Mazda arbeitet am HCCI-Motor

Benzin-Selbstzünder im neuen Mazda 3

Mazda 3 Skyactiv-G 165, Motor Foto: Hans-Dieter Seufert

Beim Thema Sprit sparen geht Mazda eigene Wege, folgt nicht dem Hybrid- und Downsizingtrend. 2018 wollen die Japaner im neuen Mazda 3 den ersten serienreifen selbstzündenden Benziner vorstellen. Spritersparnis: bis zu 30 %.

An der Technik des selbstzündenden Benziners forschten schon viele Hersteller. Das HCCI-Verfahren (Homogeneous charge compression ignition – homogene Kompressionszündung) ist eine Form der Verbrennung, bei der das komprimierte Luft-Kraftstoff-Gemisch in einem optimalen Verhältnis zur Selbstzündung kommt. Der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen, sich langsam ausbreitenden Zündung über die Zündkerze liegt in der niedrigeren Verbrennungstemperatur: Somit enthalten die Abgase eines Motors, der nach dem HCCI-Verfahren arbeitet, nur sehr geringe Spuren von Stickstoffoxid und Ruß. Gleichzeitig bewirkt der Prozess einen hohen thermischen Wirkungsgrad des Motors, hervorragende Verbrauchswerte und eine beachtliche Senkung der CO2-Emissionen.

Mazda plant die Einführung der HCCI-Technik für die nächste Generation des Mazda 3. Durch die hohe Verdichtung von 18 : 1 startet die Verbrennung wie beim Diesel ohne Zündfunken. Da der Motor extrem mager betrieben werden kann, soll der Verbrauchsvorteil bei eindrucksvollen 30 Prozent liegen, gleichzeitig fallen bei diesem Brennverfahren sehr wenig Stickoxide an.

Motorenreport, Reportage Foto: auto motor und sport
Der selbstzündende Benziner soll Anfang 2018 in der nächsten Generation des Mazda 3 auf den Markt kommen.

HCCI-Prototypen schon 2007 bei GM und Daimler

Bei Daimler nannte man das Projekt aus dem Jahr 2007 DiesOtto-Motor. Das Konzept soll so leistungsfähig wie ein Benziner, drehmomentstark und sparsam wie ein moderner Diesel und dabei extrem sauber sein. Ein 1,8 Liter-Vierzylinder-Prototyp brachte es auf eine Leistung von 238 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm. Beim Verbrauch wurden schon damals unter 6 Liter angegeben. Das Konzept wurde jedoch nie bis zur Serienreife weiterentwickelt.

Auch GM hatte 2007 den selbstzündenden Benziner in zwei fahrfähigen Prototypen vorgestellt. Verbaut wurden entsprechende Versuchsmotoren in einen Opel Vectra mit manueller Schaltung sowie 2,2-Liter-Ecotec-Motor und in einen Saturn Aura mit Automatik. Die Prototypen erreichten im HCCI-Betrieb eine Geschwindigkeit bis zu 96 km/h; bei höherer Geschwindigkeit oder hoher Last mussten sie allerdings in den konventionellen Modus wechseln, da für höhere Leistungen der Motor mit einem fetteren Gemisch laufen muss, das nur konventionell gezündet werden kann.

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