Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² Mitfahrt Offroad 2017 Dirk Weyhenmeyer
Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² Mitfahrt Offroad 2017
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Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² Mitfahrt Offroad 2017
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Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4²

Offroad im Nobel-Kombi mit Unimog-Technik

Wer dieses Auto fährt, hat kein Ziel, sondern eine Mission. Zumindest fühlt es sich so an, wenn man in der abenteuerlichen E-Klasse All-Terrain 4x4² Platz nimmt. Wir sind mitgefahren – Offroad.

Das Phänomen eines Pseudo-Offroad-Modells kennt man aus dem Portfolio vieler Hersteller. Ein bisschen höher gemacht, Plastikbeplankung drangeklebt und fertig ist der vermeintliche Geländegänger. Es geht aber auch anders. Ganz anders, wie Mercedes nun mit der E-Klasse beweist. Die Idee für den Extrem-Kombi hatte Entwicklungsingenieur Jürgen Eberle. „Mir hat das reguläre All-Terrain-Modell schon Spaß gemacht, aber ich war der Meinung, da geht noch was“, sagt der 40-Jährige.

Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² Mitfahrt Offroad 2017
Offroad im Nobel-Kombi mit Unimog-Technik
1:55 Min.

Und da ging in der Tat noch was: Satte 420 Millimeter thront der Wagen über dem Boden – nur 18 Millimeter tiefer als ein G 4x4². Was dahintersteckt, ist bis dato eine technische Einzigartigkeit. Mit einem kleinen abteilungsübergreifenden Team ist es Eberle gelungen, das von Unimog und G 4x4² entliehene Prinzip der Portalachse so mit einer Mehrlenkerachse zu kombinieren, dass die Räder auch beim Einlenken nirgends anstoßen – trotz ihrer gewaltigen Größe von 285/50 R 20. Ein Hilfsrahmen vorne und Anpassungen am Hinterachsträger bilden die Aufnahmepunkte. Das Einsteigen fällt mangels Trittbrettern nun zwar etwas schwerer als in einen üblichen E Kombi, doch immerhin liegt die Wagenbreite bei straßenverkehrstauglichen 2,10 Metern.

Mit Massagesitz durch Staub und Stein

Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² Mitfahrt Offroad 2017
Deniz Calagan
Den hält so schnell nichts auf: 420 Millimeter Bodenfreiheit und 500 Millimeter Wattiefe sprechen eine eindeutige Offroad-Sprache.

Im Straßenverkehr wird der Gelände-Kombi trotzdem nicht auftauchen. Vorerst bleibt es beim Einzelstück, das als Anschauungsobjekt für das technisch Machbare konzipiert wurde. „Wenn die Resonanz stimmt – wer weiß, was kommt. Wir wollten zunächst zeigen, was überhaupt möglich ist“, sagt Baureihen-Chef Michael Kelz, über dessen Schreibtisch das zunächst auch intern inoffizielle Projekt gegangen ist. Auf dem künftigen Prüf- und Testgelände in Immendingen durften wir live erleben, was der Kraxler wirklich draufhat. Ergebnis: Kein Hügel, Hang oder Stein stoppt den hochgebockten Nobel-Kombi. Dabei wirkt es schon fast surreal in der gehobenen Ausstattung einer E-Klasse (Basis ist hier das 400-Modell mit Sechszylinder-Benziner) durch Staub und Geröll zu pflügen, während man sich im Massagesitz räkelt. Leider gibt es keinen Fluss in der Nähe, aber die Wattiefe von 500 Millimetern kaufen wir dem All-Terrain 4x4² auch so ab.

Vom ersten Gedanken bis zur ersten Probefahrt vergingen rund sechs Monate, die Konstruktion allein stemmte das Team binnen sechs Wochen. „Die Mithilfe der Kollegen aus unterschiedlichen Abteilungen hat den Prozess wirklich beschleunigt“, resümiert Eberle. So stammen die verbreiterten Kotflügel beispielsweise aus einem 3D-Drucker der Rapid Prototyping-Abteilung, während die angepassten Antriebswellen von einem AMG-Mitarbeiter kommen. Durch diese interdisziplinäre Zusammenarbeit wurde eine Grundsatz-Frage vieler Autokäufer für die Zukunft vielleicht beantwortet: Kaufe ich einen Kombi oder einen SUV?

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