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Kaufberatung Mazda CX-3 oder CX-5?

Lohnt sich der Aufstieg?

Mazda CX-3 G 150 AWD, Mazda CX-5 G 150 AWD, Draufsicht Foto: Rossen Gargolov 26 Bilder

Mehr Geld, mehr Auto – so weit, so klar. Doch gegen den Platzvorteil des Mazda CX-5 bringt sich der kleinere CX-3 als günstige, handliche und jüngere Alternative ins Spiel.

17.11.2016 Bernd Stegemann 1 Kommentar Powered by

Egal ob wir die 6.700 Euro Mehrpreis für den CX-5 jetzt in Zentimeter oder in Liter umrechnen – es bleiben stattliche 6.700 Euro. Oder gar 8.200 Euro, wenn man die beiden Mazda-SUV wie hier mit Zweiliter-Benziner, Allradantrieb und der Topausstattung Sports-Line vergleicht. Am geringsten fällt die Differenz für die jeweiligen Basismodelle mit Frontantrieb aus (6.600 Euro), zumal der CX-5 dann quasi gratis mehr Leistung (165 statt 120 PS) hat.

Mazda CX-3 G 150 AWD, Frontansicht Foto: Rossen Gargolov
Schon ab 17.990 Euro: Der MAZDA CX-3

Abgesehen von Preis und Motorenpalette gibt es aber ganz offensichtliche Unterschiede zwischen den Brüdern, denn gegenüber dem wuchtigen, 1,71 Meter hohen CX-5 wirkt der 28 cm kürzere, 17 cm flachere CX-3 fast wie ein normaler Kompaktwagen. Die abgehobene Sitzposition (65 statt 54 cm über der Fahrbahn) mit entsprechendem Ausblick und Einstiegskomfort spricht also für den größeren SUV, ebenso die Platzverhältnisse im Fond. Mit seinem deutlichen Plus an Bein-, Kopf- und Ellenbogenfreiheit sowie Ladevolumen ist er hier klar das bessere Familienauto, mit 1.900 statt 1.200 kg Anhängelast (bei AWD, gebremst) außerdem der begabtere Zugwagen.

Mazda CX-5 hat mehr Sinn fürs Praktische

Auch sonst zeigt der CX-5 Sinn fürs Praktische. Gehen etwa vier Personen samt Ski-Ausrüstung auf Reisen, genügt es, das schmale Mittelsegment der dreiteiligen Fondbank umzulegen. Und wenn die federgespannte Lehne per Zuggriff vorklappt, taucht die Sitzfläche automatisch mit ab. Ähnlich mühelos gelingt die übrige Bedienung via Touchscreen und Controller, während sich einige der zahlreichen Assistenzsysteme mit separaten Tasten links vom Lenkrad direkt aktivieren lassen.

Als Sports-Line ist selbst der kleinere CX-3 in puncto Sicherheit erstaunlich gut bestückt (LED-Scheinwerfer, Spurhalteassistent, Head-up-Display), aber eben nicht ganz so umfassend. Zudem gibt es im Interieur kaum mehr Platz und Variabilität als in einem Kompaktwagen, speziell im Fond zwickt es bisweilen. Vorn ist der Raumeindruck wegen des flachen Armaturenbretts besser, doch die Sitze sind dünn gepolstert und nur grobrastig einstellbar. Und trotz optionaler Lederbezüge mit dekorativen Ziernähten will innen kein rechtes Qualitätsgefühl aufkommen.

Mazda CX-5 G 150 AWD, Heckansicht Foto: Rossen Gargolov
Der CX-5 bietet deutlich mehr Platz, Variabilität und Komfort ist aber auch deutlich teurer.

Immerhin hat sich Mazda ja seit Jahren dem Leichtbau verschrieben, und der macht sich ansonsten durchaus positiv bemerkbar. Beim Kurvenswing etwa, der trotz kräftiger Wankbewegungen und der synthetischen Lenkung im nur 1.297 kg schweren CX-3 mehr Freude bereitet. Oder bei Temperament und Verbrauch, wo der 10 PS schwächere Kleine stets die Nase vorn hat. Allerdings ist der Zweiliter-Benziner hier wie dort nicht erste Wahl; im CX-3 wirkt schon der nur 105 PS starke 1,5-Liter-Diesel (plus 1.000 Euro) geschmeidiger und motivierter (270 statt 204 Nm), begnügt sich zudem mit rund zwei Litern pro 100 Kilometer weniger.

