Mercedes EQC (2019)

Das ist der Elektro-SUV von Mercedes

Mercedes EQC Premiere Elektro SUV 2018 Mercedes EQC Premiere Elektro SUV 2018 Mercedes EQC Premiere Elektro SUV 2018 Mercedes EQC Premiere Elektro SUV 2018 28 Bilder

Mit dem 300 kW starken Mercedes EQC startet die große Elektro-Offensive von Mercedes. Sein offizielles Debüt hat der E-SUV nun in Schweden gegeben. Nachdem wir bereits eine Runde mit dem Prototypen drehen konnten, gibt es nun die ersten Eindrücke aus dem Serienmodell.

Das erste EQ-Modell der Mercedes-Submarke wird ein SUV, der sich in der Größe mit 4,76 Metern Länge, 1,88 Metern Breite und 1,62 Metern Höhe zwischen GLC und GLE ansiedelt. In der 2016 vorgestellten Studie saugten zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse an einer in den Fahrzeugboden zwischen den Achsen integrierten Batterie. Dieses Prinzip wurde in das Serienmodell übernommen. Die Leistung des Antriebs ist skalierbar und steht und fällt mit der Ausbaustufe.

Mercedes EQC
So funktioniert der Antrieb 3:44 Min.

Der Antriebsstrang im EQC leistet 300 kW (408 PS) und 765 Newtonmeter Drehmoment, die Reichweite beträgt bis zu 450 km. Zumindest auf dem Papier. In der echten Welt wird sich die Reichweite vermutlich zwischen 300 und 350 Kilometern einpendeln. Zur Steigerung der Effizienz übernimmt die vordere E-Maschine den schwachen bis mittleren Lastbereich, während der hintere Motor die Dynamik bestimmt.

Die modular aufgebaute Lithium-Ionen-Batterie stammt von der Daimler-Tochter Deutsche Accumotive, wiegt 650 Kilo und verfügt über eine Kapazität von 80 kWh – maximal sollen aber bis zu 110 kWh möglich sein. Apropos Kapazität: Der Kofferraum schluckt 500 Liter, 505 Kilo dürfen maximal zugeladen werden. 22,2 kWh verbraucht der EQC auf 100 Kilometer.

Tesla-Gegner Jaguar I-Pace
So fährt der Elektro-SUV

Elektro-SUV EQC ab 75.000 Euro

Der Elektro-SUV steht dann auf einer eigens für die batterieelektrischen Modelle entwickelten Elektrofahrzeugarchitektur aus Stahl, Aluminium und Carbon: Radstand und Spurweite sowie alle übrigen Systemkomponenten, insbesondere die Batterien, sind dank des modularen Systembaukastens variabel.

SPERRFRIST 04.09.2018 / 19 Uhr Mercedes EQC 400 Premiere Neuvorstellung 2018 Foto: Mercedes
Das verbindende LED-Band an der Front ist das Erkennungszeichen des Mercedes EQC.

Der Mercedes EQC zeigt sich als Ableger der Paris-Studie „Generation EQ“. Er kommt mit einer leichten Coupé-Form daher, die untere Fensterlinie steigt nach hinten leicht an, das Dach dagegen fällt nach hinten ab. Statt Kamera-Mini-Spiegeln, verfügt der EQC über klassische Außenspiegel, die im Fensterdreieck untergebracht sind. Die Front beherbergt schmale Scheinwerfer mit umlaufendem LED-Band, die durch ein Lichtleiter verbunden sind. Ein schwarzes Panel beherbergt das Markenlogo und wird wahlweise von einer schwarzen oder verchromten Spange umflossen. Als würde ein leichtes Lächeln das EQC-Gesicht umspielen. Am Heck prangt ein Diffusor, die Rückleuchten erinnern an den Porsche Macan. Ein durchgehender Leuchtstreifen auf der Heckklappe scheint dieser Tage zum Gestaltungsmittel der Wahl avanciert und ziert entsprechend auch das Hinterteil des EQC. Das Heckfenster fällt klein aus und wird von einem Spoiler beschirmt.


