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Annahmefrist für Scania-Angebot verlängert

Foto: MAN

Im Übernahmekampf um Scania hat MAN die Annahmefrist für seine milliardenschwere Offerte für den schwedischen Konkurrenten bis 31. Januar 2007 verlängert.

Der Konzern begründete den Schritt am Donnerstag (7.12.) in München damit, dass die EU-Kommission die Bekanntgabe ihrer Entscheidung zur wettbewerbsrechtlichen Prüfung des Zusammenschlusses vom 6. Dezember auf den 20. Dezember verschoben habe. "Dieser Zeitpunkt liegt unmittelbar vor der Weihnachts- und Neujahrsferienzeit", hieß es. Das Angebot für Scania über 10,3 Milliarden Euro bleibe im Übrigen unverändert. In den Übernahmestreit, der am Vortag durch Attacken von Scania-Chef Leif Östling gegen MAN nochmals deutlich an Schärfe gewonnen hatte, hat sich auch Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt eingeschaltet.

Er sprach sich für einen Verbleib des Nutzfahrzeugherstellers in heimischen Händen aus und damit indirekt gegen das Übernahmeangebot von MAN. Wie die Zeitung "Dagens Industri" (Internetausgabe) am Donnerstag berichtete, sagte der konservative Politiker nach einer Fragestunde im Stockholmer Reichstag, er hoffe auf eine langfristige Sicherung schwedischer Eignerschaft, damit "das Kronjuwel der schwedischen Industrie auch in Zukunft seinen Hauptsitz in Schweden behalten kann".

Östling bringt "Blitzkrieg"-Vergleich

Am Vortag hatte Scania-Chef Leif Östling das von seinem Unternehmen als feindlich eingestufte MAN-Angebot mit dem deutschen "Blitzkrieg" im Zweiten Weltkrieg verglichen. MAN-Chef Hakan Samuelsson, selbst ein Schwede, reagierte mit Unverständnis auf die Attacken von Scania. "Wir bedauern, dass sie diesen Ton gewählt und die sachliche Ebene verlassen haben. Wir wollen an dieser Diskussion nicht teilnehmen, sondern uns auf die wichtigen Dinge konzentrieren", sagte Samuelsson der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" (Freitagausgabe). Östling hatte wörtlich gesagt: "Der Deutsche ist ja Experte beim Blitzkrieg. Aber etliche davon hat man auch verloren."

Samuelsson zeigte sich trotz der scharfen Gegenwehr aus Schweden überzeugt, dass die Scania-Übernahme gelingen werde. Mit Scania-Chef Östling führe er zur Zeit keine Gespräche. Zugleich trat Samuelsson Befürchtungen vor einer Zerschlagung des MAN-Konzerns für den Fall der Scania-Übernahme entgegen.

Keine Äußerungen des Regierungschefs

In Stockholm wollte sich Regierungschef Reinfeldt nicht zu Einzelheiten des seit Monaten andauernden Übernahmekonfliktes zwischen beiden Unternehmen äußern. Er sagte: "Ich habe sehr starke Gefühle für diejenigen, die alle Anstrengungen unternehmen, damit Eigneranteile und Konzernzentrale in Schweden bleiben." Östling und Samuelsson hätten ihn über ihre jeweiligen Pläne persönlich unterrichtet.

Mit den derzeitigen Anteilen von VW und MAN verfügen deutsche Unternehmen bereits jetzt über die Hälfte der Stimmrechtsanteile bei Scania. Die schwedische Wallenberg-Gruppe hat aber mit den Anteilen ihrer Finanzgesellschaft Investor sowie zweier Stiftungen eine Sperrminorität gegen die von MAN für 10,3 Milliarden Euro angestrebte völlige Übernahme.

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