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Mercedes Digital Light

Das Licht der Zukunft kommt 2018

Auto Salon Genf 2018

Mercedes macht mit Digital Light den Scheinwerfer zu einem HD-Beamer, der Bilder oder Verkehrszeichen auf die Straße projizieren kann. Noch 2018 bekommt die Maybach S-Klasse das Hightech-Licht.

05.03.2018 Joachim Deleker, Andreas Of

Jahrzehnte lang dämmerte die automobile Lichttechnik wenig erhellend vor sich hin. Xenon-Scheinwerfer brachten zwar eine deutliche Erleuchtung, aber erst seit wenigen Jahren geht es dank der LED-Technik mächtig voran. Mercedes bietet aktuell in der neuen E-Klasse hochflexible LED-Module mit 84 einzelnen Leuchtdioden pro Scheinwerfer. Damit lassen sich beispielsweise mehrere einzelne Objekte aus dem Lichtstrahl ausblenden, oder andere extra beleuchten. Ziel ist es, für den Fahrer immer die bestmögliche Lichtverteilung zu realisieren, ohne andere zu blenden.

In Zusammenarbeit mit Osram, Hella und dem Fraunhofer-Institut entstand ein völlig neuer Scheinwerfer mit vier LED-Chips und 8.192 einzeln ansteuerbaren Lichtpunkten. Das erweitert die dynamischen Lichtfunktionen, die Möglichkeiten der punktgenauen Lichtsteuerung und die Präzision der Beleuchtung schon gewaltig.

Mercedes Digital Light Foto: Mercedes
Das Digital Light kann Navigationshinweise auf die Straße projizieren.

„Digital Light“ kann die kleinste Fläche ausleuchten

Aber es geht noch mehr. Gemeinsam mit den Partnern Texas Instruments und den Reutlinger Lichtspezialisten Automotive Lighting hat Mercedes einen Scheinwerfer mit einer Million Lichtpunkte entwickelt, das „Digital Light.“ Jeder Scheinwerfer wird damit zum HD-Beamer, der so fein auflösen kann, dass sogar Bilder oder Verkehrszeichen auf die Straße vor dem fahrenden Auto projiziert werden können. Ein Vergleich verdeutlicht den Unterschied zum derzeitigen „State oft the art“-Scheinwerfer, dem 84 Pixel-Licht. Mit ihm lässt sich in 100 Meter Entfernung vor dem Auto eine Fläche von 2,4 mal 1,8 Meter präzise beleuchten oder eben aus dem Lichtkegel ausblenden. Mit dem künftigen Digital Light ist die Fläche nur noch 4 mal 2,5 Zentimeter klein. Das erhöht die Präzision einzelner Lichtstrahlen enorm.

Digital Light Maybach
1,3 Millionen Pixel 1:03 Min.

Faszinierend ist die Technik eines solchen Scheinwerfers. Hochstrom-Leuchtdioden schicken ihr Licht auf eine Million winziger Spiegel. Jeder von ihnen lässt sich um +/- 10 Grad verstellen. Von diesen Mikrospiegeln reflektiert das gerichtete Licht, eine Million winziger Strahlen pro Modul, die sogenannten Lichtpixel, durch eine große Linse und weiter auf die Fahrbahn. Klingt höchst kompliziert und fragil, aber Mercedes versichert, dass Vibrationen vom Fahrzeug oder einer schlechten Straße den Spiegeln nichts ausmachen, weil ihre Masse so winzig ist, dass sie faktisch kein eigenes Trägheitsmoment haben.

Mercedes Digital Light Foto: Mercedes
2020 könnte das Digital Light in Serie gehen.

Zwei Millionen Spiegel in Echtzeit

Die Logik, diese Spiegel gemäß den Vorgaben eines Rechners, der seinerseits auf die Infos zahlreicher Sensoren und einer Stereokamera setzt, so schnell und präzise anzusteuern, dass jede denkbare Lichtverteilung vor dem Auto realisiert werden kann, ist eine weitere Meisterleistung dieses Lichtsystems. Immerhin müssen für beide Scheinwerfer über zwei Millionen Spiegel in Echtzeit so bewegt werden, dass sie in jedem Moment das optimale Licht auf die Straße bringen und dabei ganz sicher niemanden blenden. Das stellt entsprechend hohe Anforderungen an die Sensorik und die Bewertung dieser Informationen. So spricht Mercedes auch der „digitalen Intelligenz“ die größte Bedeutung im Gesamtsystem zu.

Erster Eindruck vom Digital Light

Bei ersten Testfahrten durch nächtliche Felder, Wälder und Vororte von Stuttgart, zeigte die von Automotive Lighting präparierte S-Klasse, was in diesem Lichtsystem steckt. Ohne das Zutun der Fahrerin verändert sich das Licht vor dem Mercedes wenn nötig in Sekundenbruchteilen, zumeist aber sehr weich ohne harte Übergänge. Vorausfahrende Autos werden abgeschattet, ein entgegenkommender VW Bus wird im Bereich seiner Frontscheibe aus dem Lichtkegel ausgespart, ein schwarz gekleideter Fußgänger am Straßenrand wird so präzise beleuchtet, dass dessen Kopf im Schatten bleibt, stark reflektierende Schilder bekommen nur soviel schwaches Licht ab, dass sie gut erkennbar sind, aber sicher nicht blenden, und bei freier gerader Landstraße breiten die Scheinwerfer einen sehr gleichmäßigen, weißen und locker 300 Meter weit reichenden Lichtteppich vor dem Mercedes aus.

Digital Light kommt 2018 bei Mercedes in Serie

Mit dem Digital Light wird auch klar, das Mercedes nicht wie Audi und BMW auf das Laserlicht setzt, sondern die Zukunft im hochflexiblen, intelligent zu steuernden HD-Beamer Licht sieht. Noch sind aber nur Prototypen unterwegs, der Zulassungsmarathon durch die Behörden dieser Welt steht noch bevor. Dennoch will Mercedes im ersten Halbjahr 2018 zunächst Flottenkunden das Digital Light anbieten und erste Kunden damit auf die Straße schicken. Zunächst wird das Hightech-Licht bei der Maybach S-Klasse angeboten. Zum Start der Kleinserie stehen sechs Symbole zur Verfügung: Glättewarnsymbol, Baustellenwarnsymbol, Spurhaltewarnsysmbol, Totwinkelwarnsysmbol, Geschwindigkeitswarnsymbol. Premiere hat das Digital Light auf dem Genfer Auto Salon in der Mercedes-Maybach S-Klasse.

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Neuester Kommentar

@L_QS_B: Nur weil der Ankündigungsweltmeister Audi auch an diesem Thema forscht, heisst das noch lange nicht, dass Audi das auch demnächst in Serie bringen wird. Es wird dort eben mal wieder irgendwas angekündigt, ohne Taten folgen zu lassen. Beste Story der letzten Monate: Audis autonomes Fahren. Vor einigen Jahren noch mit 130 km/h angekündigt, dann klammheimlich auf Staugeschwindigkeit korrigiert und bis jetzt überhaupt nicht in Serie gebracht, obwohl von Audi auf der IAA noch Q1 2018 genannt wurde. Vorgeschoben werden Diskussionen mit dem Gesetzgeber; da hätte Audi mal besser seine Arbeit gemacht ohne wieder vorab große Töne zu spucken. So wie alle anderen auch: Einfach mal seinen Job machen, dann etwas präsentieren, wenn es fertig ist. Und nicht großspurig ankündigen und dann scheitern. Manche lernen es aber eben nie..

Drift_n_Drive 11. März 2018, 13:36 Uhr
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