Neben dem EQC auf der EVA I-Plattform wird es ab 2020 weitere Modelle auf EVA II-Plattform geben. So etwa eine EQ Limousine von der Größe einer Mercedes C-Klasse. Es folgen noch eine Limousine im S-Klasse-Format, sowie zwei SUV in der Größe des GLS und GLE Coupé. Alle haben eines gemeinsam: Sie orientieren sich am Look des Forschungsautos F 015 und verfügen über ein scheinbar schwebendes Cockpit mit 24 Zoll großem TFT-Display. Im Lenkrad befindet sich ein weiterer Bildschirm, der den konventionellen Dreh-Drück-Steller ersetzt. „Mit den zehn angekündigten EQ-Modellen decken wir 60 Prozent aller Fahrzeugsegmente ab“, sagt Mercedes-Boss Dieter Zetsche. Gefertigt werden die Mercedes-Elektro-SUV-Modelle im Werk Bremen, beim Preis dürfte der Mercedes EQC bei rund 75.000 Euro beginnen. Übrigens: In Norwegen können sich Kunden bereits für den E-Crossover registrieren. Verlangt wird eine Anzahlung von 20.019 Kronen, was umgerechnet rund 2.140 Euro entspricht.

Hier einige Daten zu den Tests des EQC

  • Rund zwei Drittel aller Testfahrten finden auf der Straße oder auf abgesperrten Testgeländen statt. Ein Drittel werden virtuell simuliert.
  • Fast 200 Prototypen wurden gebaut und getestet
  • Mehrere hundert Personen sind mit der Entwicklung bis zur Erprobung mit dem EQC beschäftigt
  • Die Entwicklungszeit beträgt 4 Jahre
  • Drei Winter und drei Sommer durchläuft der Prototyp

Trotz der neuen Elektro-Strategie kündigte Mercedes-Boss Dieter Zetsche auf der Detroit Motorshow an, dass das Unternehmen die EU-Vorgaben beim CO2-Ausstoß bis 2021 zwar erfüllen wolle, er jedoch keine Garantie dafür abgebe.

Fahrbericht Mercedes EQC Prototyp

Dafür, dass angeblich die Elektro-Entwicklung verschlafen wurde und man jetzt hektisch versucht, irgendeinen Vorsprung aufzuholen, wirkt Michael Kelz aber mal extrem entspannt: „Wir wollen keinen Tesla-Konkurrenten bauen, sondern einen echten Mercedes“, bemerkt Kelz auf unserer Tour eher nebenbei.

Wie sich ein echter Mercedes fahren muss, weiß der Entwicklungs leiter genau, zusammen mit seinem Team hat er unter anderem schon der E-Klasse das Schweben beigebracht. Und obwohl wir nur auf dem Beifahrersitz Platz nehmen dürfen, stellt sich auch im EQC sofort das typische Fahrgefühl ein: Entkoppelt vom Untergrund, geht der Elektro-SUV genauso gelassen über Unebenheiten hinweg wie sein Macher über Tesla-Anspielungen. Dabei verzichtete Mercedes auf den Einbau eines Luftfahrwerks, die konventionelle Stahlfederung mit Niveauausgleich an der Hinterachse wurde einfach nur sehr komfortabel abgestimmt.

SPERRFRIST 04.09.2018 / 19 Uhr Mercedes EQC 400 Premiere Neuvorstellung 2018 Foto: Mercedes
Die Motoren im Mercedes EQC laufen leise. Die Beschleunigung aus dem Stand presst Fahrer und Beifahrer in die Sitze.

Noch mehr als mit dem tollen Federungskomfort beeindruckt der EQC mit seinem nahezu lautlosen Antrieb. Vom hochfrequenten Surren vieler E-Motoren unter Last ist im Mittelklasse-SUV nichts zu hören. Daimler entschied sich nämlich dafür, die beiden je 150 kW starken Elektromotoren aufwendig zu entkoppeln. Der vordere Antrieb sitzt hierfür in einem Rohrgestell, das wiederum flexibel mit der Karosserie verbunden ist. Der zweite E-Motor an der Hinterachse wurde ebenfalls doppelt entkoppelt.

Fast lautloser Antrieb

Wie schon in der elektrifizierten B-Klasse kommen auch im EQC Asynchronmotoren zum Einsatz, da sie besser in den vorhandenen Bauraum passen als Synchronmotoren mit permanenterregten Magneten. Zudem werden in der Produktion weniger Seltene Erden benötigt, also die Metalle, die schon heute knapp sind und bei zunehmender Elektrifizierung der Antriebe immer schwerer zu bekommen sein dürften.

