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Mercedes eVito im Fahrbericht

So fährt der neue Elektro-Van

Mercedes eVito Fahrbericht 2017 Foto: Mercedes 14 Bilder

Mercedes startet die Elektrifizierung der Transporter-Baureihen. Den Anfang macht der Vito. Wir waren auf einer ersten Testfahrt mit dem Strom-Transporter, der ab sofort bestell- und ab der zweiten Jahreshälfte 2018 lieferbar ist.

21.11.2017 Uli Baumann, Torsten Seibt 6 Kommentare

Der Vito macht den Anfang: bis 2020 will Mercedes von allen Gewerbe-Vans (Citan, Vito und Sprinter) elektrische Versionen vorstellen, die neben den konventionell angetriebenen Varianten vor allem für den Einsatz im städtischen Umfeld vorgesehen sind. Hintergrund sind auch drohende Verbrenner-Fahrverbote in immer mehr europäischen Großstädten, die Handwerker und vor allem die boomenden Paketlieferdienste vor echte Probleme stellen.

Gerade diese Lieferdienste hat Mercedes besonders im Visier und den eVito deshalb vorrangig auf deren Bedarf abgestimmt, indem zahlreiche Großkunden zu den benötigten Leistungsdaten und Fahrstrecken befragt wurden. Deshalb wurde der eVito mit einer 41,4 kWh großen Batterie bestückt, die bei regulärer Nutzung rund 150 Kilometer und unter verschärften Bedingungen wie sehr niedrigen Außentemperaturen mit hohem Heizenergiebedarf immer noch 100 Kilometer betragen soll. Die Höchstgeschwindigkeit ist ab Werk auf 120 km/h limitiert, kann bei Bedarf aber auch niedriger eingestellt werden.

Mercedes eVito Fahrbericht 2017 Foto: Mercedes
Neben dem geschlossenen Kasten ist auch die verglaste "Bus"-Variante erhältlich.

„Es wäre kein Problem, mehr Reichweite durch größere Batteriekapazitäten zu realisieren“, so Mercedes-Van-Chef Volker Mornhinweg bei der Weltpremiere des eVito in Berlin. Doch dies entspräche nicht dem Bedarf der Kunden und würde die Kosten so stark erhöhen, dass sich der Betrieb für die spitz kalulierende Branche nicht mehr rechnet. Mit dem jetzt vorgestellten eVito soll bei einer Jahresfahrleistung von 25.000 Kilometern nach drei Jahren der höhere Anschaffungspreis gegenüber dem Diesel-Vito 111 CDI amortisiert sein. Für Langstreckeneinsätze ist der eVito weder geeignet noch vorgesehen.

Großauftrag – 1.500 eVito für Hermes

Dass diese Reichweiteneinschätzung durchaus realistisch ist, zeigt der viel diskutierte Streetscooter, den die deutsche Post einsetzt – der bringt es in seiner Standardversion auf für den Einsatz offensichtlich völlig ausreichende 80 Kilometer Reichweite. Der Streetscooter-Erfolg ist natürlich auch bei Mercedes nicht unbemerkt geblieben, dieses Geschäft hätten die Stuttgarter gerne selbst gemacht. Doch als kleinen Paukenschlag verkündet Mornhinweg bei der Premiere des eVito einen anderen Coup: Bis 2020 wird Mercedes 1.500 eVito an den Paketdienstleister Hermes ausliefern.

Mornhinweg betonte dabei auch, dass es Mercedes nicht darum ginge, lediglich einen „Laderaum mit vier Rädern“ zu produzieren, das Projekt eVito ist ganzheitlich angelegt. So soll mit dem sogenannten „adVANce“-Programm die komplette Flottenbetreuung der Kunden mit maßgeschneiderten Lösungen geliefert werden, etwa für die Routenplanung, die aktuelle Statusabfrage fahrender Transporter oder Leih-Fahrzeugen, die für Spitzenzeiten wie im Weihnachtsgeschäft angeboten werden. Selbst um die Stromversorgung kümmert sich Mercedes, analysiert bei den Kunden die Versorgungskapazität und richtet intelligent gesteuerte Ladesäulen ein, die im passenden Zeitabstand operieren und so Lastspitzen vermeiden. Der eVito ist entsprechend für eine Ladezeit von sechs Stunden mit verhältnismäßig niedrigem Ladestrom von maximal 7,2 kW vorgesehen, eine teure Schnellladefunktion ginge am Bedarf der Kunden vorbei, so Mercedes.

eVito – Die Technik

Den Antrieb des eVito übernimmt ein 84 kW starker Elektromotor, dessen Technik aus dem jüngst vorgestellten GLC F-Cell stammt. Mercedes verbaut den Motor und alle für den Betrieb benötigten Komponenten wie die Leistungselektronik zu einem kompletten Paket mit den Abmessungen und Aufhängungspunkten eines konventionellen Verbrenners. Die Traktionsbatterie wird in einer einzelnen Einheit am Unterboden befestigt. Bei der Entwicklung des neuen Vito war diese Variante bereits berücksichtigt worden. Auf diese Weise kann der eVito im regulären Produktionsprozess der Baureihe eingetaktet werden, ohne Umstellungsarbeiten an der Fertigungsstraße vornehmen zu müssen, die Produktion elektrisch betriebener Vitos kann dadurch gezielt auf die Nachfrage abgestimmt werden.

Ohne Namen zu nennen, gab es diesbezüglich von Volker Mornhinweg auch einen kleinen Seitenhieb in Richtung Tesla: „Wir müssen für E-Fahrzeuge keine neuen Werke bauen, wir haben diese Werke bereits“. Analog dazu wird derzeit auch bereits die Fertigung in Düsseldorf für den 2019 erscheinenden neuen Mercedes Sprinter vorbereitet, der ebenfalls in einer Elektroversion erscheinen wird.

