Mercedes F-Cell World Drive

Vergeltung für Südafrika

02/11 Mercedes F-Cell World Drive, Mercedes B-Klasse, 6. Etappe Foto: Daimler 18 Bilder

Mercedes schickt drei Brennstoffzellen-Autos um die Welt. auto motor und sport ist immer dabei. Die sechste Etappe des Fuel Cell World Drive führte von Barcelona ins tiefste Spanien. Zeit für Wagen zwei, im Lande des Rivalen eine alte Rechnung zu begleichen.

Arwed Niestroj war die Sache zu heikel. Zwei neue Besatzungen ohne Erfahrung sollten die bisher längst Einzeletappe mit knapp 290 Kilometern von Barcelona bis zum Tankstopp in Castellon bei Valencia schaffen, folgerichtig befahl der Konvoichef Konvoifahrt unter seiner Kontrolle, Tempo 110 km/h.

Teufels-Ding

Die Autobahn nach Süden sieht auf der Karte äußerst einladend aus, führt sie doch direkt am Meer entlang. In Wahrheit bekommt der Reisende die See nur in kürzesten Häppchen zu Gesicht. Abgesehen davon verliert das Spiel der Wellen erheblich an Reiz, wenn statt dem Glitzern der Sonnenstrahlen nur das mausgraue Spiegelbild des Nebels zu sehen ist, den wir doch eigentlich hinter Lyon gelassen zu haben glaubten.
 
Auf der Strecke lobt der Reiseführer den Aquädukt des Teufels bei Tarragona aus. Doch die Reisegruppe kann sich für die Steinbogenbrücke nur mäßig erwärmen, ist sie doch noch vom deutlich größeren Pont du Gard verwöhnt. Im ersten Jahrhundert nach Christus fiel die steinerne Wasserleitung nach dem erstbesten Sturm um. Um sich in Unschuld zu wiegen, behauptete der Baumeister, nur der Teufel könne eine solche Brücke bauen, die 1.000 Jahre hält. Prompt rückte Satan mit Schüppe und Kelle an und versprach, über Nacht einen neuen Aquädukt fertigzustellen, wenn er die Seele des Ersten bekäme, der von dem transportierten Wasser tränke. Der Architekt legte den Fürsten der Finsternis aufs Kreuz, er führte einen Esel zur Tränke. Aber auch der Teufel betrog bei dem Spiel. Er pfuschte am Bau, prompt präsentierte sich das Monument beim Fototermin komplett eingerüstet.

Revanche für Südafrika

Wir haben ohnehin Wichtigeres zu tun als Sightseeing. Wir müssen eine Schmach des letzten Sommers tilgen. Denn heute ist ein dreiköpfiges Team aus Spanien angerückt, um die Brennstoffzellen-B-Klasse zu testen. Ihr gegenüber steht Deutschland, vertreten durch auto motor und sport, sowie Robert und Tim aus den Niederlanden, beide Nationen Opfer der spanischen Nationalmannschaft 2010 in Südafrika.
 
Die deutsche Seite übernahm nach einer Woche reichlich gesammelter Erfahrung mit Wasserstoffspielereien die Trainerbank. Tim sicherte in der ersten Halbzeit gekonnt nach hinten ab. Er lenkte das letzte Auto im Konvoi und sorgte dafür, dass die Null stehen blieb. Nach dem Seitenwechsel übernahm Robert das Lenkrad, und als Oberschiedsrichter Niestroj für die letzten 100 Kilometer freies Spiel einläutete, schlug seine große Stunde. Mit der nötigen Aggressivität, ging er steil in die Spitze und in Führung, den Vorsprung verwaltete er gekonnt mit seinen 41 Jahren Spielpraxis.

Deutschland-Holland mit mehr Gefühl im Gasfuß

Und so kam Wagen zwei acht Minuten vor dem nächsten Auto in Castellon an, so weit vorn, dass selbst die mobile Tankstelle noch unterwegs war. Die drei spanischen Kollegen rollten abgeschlagen ins Ziel, nicht nur deutlich hinter der holländisch-deutschen Koalition, sondern auch mit mehr Ebbe im Tank. 0,34 Kilogramm Restwasserstoff gegen 0,29, das war am Ende eine klare Sache. "Tja, das ist eben das Gefühl im Fuß", meinte Robert beim Siegerinterview. Rechtsfuß Robert und Arjen Robben auf Links - Wer soll die Holländer in den nächsten Turnieren schlagen?

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