Die Motoren laufen nicht nur leise, sie sorgen mit ihren insgesamt 300 kW auch für einen heftigen Antritt. Vor allem aus dem Stand presst es die Insassen bei Vollstrom vehement in ihre Sitzmöbel, und selbst bei Autobahn-Richtgeschwindigkeit fällt die Beschleunigung noch mehr als souverän aus. Die Serienversion des EQC ist bei 180 km/h abgeregelt, während unser Vorserienmodell mühelos die 200er-Marke knackt.

SPERRFRIST 04.09.2018 / 19 Uhr Mercedes EQC 400 Premiere Neuvorstellung 2018 Foto: Mercedes
Geladen wird per CCS-Stecker mit Wechselstrom (AC) bis 11 kW oder an Schnellladesäulen mit Gleichstrom (DC). Die maximale Ladeleistung liegt bei 110 kW.

Mit einer Batteriekapazität von 80 kWh dürften die kolportierten 450 Kilometer Reichweite nur unter extrem günstigen Bedingungen und äußerst gemütlicher Fahrweise zu erreichen sein. Den Fahrer unterstützen dabei verschiedene Fahrmodi von „Max Range“ über „Eco“ bis „Sport“. Dazu gibt der „Eco Assistant“ Tipps und Hinweise zur Nutzung von Funktionen wie dem Segeln, oder für den gezielten Einsatz der Rekuperation. Die im sächsischen Kamenz gefertigten Akkus in einer crashfesten Stahlbox untergebracht, die im Unterboden zwischen den Achsen sitzt und für optimale Gewichtsverteilung sorgt.

Lade-System des EQC

Geladen wird der Akku wie bei fast allen E-Autos auch entweder über Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC), wofür ein CCS-Anschluss verwendet wird. CCS steht für „Combined Charging System“, also für einen Stecker, der beide Stromarten überträgt. Das eingebaute Wechselstrom-Ladegerät ist nur einphasig ausgelegt, es verkraftet jedoch immerhin Ladeströme von bis zu 32 A, was zu einer Ladeleistung von 7,4 kW führt. Für die Wallbox in der heimischen Garage und Laden über Nacht reicht dies aus, von öffentlichen Wechselstrom-Ladern mit 11 oder gar 22 kW profitiert der EQC jedoch nicht. Da es in vielen Ländern kein dreiphasiges Stromnetz gibt, verzichtet Mercedes auf die schnelleren AC-Eingänge.

Wenn es fixer gehen soll, bedarf es einer Gleichstrom-Ladestation, über die bis zu 110 kW zugeführt werden können. Um den Akku von 10 auf 80 Prozent nachzuladen, gibt Mercedes eine Dauer von 40 Minuten an, was auf den ersten Blick verwundert: von 10 auf 80 Prozent entspricht schließlich einem Ladehub von 70 Prozent, was bei einer 80 kWh-Batterie 56 kWh bedeutet. Bei 110 kW müssten sich in 40 Minuten jedoch 73 kWh nachzapfen lassen, weshalb der EQC seine maximale Ladeleistung nicht voll ausschöpft. Was noch schwerer wiegt: Die meisten öffentlichen CCS-Lader geben nur 50 kW ab. Der Ausbau von stärkeren Ladesäulen an europäischen Schnellstraßen beginnt derzeit erst, weshalb es noch einige Jahre dauern dürfte, bis EQC-Kunden ein Ladenetz zur Verfügung haben, das dem von Teslas Superchargern entspricht.

Innen grüßt die A-Klasse

Das Infotainment-System MBUX, das in der A-Klasse debütiert hatte, arbeitet auch im EQC. Natürlich wurde das System um EQ-spezifische Inhalte zu Reichweite, Ladezustand und Energiefluss ergänzt. Dazu kommt eine optimierte Navigation, die die schnellsten Routen unter Berücksichtigung der kürzesten Ladezeiten berechnet. Die Extra-Funktionen bündelt das MBUX in einer EQ-Kachel. Obwohl MBUX per 10,4-Zoll-Touchscreen und Touchpads bedient wird, befinden sich Tasten für die Hauptfunktionen in der Mittelkonsole. Im Vergleich dazu wirkt das im GLC angebotene Comand-System inzwischen veraltet.