Mazda CX-3 mit mehr Sinn für Dynamik

Besonders beim 229 kg schwereren CX-5 wird die Aufladung schmerzlich vermisst, zumal der Saugmotor hier sein volles Drehmoment erst bei 4.000/min entfaltet, in den oberen Gängen sehr lang übersetzt ist und entsprechend wenig Durchzugskraft bietet. Der 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS und 380 Nm kostet zwar 2.100 Euro mehr, macht dies jedoch mit einer weit besseren Elastizität und niedrigeren Verbräuchen wieder wett. Dabei kann selbst der hochverdichtete Benzin-Direkteinspritzer insgesamt als sparsam gelten (8,4 l/100 km).

Das Ungestüme, das den CX-5 bis zur Modellpflege im letzten Jahr auszeichnete, geht ihm dagegen heute weitgehend ab. Während er mit seinem weicheren Fahrwerks-Set-up nun eher gemächlich und besonnen über Land kurvt, erst mit Beladung etwas hölzern federt, spielt sein kleiner Bruder hier den Wadenbeißer: spontan ansprechend, spitz einlenkend, straff abfedernd, aber stets etwas hibbelig und nervös. Nur beim Bremsen fehlt beiden der rechte Biss, denn wie bei früheren Mazda-Testwagen lässt die Verzögerung erneut zu wünschen übrig.

Dank Allradantrieb, der je nach Schlupf bis zu 50 Prozent der Kraft an die Hinterräder schickt, kommen sie zumindest auf feuchten Wiesen und verschneiten Rampen nicht aus dem Tritt. Wer nur selten den Drang zu Abwegigem verspürt, kann sich die 2.000 Euro für das Plus an Traktion natürlich sparen. Doch der Mehrpreis für den Mazda CX-5 ist in jedem Fall gut angelegt, denn gegenüber dem kleinen Mazda CX-3 ist er nicht nur viel geräumiger, variabler und komfortabler, sondern vor allem ein echter SUV.

Mazda CX-3 G 150 AWD, Mazda CX-5 G 150 AWD, Heckklappe Foto: Rossen Gargolov
Das Exterieur-Design der beiden Brüder ähnelt sich sehr stark.

Günstige Sondermodelle und Rabatte

Trotz attraktiver Konditionen ist der größere Mazda CX-5 sowohl bei der Anschaffung wie im Unterhalt deutlich teurer.

Neben dem sehr gut ausgestatteten Sondermodell Nakama (ab 30.390 Euro, Preisvorteil 2.045 Euro) bietet Mazda derzeit für alle CX-5 einen Nachlass von 3.000 Euro an, beim Mazda CX-3 sind es nur 2.000 Euro. Dennoch kommt der größere SUV erwartungsgemäß teurer zu stehen, bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern muss man etwa mit einer monatlichen Belastung von 743 statt 591 Euro (mit Wertverlust) rechnen. Auch die Schlussrate ist bei ihm viel höher.

Fazit

Der Mazda CX-3 ist eher Kompaktwagen als SUV. Er punktet mit agilem, handlichem Handling und ist sparsamer. Allerdings kann er in Sachen Platz, Variabilität und Komfort nicht mit seinem großen Bruder Mazda CX-5 mithalten. Da hilft auch der wesentlich günstigere Preis nicht.

Technische Daten
Mazda CX-3 Skyactiv-G 150 AWD Sports-LineMazda CX-5 2.0 Skyactiv-G 160 AWD Sports-Line
Grundpreis26.090 €34.290 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4275 x 1765 x 1535 mm4555 x 1840 x 1710 mm
KofferraumvolumenVDA350 bis 1260 l503 bis 1620 l
Hubraum / Motor1998 cm³ / 4-Zylinder1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS bei 6000 U/min118 kW / 160 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit200 km/h197 km/h
Verbrauch6,4 l/100 km6,7 l/100 km
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    Neuester Kommentar

    Hallo!
    Bitte teilen Sie mir mit wann würde diese artikel veröffentlicht?
    Datum und heft nummer.
    Vielen Dank.

    Alexandros. 14. Dezember 2016, 12:56 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
    Neues Heft von auto motor und sport, Ausgabe 21/2016, Vorschau, Preview
    Heft 21 / 2016 30. September 2016 176 Seiten Heftinhalt anzeigen Jetzt für 3,90 € kaufen Artikel einzeln kaufen
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