Mercedes F 700

Reise-Vision

Foto: Mercedes-Benz 34 Bilder

Im Rampenlicht der IAA-Präsentationen steht dieses Jahr auch ein neues Forschungsfahrzeug von Mercedes. Kernstück des F 700 ist der neue DiesOtto-Motor, der die Vorzüge von Diesel und Benziner mit dem Verbrauch eines Kleinwagens kombinieren soll.

Exklusiv-Video: Mercedes F 700

Den Verbrauch der 5,18 Meter langen, 1,96 Meter breiten und 1,44 Meter hohen Reise-Limousine beziffert Mercedes mit 5,3 Liter auf 100 km und das, obwohl der Mercedes F 700 rund 1,7 Tonnen wiegt. Der CO2 Ausstoß soll bei 127 Gramm pro Kilometer liegen.

Benziner als Selbstzünder

Verantwortlich für die niedrigen Werte ist der neu entwickelte Vierzylinder-DiesOtto-Motor, der aus 1,8-Litern Hubraum 238 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm schöpft. Mit dem Antriebssystem, das unter anderem Direkteinspritzung, Turboaufladung und eine variable Verdichtung vereint, sollen ähnlich gute Fahrleistungen, wie bei den V6-Modellen der S-Klasse erzielt werden. So soll der F 700 für den Sprint von Null auf 100 km/h 7,5 Sekunden benötigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erreichen.

Wichtigster Bestandteil der neuen Technik ist die Raumzündverbrennung, ein hocheffizientes, dem Diesel ähnliches Brennverfahren, das vor allem im Teillastbereich (bei niedrigen und mittleren Drehzahlen) zum Zuge kommt. Gestartet wird wie beim konventionellen Ottomotor per Zündkerze, ebenso unter Volllast. Die Abgasreinigung läuft über einen serienüblichen Dreiwege-Kat. Der zusätzliche Elektromotor kommt vor allem im Stop-and-Go-Betrieb zum Einsatz. Er stellt weitere 20 PS zur Verfügung.

Vorausschauendes Fahrwerk

Eine weitere Neuerung gibt es in Sachen Fahrwerk: Pre-Scan nennt Mercedes die neue Technik, die über zwei Laserscanner in den Frontscheinwerfern die Fahrbahn vor dem Auto abtastet, Unebenheiten erkennt und aktiv ausgleicht. Der Abroll- und Federungskomfort soll dadurch weiter verbessert werden.

An Bord ist auch das neu entwickelte Bedienkonzept "Servo-HMI" (Human-Machine-Interface) über das der Fahrer mit seinem Fahrzeug kommunizieren kann - vor allem auch verbal via Spracherkennung über einen Eingabeassistenten, den Avatar. Im F 700 hat der Avatar die Gestalt einer jungen Frau. Alle wichtigen Funktionen können aber nach wie vor über den bekannten Comand-Dreh-/Drücksteller angesteuert werden.

Reisekomfort durch Relax-Sitz

Eine Reiselimousine sollte im Innenraum geräumig sein und diverse Annehmlichkeiten bieten. Um dies zu erreichen, hat Mercedes den Radstand der S-Klasse-Basis um 28,5 Zentimeter auf satte 3,45 Meter gestreckt. Das Sitzkonzept beinhaltet neben der klassischen Sitzordnung für vier Personen in Fahrtrichtung noch weitere Möglichkeiten: Mit umgeklapptem Beifahrersitz kann der rechte Fondsitz in eine so genannte "Relax-Position" fahren, es entsteht eine Art Liegesitz. Diese Position lässt sich aber auch umdrehen (Reverse-Sitz) - der Beifahrer kann also auch in Gegenrichtung Platz nehmen. Hinzu kommen zwei große Glasflächen im Dach, ein Monitor mit 51 Zentimeter Bildschirmdiagonale und ein Surround-Soundsystem.

Auf der Beifahrerseite sind die Türen gegenläufig angeschlagen, was den Zugang zum Passagierabteil erleichtern soll. Insgesamt zeichnet sich das Design des F 700 durch stromförmige Linien, ausgestellte Radhäuser und das klassische Vier-Augen-Gesicht mit integrierten LED-Leuchten aus. Sicher wird die Studie nicht 1:1 in Serie gehen - dennoch sind auch schon in der Vergangenheit technische Innovationen aus solchen Forschungsträgern in die Serie eingeflossen, so zum Beispiel der Abstandsregeltempomat "Distronic" oder das aktive Fahrwerk "Active Body Control".

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Der Mercedes F 700 ...
... ist ein gelungenes Gesamtkonzept.
... bietet nichts Aufregendes.
... ist und bleibt reine Vision.
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