Mercedes EQC Premiere Elektro SUV 2018 Foto: Patrick Lang
Das Cockpit wird dominiert von einem großen freistehenden Display. Im Infotainment gibt es eine Extra-Kachel für die EQ-Funktionen.

Auch beim Funktionsumfang lässt MBUX mit seiner tollen Sprachsteuerung, vielen Online-Funktionen und Augmented-Reality-Darstellung der Navigationshinweise keine Wünsche offen. Zudem stehen alle Level-2-Assistenzsysteme des Hauses zur Wahl. Echtes autonomes Fahren auf Level 3 ist jedoch nicht vorgesehen.

Mercedes EQC Premiere Elektro SUV 2018 Foto: Patrick Lang
Die Fond-Passagiere haben gut lachen. Trotz abfallender Dachlinie gibt es ausreichend Raum über dem Kopf und auch die Beine haben genug Platz.

Sitze, Mittelkonsole oder Türverkleidungen erinnern an den GLC, ebenso das Raumgefühl des etwa 4,70 Meter langen Stromers. Die Rückbank lässt sich auch im EQC dreigeteilt umklappen. Der „Elektro-Hochsitz“ soll schließlich ein vollwertiges Alltagsauto sein. Davon profitieren auch die Passagiere im Fond. Knie und Kopf stoßen nicht an, in jede Richtung gibt es genug Platz. Überhaupt schlägt die Coupé-Linie mit dem abfallenden Dach innen weniger stark durch, als es von außen wirken mag. Selbst über den Innenspiegel sieht man einen vernünftigen Ausschnitt von allem, was hinter dem EQC passiert. Der Nachhaltigkeitsgedanke schlägt übrigens auch in den Innenraum durch. So sind einige Teile der Sitze aus recycelten PET-Flaschen. Obwohl er kein einziges Blechteil vom GLC übernimmt, wird der EQC am selben Band im Werk Bremen gebaut. So kann Mercedes ganz flexibel auf die Nachfrage nach den unterschiedlichen Antriebsarten seiner Mittelklasse-SUV reagieren.

Das EQ-Netz spannt der Hersteller aber noch über weitere Standorte. In Rastatt werden künftig die EQ-Kompaktklassemodelle vom Band laufen, in Sindelfingen die Ober- und Luxusklasse. Das Werk in Hambach (Frankreich) soll in Zukunft für ein weiteres EQ-Kompaktmodell sorgen, in Tuscaloosa (USA) werden künftig die EQ-SUVs das Licht der Welt erblicken. Für den chinesischen Markt entspringen der EQC und ein Kompaktmodell dem Werk in Peking. Mehr als zehn Milliarden Euro will Mercedes in den nächsten Jahren in die Submarke EQ investieren. Nicht jedoch in ein eigenes Elektro-Werk, wie Dieter Zetsche am Rande der EQC-Premiere verriet: „Ich sehe keinen Nutzen darin, eine reine E-Auto-Produktion aufzubauen. Der deutlich größerer Teil der Mercedes Werke wird E-Autos bauen können. Interessenten müssen sich noch etwas gedulden: Die Auslieferung des EQC beginnt erst im Frühjahr 2019.

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Neuester Kommentar

"Der Elektro-SUV steht dann auf einer eigens für die batterieelektrischen Modelle entwickelten Elektrofahrzeugarchitektur aus Stahl, Aluminium und Carbon: Radstand und Spurweite sowie alle übrigen Systemkomponenten, insbesondere die Batterien, sind dank des modularen Systembaukastens variabel."

Das stimmt ja so nicht ganz. Der EQC basiert in weiten Teilen auf dem GLC, teilt mit diesem auch exakt den Radstand. Wohl deshalb wird der EQC auch das einzige Modell auf "EVA I" Plattform bleiben (Electric Vehicle Architecture) – einleuchtend, wenn diese eben nur für ein GLC-ähnliches Elektrofahrzeug taugt.

Wirklich variabel wird wohl erst "EVA II", auf deren Basis eine ja ganze Reihe weiterer EQ-Modelle verschiedenster Form folgen soll, beginnend wohl 2020 mit dem EQA.

MrUNIMOG 9. September 2018, 13:04 Uhr
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