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Geheimnisvoller McLaren-Erlkönig

Ist das der Extremsportwagen P15?

McLaren 675LT Rennversion MV715-23 Erlkönig Foto: Stefan Baldauf 16 Bilder

McLaren testet auf dem Nürburgring einen getarnten 675LT. Mit Fake-Nummernschild und einem großen Heckflügel. Was steckt dahinter? Wir haben bei McLaren nachgefragt. Und die Briten liefern eine erste mögliche Antwort.

18.10.2017 Andreas Haupt 3 Kommentare Powered by

Eigentlich ist der McLaren 675LT ein Auslaufmodell. McLaren hat ihn bereits in seiner Modellaufreihung in die Legacy-Sparte abgeschoben. Dort parkt er neben M6GT, F1, 12C und 650S. Vom 675LT mit 675 PS starkem Biturbo-V8 baute McLaren 1.000 Stück. 500 Coupés und 500 Roadster. Zu einem Stückpreis von über 300.000 Euro.

Ein neuer Testträger zeigt, dass die Briten ihren limitierten Supersportwagen noch lange nicht eingemottet haben. Unser Erlkönig-Fotograf fotografierte auf der Nürburgring-Nordschleife einen komplett getarnten 675LT. Mit einem großen feststehenden Heckflügel statt der typischen Airbrake. Die Sportwagen-Welt rätselt: Was ist das für ein McLaren? Ein neuer Supersportwagen für die Straße? Oder ein neuer Rennwagen?

Straßen-Supersportwagen bestätigt

McLaren Ultimate Series Teaser Foto: McLaren
McLaren bestätigt einen Extremsportwagen für die Ultimate Series, der im ersten Quartal 2018 enthüllt werden soll.

Des Rätsels Lösung könnte eine jetzt von McLaren herausgegebene Presseinfo liefern. McLaren bestätigt, einen weiteren Supersportwagen für die Top-Baureihe Ultimate Series zu bauen. Der soll bereits im ersten Quartal 2018 kommen und dürfte das Entwicklungskürzel P15 tragen. Dieses nächste Modell der Ultimate Series, soll das ultimative Rennauto sein, aber auch für die Straße zugelassen sein. Tägliche Nutzbarkeit wird geopfert, um das intensivste Fahrerlebnis rund um eine Rennstrecke zu geben. Sein Design, das als brutal bezeichnet wird, ist der reinste Ausdruck der Philosophie des Unternehmens, „Form follows function“. Weitere Details, einschließlich des Namens des Modells, sollen noch vor Ende dieses Jahres bekannt gegeben werden. Gemutmaßt wird als Antriebsquelle der neue Vierliter-V8-Biturbo, der auf gut 790 PS leistungsgesteigert wird. Das Gewicht soll lediglich 1.300 kg betragen. 500 Exemplare sollen gebaut werden. Als Preis werden rund 950.000 Euro kolportiert. Bekannt ist zudem: McLaren arbeitet an weiteren neuen Modellen für seine Ultimate Series. Es wird einen neuen dreisitzigen Sportwagen geben. Wie einst den F1. Codename für den neuen: BP23. Geplanter Markstart: Anfang 2019.

McLaren-Erlkönig mit der Kennung MV 715-23

Als der Erlkönig aufgetaucht ist, hatten wir nachgefragt. McLaren beteuerte zunächst, dass es sich um einen Testträger für Fahrwerkskomponenten handelt. Mehr stecke nicht dahinter. Die Erprobung neuer Fahrwerkstechnik auf der Nordschleife macht Sinn. Wo sonst kann man besser testen als auf der abwechslungsreichen Rennstrecke?

McLaren 675LT Rennversion MV715-23 Erlkönig Foto: Stefan Baldauf
McLaren testet einen geheimnisvollen Erlkönig.

Aber Teile wie Aufhängungen, Federn, Dämpfer und Stabis sind ohnehin versteckt. Wieso muss man also die Karosserie bekleben? Und wieso braucht es den Heckflügel? Das führt zu Spekulationen. Zumal unser Fotograf berichtet, dass der McLaren mit einem Fake-Nummernschild zum Nürburgring fuhr.

Der Erlkönig trägt die Kennung MV 715-23. Zwei Insassen sitzen im Cockpit. Rein optisch sieht der Erlkönig aus wie ein GT3-Auto. McLaren modifizierte die Frontschürze. Die vordere Haube trägt zwei Aussparungen. Die Luke auf dem Dach ist ebenfalls neu. Hierdurch dringt frische Luft zum Motor. McLaren hat mit dem 650S bereits ein GT3-Auto im Angebot. Mit 3,8-Liter-Biturbo-V8, der durch das Reglement bei rund 500 PS eingefangen wird. Der 650S GT3 kam 2015 als Nachfolger des MP4-12C GT3. Vielleicht ist der gesichtete Erlkönig der Nachfolger vom Nachfolger.

Straßensportwagen für die Rennstrecke

Eine andere Möglichkeit wäre es, dass McLaren den 675LT analog zu 570S und 650S als Sprint-Modell verkaufen will. Beide angesprochenen Sportwagen tragen einen feststehenden Heckflügel und sind nur für die Rennstrecke gebaut – besitzen also keine Straßenzulassung. Ein 675LT würde sich als Topmodell in dieses Schema einordnen.

McLaren 675LT, Endrohre McLaren P15 für Genf 2018? McLaren arbeitet an Überflieger

Ein GT-Auto für Le Mans scheint der Erlkönig nicht zu sein. Dafür wirkt er nicht radikal genug. Besonders, wenn man sich den Diffusor anschaut. Es heißt, McLaren evaluiere einen Einstieg in Le Mans. Unter der Führung von Zak Brown hat sich in der Rennsparte einiges getan. Siehe Fernando Alonsos Gastauftritt beim Indy500. Das wäre unter dem alten Boss Ron Dennis unmöglich gewesen. Allerdings, so heißt es, will McLaren erst einmal abwarten, wie sich die Sportwagen-WM nach dem Porsche-Ausstieg neu sortiert. Vielleicht ergibt sich ja sogar ein Einstieg in die Topklasse.

Vielleicht erprobt McLaren aber wirklich nur Fahrwerksteile.

Neuester Kommentar

"... Das Gewicht soll lediglich 1.300 kg betragen. ..."

Der F1 wiegt um die 1000kg...

Bin mal gespannt auf den F1-Nachfolger - wird es ein echter F1-Nachfolger (kompromissloser Sportler, schwierig zu fahren für Ungeübte, oder ein weichgespülter, nicht kompromissloser Allerwelts-"Sport"-Wagen?

ExigeE265 19. Oktober 2017, 08:24 Uhr
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