Mercedes eVito – unser erster Test

Die zur Premiere noch im Vorserienstadium befindlichen eVito zeigen sich trotz der noch ausstehenden finalen Abnahme in praktisch serienreifem Outfit. Im Cockpit unterscheidet sich der eVito auf den ersten Blick in keinem Detail vom konventionellen Bruder. Einziges Indiz für seine „Andersartigkeit“ ist die Leistungsanzeige statt des Drehzahlmessers, die Auskunft über die abgeforderte Energie oder jeweilige Rekuperation gibt. Selbst die Ladesteckdose ist unter einer Klappe dort, wo beim Dieselmodell der Tankstutzen sitzt.

Mercedes eVito Fahrbericht 2017 Foto: Mercedes
Der eVito fährt sich bis auf die minimale Lautstärke wie ein ganz normaler Van.

Die Fahrstufe wird mit dem bekannten Automatikhebel vorgewählt, wobei die Schaltpaddel hinter dem Lenkrad kurzfristig irritieren – der eVito hat keine einzelnen Vorwärtsgänge, die sich damit schalten ließen. Die Erklärung gibt es vom Ingenieur auf dem Beifahrersitz: Mit den Paddeln stellt der Fahrer eine von drei Rekuperationsstufen ein. Ab Fahrzeugneustart ist die stärkste Rekuperationsstufe gesetzt, die es ermöglicht, den eVito bei vorausschauender Fahrweise ausschließlich mit dem Fahrpedal zu bedienen. Wird es gelupft, verzögert der Elektro-Kastenwagen spürbar wie mit leicht getretener Bremse und speichert entsprechend viel Energie zurück in die Traktionsbatterie.

Im Handling ist bei der ersten Testfahrt kein Unterschied zum normalen Verbrenner-Vito festzustellen. Dazu trägt auch die Gewichtsverteilung bei. Die schwere Traktionsbatterie ist günstig für den Schwerpunkt unter dem Fahrzeugboden installiert, das Antriebspaket aus E-Motor, Getriebe und Elektronik unter der Motorhaube ist insgesamt etwas leichter als beim Dieselmodell. Der Antritt des eVito ist flott, aber nicht rasant: Ampelrennen sollen mit diesem Auto keine gewonnen werden, entsprechend wird die Leistungsabgabe des e-Motors begrenzt. Untermalt wird die souveräne Vorstellung von einem gegenüber bekannten Elektro-Pkw etwas deutlicher hörbaren Surren des Antriebs.

Parallel zum geschlossenen Kastenwagen steht ein verglaster Vito-Van mit Passagierbestuhlung bereit, wie er im Shuttle-Verkehr zum Einsatz kommt. Dessen Elektromotor haben die Ingenieure versuchsweise eine etwas längere Leine gegönnt und die Leistungsbegrenzung auf rund 140 kW angehoben. Das Ergebnis ist beeindruckend, aus langsamer Fahrt heraus (das ESP ist bei dem Erprobungsfahrzeug noch nicht aktiviert) drehen die Vorderräder munter durch, sobald das „Gas“pedal voll durchgetreten wird.

Mercedes eVito: Bestellung und Preis

Zunächst kann der neue eVito mit zwei unterschiedlichen Radständen vorbestellt werden. Mit langem Radstand beträgt die Gesamtlänge 5.140 mm, die extralange Version kommt auf 5.370 mm. Seine Alltagstauglichkeit beweist das Elektromodell nicht zuletzt durch einen großzügigen Laderaum. So sind eine maximale Zuladung von bis zu 1.073 kg sowie ein Ladevolumen von maximal 6,6 Kubikmeter möglich. Das maximal zulässige Gesamtgewicht beträgt 3.200 kg. Es wurde zum Ausgleich des Batteriegweichts gegenüber dem Standard-Vito um rund 200 Kilo erhöht.

Bestellt werden kann der neue Mercedes eVito ab sofort zu einem Preis ab 39.990 Euro (plus Mehrwertsteuer). Die Markteinführung ist für die zweite Jahreshälfte 2018 geplant. Die ersten 1.000 Bestellungen über die entsprechene Mercedes-Webseite werden außerdem mit einem Servicepaket inklusive Wallbox belohnt. Auf den elektrischen Vito folgt der eSprinter in 2019. Vervollständigt wird das Angebot durch den rein elektrisch angetriebenen Citan.

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Ich arbeite für ein kleines Kurierkollektiv in Berlin, das ausschliesslich mit eVans und (Lasten-)Rädern liefert. Vielleicht hätten die Herren vom Daimler mal bei uns anrufen sollen, bevor sie diesen eVito vorgestellt haben. "Driving the electric future" ist das auf jeden Fall nicht. Unser im April 2016 gekaufter Nissan e-NV 200 hat eine Reichweite von ca. 150 km und kann an Schnellladesäulen geladen werden. Das ist auch notwendig, da wir sonst nicht über einen ganzen Tag kommen. Natürlich war der Anschaffungspreis auch deutlich günstiger.
Die noch in diesem Jahr an den Start gehende neue Generation des Nissan wird 280 km Reichweite haben (NEFZ). Ich will hier keine Werbung für Nissan machen, bin nur erstaunt, dass Mercedes hier ein neues Fahrzeug vorstellt, das in der Entwicklung gute 5 Jahre hinter der Konkurrenz her ist.

timmbln 29. November 2017, 11:33 Uhr
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