MB-Kleinwagenwerk

Gleiwitz und Breslau mit guten Chancen

Foto: Daimler-Chrysler

Der Mercedes-Vorstand hat die Kleinwagenstrategie für kommende Dekadefestgezurrt: Wie auto motor und sport aus Führungskreisen erfahren hat,werden die Nachfolger der A- und B-Klasse ab 2012 auf den Markt kommen.

Entgegen früherer Planungen verschiebt sich der Marktstart damit um ein Jahr. Mercedes-Chef Dieter Zetsche hat sich zudem für einen Alleingang ohne einen möglichen Kooperationspartner BMW oder Fiat entschieden. Die Gespräche mit BMW über gemeinsame Motoren und Getriebe waren aus Mercedes-Sicht zu langwierig und kompliziert. Statt einer gemeinsamen Komponentenarchitektur mit BMW will Mercedes nun den eigenen Baukasten mit dem internen Kürzel MFA (Mercedes Frontwheel Architecture) verwenden.

Standort-Entscheidung im 2. Quartal

Gefertigt werden die neuen Einstiegsmodelle von Mercedes nicht mehr nur in Rastatt, sondern auch in einem neuen Werk in Osteuropa. Der bislang erwähnte rumänische Ort Cluj ist dabei intern aus dem Rennen. Als heiße Kandidaten gelten inzwischen die Regionen um die polnischen Orte Gliwice (Gleiwitz) und Wroclaw (Breslau). Beide Regionen punkten in den Mercedes-internen Analysen mit einer bereits stark ausgeprägten Zulieferer-Struktur. In Gleiwitz ist unter anderem ein Opel-Werk angesiedelt. Die finale Entscheidung über den Standort des ersten Mercedes-Werkes in Osteuropa soll im zweiten Quartal 2008 fallen.

B-Klasse als Van, SUV und viertüriges Coupé

Die Notwendigkeit für ein neues Werk ergibt sich aus der zusätzlichen Zahl an Varianten und der erhofften Absatzsteigerung: Die A-Klasse wird künftig zwar nur als Zwei-, statt zusätzlich als Viertürer angeboten. Die B-Klasse tritt dafür nach Informationen von auto motor und sport nicht mehr nur in einer Variante an, sondern in drei Karosserieformen: als Van, als SUV und als viertüriges Coupé.

Ein Sprecher wollte weder die Produkt- noch die Standort-Pläne offiziell bestätigen: "Zu diesen Spekulationen nehmen wir keine Stellung. Wir halten weiter Ausschau nach einem neuen Fertigungsstandort in Osteuropa, wollen aber die laufenden Verhandlungen nicht stören."

Mercedes-Motoren für Aston Martin

Derweil prüft Mercedes - ebenso wie Wettbewerber BMW- die Chancen für neue Ertragspotenziale durch den Verkauf von Motoren. "Aston Martin hat Interesse an V6 und V8-Benzinmotoren aus unserem Hause, die sich auch an Hybrid-Antrieb kombinieren lassen", sagte ein Mercedes-Manager gegenüber auto motor und sport. Aus eigener Kraft könne der britische Kleinserienhersteller die künftigen Abgasvorschriften nicht erfüllen. Bei Mercedes laufe deshalb eine Machbarkeitsstudie zu dem Projekt.

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