geht. Wenn Fehler bereits im Labor erkannt werden, ist deren Korrektur nicht nur günstiger, sondern auch schneller erledigt. Zudem, und das ist schließlich nicht unerheblich, ist dieses Prozedere für die Tester absolut ungefährlich. Schließlich tut ein virtueller Unfall weder dem Auto noch dem Fahrer weh. Drei Labors durchläuft ein neues Modell, bis ein Prototyp gebaut wird.

Schritt eins: Static Simulator

Den Startpunkt markiert aber ohnehin keine dynamische, sondern eine statische Testreihe – zumindest, was den Fahrersitz anbelangt. Im Static Simulator projizieren drei Beamer eine Fahrbahn mit anderen Verkehrsteilnehmern auf eine gebogene Leinwand. Der Testpilot nimmt davor in einem echten und funktionsfähigen Cockpit Platz. Die Versuchsreihe hat zum Ziel, unterschiedliche Subsysteme wie Lenkung, Bremsen, ABS und die Fahrassistenzsysteme zu überprüfen.

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Der Testpilot probt die Funktionalität von Lenkung, Bremsen und Assistenzsystemen im Static Simulator.

Entsprechend werden teilweise auch physische (Pedale oder Lenkrad) und simulierte Komponenten verknüpft – ähnlich wie in einem Race-Seat an der Playstation. Im Simulator allerdings werden unterschiedliche Szenarien hinsichtlich Verkehrsdichte, Fahrbahnbeschaffenheit und Witterungsbedingungen durchgespielt.

Schritt zwei: Dynamic Simulator

Im nächsten Schritt geht es etwas wilder zur Sache. Der Dynamic Simulator ist im Aufbau ähnlich. Auch hier nimmt der Testfahrer in einem echten Cockpit vor einer geschwungenen Leinwand Platz. Die Piloten-Kanzel thront hier jedoch auf einer Konstruktion aus neun Aktuatoren, die im Zusammenspiel in der Lage sind, Fahreigenschaften realitätsnah wiederzugeben. So nickt der Simulator beim Bremsen nach vorne ein oder lehnt sich in die Kurven. Mit wenigen Klicks lassen sich Strecke, Fahrbahnoberfläche, Fahrmodi oder Fahrzeugkonfiguration ändern. So können leicht unterschiedliche Antriebskonzepte (auch elektrifizierte), Gewichtsverteilungen oder Schwerpunkte dynamisch dargestellt werden.

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Der Dynamic Simulator imitiert Beschleunigung, Bremsen und Kurvenverhalten durch das Zusammenspiel von neuen Aktuatoren.

Laut Maserati verringert dieses Testverfahren die Zeit für die Markteinführung neuer Modelle um bis zu 50 Prozent und den Einsatz physischer Prototypen um 40 Prozent. In Summe ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.

Schritt drei: User Experience

Nun geht es beim Autofahren aber nicht ausschließlich um die Maschine und deren Funktionsumfang, sondern auch um die Wechselwirkung mit dem Menschen, der am Steuer sitzt. Die nächste Station „User eXperience“ widmet sich entsprechend der Mensch-Maschine-Kommunikation. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf der Fahrzeugergonomie – also etwa der Erreichbarkeit von Bedienelementen, der Sitzposition oder Ablesbarkeit der Instrumente.

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Der Skylight Simulator taucht das Auto in wechselnde Lichtbedingungen. Hier geht es um die Bedienergonomie und die Ablesbarkeit der Instrumente.

Hier kommt auch der „Sky Light Simulator“ zum Einsatz, mit dem sich die verschiedensten Lichtstimmungen und Licht-Einfallswinkel nachstellen lassen. Vermeintlich kleine, aber im Alltag störende Faktoren wie in der Scheibe reflektierende Dekoleisten können so bereits ausgeschlossen werden, bevor es in die echte Fertigung geht. Neben den Augen sind hier auch die Ohren Gegenstand der Untersuchung. Im sogenannten psychoakutischen Labor werden Sounds und Töne von Warnhinweisen oder Bedienelementen entwickelt.

11/2019, Maserati Granturismo Zeda
Maserati Innovation Lab
1:51 Min.

Erst nach Abschluss all dieser Testläufe gibt es dann reale Prototypen, um den „Ernstfall“ auf der Straße zu prüfen. Bewährt sich das Auto auch hier, geht es in die Serienfertigung. Die Tatsache, dass wir bei unserem Rundgang durch das Innovation Lab so manches verhüllte Modell erspäht haben, lässt darauf schließen, dass die Tests zukünftiger Modelle bereits in vollem Gange sind.

Fazit

Das Zeitalter der Digitalisierung schlägt sich nicht nur in modernen Fahrzeug-Cockpits für den Anwender nieder. Bereits in der Entwicklung greifen die Ingenieure auf neue Methoden zurück. Das ist nicht nur sicherer für die Tester und spart Kosten, sondern steigert auch die Effizienz der Prozesse im Vorlauf des Prototypen-Baus.

Sportwagen Neuvorstellungen & Erlkönige 11/2019, Maserati Granturismo Zeda Besonders lackiertes Einzelstück Zéda Maserati verabschiedet GT aus Modena

Maserati produzierte zum Abschied eine besondere Version des Granturismo.

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