Mercedes-Entwicklung sucht 3.000 Ingenieure

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Die möglichst rasche Entwicklung von umweltfreundlichen Antriebstechnologien und die Pflege der inzwischen 18 Modellreihen führen zu deutlichen Kapazitätsengpässen in den Entwicklungsabteilungen von Mercedes-Benz.

Wie auto motor und sport aus Führungskreisen erfuhr, sucht Daimler-Chef Dieter Zetsche händeringend 3.000 neue Ingenieure. Zur Entlastung seiner Entwickler lässt Zetsche sogar prüfen, ob wesentliche Bauteile des Maybach-Nachfolgers bei Aston Martin entwickelt werden können. Derzeit laufen intensive Kooperationsgespräche mit Aston Martin. Die Briten brauchen im Gegenzug dringend Motoren und Getriebe, die Mercedes - oder etwa Wettbewerber BMW - liefern könnte. Ein Sprecher wollte diese Pläne nicht kommentieren. Eine Sprecherin wiederholte nachträglich die offizielle Ankündigung, dass Mercedes dieses Jahr nur 450 Ingenieure suche. Die Zahl der 3.000 Ingenieure wollte sie nicht bestätigen.

Rückstand in Sachen Umwelttechnik

Wie stark Mercedes bei Umwelttechnik ins Hintertreffen geraten ist, zeigen interne Planzahlen: Demnach wird Mercedes in diesem Jahr bestenfalls 70.000 Blue-Efficiency-Modelle verkaufen. BMW dagegen hat angekündigt, 2008 rund 700.000 Fahrzeuge mit kostenlosen Efficient-Dynamics-Paketen auszurüsten. Diese Prognose verstärkt den Druck auf Konzernchef Dieter Zetsche, der jüngst angekündigt hat, Schrittmacher in Sachen Umwelttechnologie werden zu wollen.

Erster Mercedes-Hybrid ab 2009

Weitere Innovationen in Sachen Umwelttechnik hat Mercedes bereits angekündigt, allerdings - ebenso wie die meisten Wettbewerber - noch nicht in Serie gebracht. Der erste Mercedes-Hybrid kommt in der M- und S-Klasse erst 2009, ein reines Elektroauto der Marke frühestens 2011. Die Tochtermarke Smart soll indes im Jahr 2011 rund 50.000 Elektro-Smart pro Jahr absetzen.

Laut dem internen Strategiepapier "Go for 10", das auto motor und sport vorliegt, will Mercedes eine "CO2-Offensive" starten, dafür das Angebot seiner "True-Blue-Solutions" verstärken und auch auf "zielgruppen- und regionenspezifische Angebote" setzen. Als Risiken sieht der Konzern dabei die "begrenzte Zahlungsbereitschaft der Kunden für CO2-Technologie" sowie die "Tendenz zu kleineren Autos und Motoren (Downsizing)". Künftig zielt Mercedes laut dem Papier dennoch auf eine "Übererfüllung der globalen Umweltstandards", um "volle soziale Akzeptanz" zu genießen und seine Finanzziele einer dauerhaften Umsatzrendite von zehn Prozent und eines Umsatzwachstums von jährlich mehr als fünf Prozent abzusichern. Neue Geschäftsfelder sieht der Konzern dabei unter anderem bei "Lithium-Iionen-Batterien, Turboladern und Elektromotoren".

Weitere Themen in der aktuellen Ausgabe von auto motor und sport Heft 14/2008, ab dem 19. Juni im Handel:

  • Fahrbericht: Lancia Delta
  • Fahrbericht: VW Scirocco
  • Test: Skoda Superb
  • Doppeltest: VW Tiguan gegen Renault Koleos
  • Sportwagen-Vergleich: Ferrari 599 gegen Lamborghini Murciélago
  • Technik: Lohnt sich der Diesel noch?

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